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.Für das, was er gerade gesagte hatte, liebte sie ihn ganz besonders.»Ich glaube, ich muss dir etwas erklären«, flüsterte sie.»Es ist nicht dasselbe.Ich bin eine Conrad – du kennst eine.Verstehst du den Unterschied?«»Gibt es einen?« Er klang noch nicht überzeugt, aber rührend hoffnungsvoll.»Sogar einen großen.Du bekommst nichts in den Schoß gelegt, weil dein Vater oder Großvater einen bekannten Namen hat.Du bekommst es, weil du gut und du selbst bist.«Er dachte eine Zeit lang darüber nach und sagte dann: »Ich glaube, ich verstehe den Unterschied noch immer nicht.«»Egal«, beruhigte sie ihn.»Vertrau mir einfach.«Ich bin ihre Entschuldigung, dachte er.Ihre Entschuldigung dafür, weiter reich sein zu dürfen und sich trotzdem wohl in ihrer Haut zu fühlen.Sie ist abergläubisch: Sie glaubt, wenn sie ihr Glück teilt, darf sie es behalten.Stumm nahm er sie in die Arme, und sie liebten sich noch einmal.Scott runzelte die Stirn, als er zum wiederholten Mal die Daten verglich.Seine Geburtsurkunde und die durchgearbeiteten Archivzeitungen zeigten ihm, dass er etwa acht Monate nach der abgesagten Hochzeit von Greg Conrad mit seiner Mutter geboren war.Wenn er aber nicht Greg Conrads Sohn war, wessen Sohn dann?Er ging hinaus zu dem Cabrio, das die Conrads ihm für die Dauer seines Aufenthalts überlassen hatten.Die Zeitungsredaktion befand sich in der Innenstadt, wo einige Wolkenkratzer aufragten wie die Prozentsäulen einer Grafik.Aus der Ferne wirkten sie wie eine Festung in der weiten grauen Ebene von Los Angeles.Scott war froh, sich in ihrem Schutz zu befinden, während er an die Motorhaube gelehnt versuchte, damit zurechtzukommen, dass seine Mutter ihn angelogen hatte.Unmöglich konnte er der Sohn eines Mannes sein, den sie in Italien kennen gelernt hatte.Ob ihr nicht eingefallen war, dass er eines Tages nachrechnen könnte? Und dann? Glaubte sie, es wäre ihm egal?Oder gab es vielleicht noch eine andere Möglichkeit? Vielleicht war er der Sohn eines Italieners, den sie in Los Angeles getroffen hatte.Wieso eigentlich Italiener? Ebenso gut konnte es irgendein beliebiger Mann sein, mit dem sie einen Monat vor ihrer Hochzeit eine Affäre hatte.Irgendwer! Jeder außer Greg Conrad.Er würde sie fragen.Er würde sie dazu bringen, es ihm zu erzählen.Er stieg ins Auto und fuhr zum Büro der Conrad Production, wo er einen Termin mit der Leiterin der Werbeabteilung hatte.Nach dem Vorsprechen gab es keinen Zweifel mehr, dass er die Rolle bekommen würde.Sowohl John Conrad als auch Jack Manchester waren sofort überzeugt, mit Scott die richtige Besetzung für die Hauptrolle gefunden zu haben.Sie beglückwünschten Greg zu seiner guten Wahl und gingen im Anschluss verschiedene berühmte Namen durch, die für die Nebenrollen infrage kamen.Nachdem die Hauptrolle an einen Unbekannten vergeben worden war, würde es leichter sein, arrivierte Schauspieler zu verpflichten, denn es gab keinen Konkurrenzdruck mehr.Sowohl John als auch Greg schauten kurz im Büro vorbei, um Scott guten Tag zu sagen und damit der Webefachfrau stillschweigend zu bedeuten, dass sie für den neuen Star alle Register zu ziehen hatte.Bei einem Salatteller und Perrier im The Grill diskutierte sie mit Scott einen der wichtigsten Bestandteile ihres Werbefeldzugs.Sie mussten um jeden Preis verhindern, dass der Eindruck entstand, die Rolle wäre Kay Conrads Freund zugeschustert worden.Natürlich gab es keinen Grund, warum sie sich nicht während der Dreharbeiten begegnen und ineinander verlieben konnten – und so wurde es vereinbart.Leute, die sie zusammen in New York kennen gelernt hatten und die anschließend die Fotos sahen, würden vielleicht die Wahrheit ahnen, aber die Werbefrau meinte, daraus ließe sich sogar Profit schlagen.Auf diese Weise würden Neugier geschürt und das Interesse wach gehalten.Und am Ende würde die Publicity für den Film alles andere unwichtig erscheinen lassen.An diesem Abend gingen Kay und Scott in ein neu eröffnetes italienisches Restaurant, von dem jedermann schwärmte.Die Leute standen sich die Beine in den Bauch, um Plätze zu ergattern, aber Scott und Kay wurden sofort zu einem der besten Tische geführt.Kay machte sich Sorgen, weil Scott ihr ein wenig bedrückt erschien.Er schenkte ihr ein warmes, etwas müdes Lächeln und griff nach ihrer Hand.»Ich bin in Ordnung.Im Augenblick stürmt einfach ziemlich viel auf einmal auf mich ein.Ich liebe dich.«Am Nachmittag hatte er seine Mutter angerufen und sie auf die Daten angesprochen.Zunächst hatte sie sich geweigert, darüber zu reden, und sie hätten tatsächlich beinahe Streit bekommen.Solange sich Scott erinnern konnte, war so etwas noch nie vorgekommen.Sie hatten das Gespräch nur weitergeführt, weil keiner von beiden es fertig brachte, im Ärger den Hörer aufzulegen.Schließlich war ihre Haltung nachgiebiger geworden, und er hatte sich entschuldigt.Doch er bestand weiterhin auf einer Antwort.Und so nannte sie ihm einen Namen.Ben Kanter.Sie erzählte, sie hätte vor der Hochzeit eine Affäre mit ihrem Agenten gehabt – ein flüchtiges, dummes Abenteuer mit einem notorischen Frauenhelden, das sie sich noch immer übel nahm.Ob er ihr diese Lüge verzeihen könne?Es sagte, er könne, und er tat es auch.»Ich musste es einfach wissen, Mom.Verstehst du? Es musste sein.«An diesem Abend nahm Scott vor dem Abendessen gemeinsam mit Greg einen Aperitif.Greg sagte, ihm scheine, dass die Unterhaltung mit der Chefin der Werbeabteilung bestens verlaufen sei; dann wandten sie sich anderen Themen zu.Dabei ging es auch um Agenten.Scott würde demnächst einen brauchen, und Greg brachte verschiedene Namen ins Gespräch.Irgendwann fiel der Name Ben Kanter.»Ich habe schon oft von ihm gehört.Wahrscheinlich ist er inzwischen recht alt, aber er scheint eine Art Legende zu sein.Arbeitet er überhaupt noch?«»Ben ist ein guter Freund von mir«, antwortete Greg.»Einer der besten Agenten der Stadt.Wenn es irgendetwas gibt, das Ben nicht weiß, dann ist es wirklich unwichtig.«»Was halten Sie von ihm.Käme er infrage?«Greg dachte einen Augenblick nach.Auf seinem Gesicht lag ein merkwürdiges Lächeln.»Warum eigentlich nicht?«, sagte er schließlich.»Du hast Recht, Ben kommt allmählich in die Jahre und ist nicht mehr so umtriebig wie früher.Und außerdem hast du schließlich eine Freundin.«Scott starrte ihn verständnislos an.Gregs Lächeln wurde breiter.»Tut mir Leid, vielleicht sollte man darüber keine Witze machen.Ben ist schwul.«»Schwul?« Scott blieb der Mund offen.»Nun schau doch nicht so schockiert.Schließlich arbeiten wir im Showbusiness – es gibt kaum eine liberalere Berufsgruppe.Oder hast du etwa religiöse Vorbehalte?«»Nein … nein … das ist es nicht …«, stotterte Scott.»Ich dachte nur … na ja, er hat immer … Ich meine, er galt doch immer als Frauenheld.«»Früher einmal.Ben war schon immer schwul, doch es gab nur wenige Leute, die es wussten.In der damaligen Zeit schadeten solche Vorlieben dem Geschäft.« Greg zuckte die Schultern.»Manche vertuschten es, andere hängten es an die große Glocke.Ben gehörte zur ersten Kategorie.Er zeigte sich bewusst mit hübschen Mädchen und die Kolumnisten witterten immer gleich eine neue Romanze.Als dann Aids aktuell wurde, fühlte er sich als Heuchler.Das hat er mir selbst gestanden.Er wollte sich nicht mehr verstecken [ Pobierz całość w formacie PDF ]