[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Außer gegenüber Lilly.Dieses liebe Mädchen konnte ihm jederzeit mühelos ein Lachen entlocken, und Kathryn liebte es, Jacob lachen zu hören.Ein Vogel zwitscherte in der Nähe ein Morgenlied, und Kathryn drehte sich auf die Seite, um die Schmerzen, die unten in ihrem Rücken eingesetzt hatten, abzumildern.Jacob war ganz anders als Larson, und doch hatten sie so viele Ähnlichkeiten.Sie liebte Jacobs Lachen, seine Sanftheit im Umgang mit den Tieren, seine ruhige Art … und wie er sie anschaute.Vor zwei Tagen hatte sie das Gefühl gehabt, jemand beobachte sie.Als sie sich umsah, bemerkte sie Jacob, der an der Koppel stand und sie nicht aus den Augen ließ.Dann hatte er gelächelt und gewinkt und war wieder im Stall verschwunden.Irgendwie erschien es ihr falsch, an Jacob und Larson im selben Atemzug zu denken.Sie würde alles dafür geben, um Larson zurückzubekommen, aber das würde nie passieren.Sie würde ihn eines Tages wiedersehen, hoffte sie.Aber nicht in diesem Leben.Langsam breitete sich die Morgendämmerung über die Prärie aus und verwandelte den grauen Himmel in ein wolkenloses Blau.Kathryn las die nächste Stunde im Johannesevangelium.Die Worte Jesu zogen sie an.Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater.Und ich lasse mein Leben für die Schafe.„Du kennst mich ganz genau, Herr.Hilf mir, dich auch so gut kennenzulernen.“Als sie weiterlas, regte sich etwas in ihr.Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.Dieser Gedanke gefiel ihr besonders gut: dass niemand sie aus der Hand des Vaters reißen konnte.„Egal, was mit mir passiert, Herr, du bist bei mir.Selbst wenn ich alles verliere – Larson und unser gemeinsames Leben –, dich werde ich immer haben.“ Nachdem sie noch eine Weile gelesen hatte, beschloss sie zurückzugehen.Sie stand auf und bückte sich, um die Decke aufzuheben.Plötzlich verkrampfte sich ihr Bauch.Sie krümmte sich und sank keuchend auf die Erde.Die Schmerzen ließen nach einer Weile wieder nach, aber wenige Sekunden später erfasste sie erneut eine Schmerzenswelle.Keuchend grub sie die Finger in die Decke, bis ihre Knöchel weiß wurden.Die Schmerzen ließen nach, aber sie stellte sich schon auf die nächsten ein.Doch sie blieben aus.Sie atmete langsam die Luft aus, die sie angehalten hatte, und sah über ihre Schulter.Das Dach des Haupthauses überragte die Ställe und die Baracken in der Ferne.Sie rief laut, bezweifelte aber, dass jemand sie hören würde.Sie legte sich eine Hand an die Stirn und fühlte den kalten Schweiß darauf.Sie brauchte doppelt so lange, um den kurzen Weg zurückzugehen, aber wenigstens kamen die Krämpfe nicht mehr.Sie ging direkt zu den Ställen und hörte, wie Futter in einen Blechtrog gekippt wurde.Sie sah ihn in der letzten Box, wo er sich einen Jutesack über die Schulter schwang.„Jacob?“Er drehte sich um.„Kathryn!“Bei der Besorgnis in seiner Stimme blieb sie stehen.Im schwachen Licht konnte sie fast die Umrisse seiner Augen ausmachen.Er hatte seine Brille nicht auf.Sie ging neugierig einen Schritt vor, aber er drehte sich schnell weg.Jacob ließ den Sack fallen und murmelte etwas, das Kathryn nicht hören konnte.Einige Sekunden später kam er aus der Box, den Futtersack in der Hand und die Brille auf der Nase.„Wie geht es dir heute Morgen?“ Er runzelte die Stirn, als er näher kam.„Geht es dir gut? Du siehst blass aus.“„Ich mache mir Sorgen um … mein Baby.“ Ihr Bauch zog sich wieder schmerzhaft zusammen, wenn auch dieses Mal nicht so stark.Ihre Angst war größer als das Unbehagen, über so persönliche Dinge zu sprechen.„Ich ging heute Morgen spazieren und dann setzten Schmerzen ein.Jetzt sind sie nicht mehr so stark, aber ich habe Angst, dass vielleicht etwas nicht stimmt.Ich wollte fragen, ob du mich zum Arzt in die Stadt fahren könntest.“Jacob ließ den Futtersack fallen und schaute zum Heuboden hinauf.„Gabe!“Einige Sekunden später lugte Gabe lächelnd nach unten.„Guten Morgen, Miss Kathryn.“„Ich bringe Mrs Jennings in die Stadt.Kannst du dich hier eine Weile um alles kümmern?“„Natürlich, Jacob.Kein Problem.Pass du gut auf Miss Kathryn auf.“Kathryn ließ sich vorsichtig auf den Untersuchungstisch nieder und legte ihre Hand behutsam über ihren runden Bauch.Sie flüsterte in ihrem Herzen ein Gebet und versicherte ihrem Baby, dass alles gut werden würde.Dann versuchte sie, es selbst zu glauben.„Sie werden bei der Untersuchung einen leichten Druck spüren, Mrs Jennings.“ Dr.Frank Hadleys Stimme verstärkte die Stille in dem kleinen Untersuchungszimmer hinter seinem Büro noch mehr.„Versuchen Sie, sich zu entspannen.Es wird bald vorbei sein.“Kathryn atmete zitternd aus und fragte sich, ob er das auch sagen würde, wenn er auf dem Untersuchungstisch läge.Ein plötzlicher Krampfanfall in ihrem Unterleib vertrieb ihren Humor schnell wieder.Oh, Gott, ich habe Angst.Bitte lass meinem Baby nichts passieren.Sie kniff die Augen zusammen und zwang sich, langsam zu atmen.Ein und aus.Ein und aus.Jeder Muskel in ihrem Körper schien sich zusammenzuziehen.Konzentriere dich auf etwas.Sie dachte daran, dass Jacob auf der anderen Seite der Tür wartete, und fand darin einen unerwarteten Trost.Sie waren auf ihrem Weg in die Stadt vor ein paar Minuten am Friedhof vorbeigefahren.Wenn Jacob nichts dagegen hätte, wollte sie gern ein wenig Zeit dort verbringen, bevor sie heute zurückfuhren.Larson, ich wünschte, du wärst jetzt hier bei mir.Und du könntest sehen, wie unser Kind in mir heranwächst.Und du könntest bald unseren Sohn oder unsere Tochter auf den Armen halten …„Jetzt könnte es kurz wehtun, Mrs Jennings“, sagte Dr.Hadley leise vom anderen Ende des Tisches.Kathryn zuckte bei dem kurzzeitigen Schmerz zusammen und merkte, wie eine Träne über ihre Schläfe und in ihren Haaransatz lief.Nachdem sie jahrelang für ein Kind gebetet hatte, war es jetzt nicht so, wie sie es sich erträumt hatte.Statt dass die Geburt ihres ersten Kindes von Staunen und hoffnungsvoller Erwartung begleitet war, hatte sich nun in jedem Winkel ihres Herzens Angst breitgemacht.Nichts kann dich aus meiner Hand reißen.Das Flüstern war so real, dass Kathryn fast einen weichen Hauch auf ihrem Gesicht fühlen konnte [ Pobierz całość w formacie PDF ]