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.»Besonders tapfer komme ich mir eigentlich nicht vor«, meinte er schließlich.»Alles, was ich getan habe, war, mein Gesicht zu verstecken.«»Ich gebe zu, es wäre etwas eindrucksvoller gewesen, wenn du die Augen geschlossen und mit mir blind gefochten hättest«, sagte sie.»Oder wenn du einen Spiegel genommen hättest.Wir halten immer mehrere bereit für die Leute, die geistesgegenwärtig genug sind, um die Situation auf diese Weise zu bewältigen.Aber du bist ja noch ein Junge.Die Regeln sind nicht allzu streng.«»Hmpf, ja«, stimmte Dor ihr zu.Erfreut war er aber nicht gerade.»Du hättest mich mal sehen sollen, als ich hierher kam«, sagte sie warmherzig.»Ich hatte solche Angst, daß ich mein Gesicht versteckt habe, genau wie du.«»Wenn du dein Gesicht nicht versteckt hättest, dann hättest du doch jeden zu Stein verwandelt«, warf Grundy ein.»Ja, das auch.«»Sag mal«, meinte Grundy, »du hast den Guten Gnom doch schon vor zwölf Jahren kennengelernt.Ich war damals auch dabei, weißt du noch? Wie kommt es, daß du deine Frage erst jetzt stellst?«»Ich habe meine Insel in der Zeit der Fehlenden Magie verlassen«, sagte sie offen.»Plötzlich gab es in ganz Xanth keinerlei Magie mehr, und die magischen Dinge starben entweder, oder sie wurden mundanisch, und alle alten Zauber hörten auf zu wirken.Ich weiß zwar nicht, warum dem so war –«»Ich weiß es«, sagte Grundy.»Aber ich darf es nicht verraten.Ich darf nur sagen, daß es nicht wieder vorkommen wird.«»Alle meine früheren Versteinerungen sind wieder zum Leben erwacht.Da waren ein paar ziemliche Haudegen drunter, weißt du, Trolle und so.Da habe ich es mit der Angst bekommen und bin geflohen.Ich fürchtete, sie könnten mir etwas antun.«»Das war auch eine sehr vernünftige Befürchtung«, erwiderte Grundy.»Als sie dich nicht erwischen konnten, da sind sie in das Dorf des Magischen Staubes zurückgekehrt, wo die meisten ja auch herkamen.Ich nehme an, daß sie noch immer dort sind.In dem Dorf gab es einen ganzen Haufen äußerst bereitwilliger Frauen, nachdem ihre ganzen Männer so lange weg gewesen waren.«»Aber als die Magie wiederkehrte, da war der Zauber des Magiers, den er über mein Gesicht verhängt hatte, verschwunden.Das war einer von diesen Einmalzaubern, die nur so lange funktionieren, bis sie unterbrochen werden.Es gibt sehr viele solcher Zauber, meine gehören auch dazu.Also hatte ich mein Gesicht wieder, und… na, ihr wißt schon.«Dor wußte, was sie meinte, sie hatte wieder damit angefangen, Statuen zu machen.»Inzwischen wußte ich, was los war«, fuhr sie fort.»Ich war ziemlich naiv gewesen, so abgeschieden auf meiner einsamen Insel, aber langsam lernte ich dazu.Ich wollte nicht wirklich so sein.Da erinnerte ich mich an das, was Humfrey über Mundania gesagt hatte, wo die Magie nicht wirkt – auf diesem Land muß wirklich ein mächtiger Abwehrzauber liegen! –, also bin ich dorthin gegangen.Und er hat recht gehabt.Ich war ein ganz gewöhnliches Mädchen dort.Ich hatte geglaubt, daß ich es niemals fertigbringen würde, Xanth zu verlassen, doch die Zeit der Fehlenden Magie hat mir gezeigt, daß das vielleicht doch möglich war.Und als ich es dann versuchte, da klappte es auch.Es war ziemlich seltsam und recht lustig, nicht annähernd so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte.Die Leute haben mich akzeptiert, und die Männer – wißt ihr eigentlich, daß ich in Xanth vorher noch nie einen Mann geküßt hatte?«Dor war zu verschämt, um zu antworten.Er hatte noch nie eine andere Frau geküßt als seine Mutter, und die zählte nicht.Er dachte kurz an Millie.Wenn –»Doch nach einer Weile begann ich, Xanth zu vermissen«, fuhr die Gorgone fort.»Die Magie, die eigentümlichen Wesen – könnt ihr euch vorstellen, daß ich sogar die Gewirrbäume vermißt habe? Wenn man in die Magie hineingeboren wird, dann kann man sie nicht einfach beiseite schieben, sie ist ein Teil von einem selbst.Ich mußte einfach zurück.Aber das bedeutete… ihr wißt schon, noch mehr Statuen.Also bin ich zu Humfreys Schloß gewandert.Inzwischen wußte ich, daß er der Gute Magier war, das hat er mir vorher nie verraten, und daß er gar nicht so unzugänglich war, wie er immer tat.Da bin ich nervös geworden wie ein kleines Mädchen.Ich wußte: Wenn ich jemals in Xanth mit einem Mann zusammensein wollte, ich meine so von Mann zu Frau, dann mußte es einer sein wie er.Einer, der die Macht hatte, mein Talent zu neutralisieren.Und je länger ich darüber nachdachte… tja, und jetzt bin ich eben hier.«»Hattest du keine Schwierigkeiten, ins Schloß einzudringen?«»O doch! Es war fürchterlich.Da war so ein Nebelhorn, das den Graben bewachte.Ich hatte ein kleines Boot am Ufer gefunden, und jedesmal, wenn ich versuchte, den Graben zu überqueren, da hat das Horn derartige Nebelschwaden ausgestoßen, daß ich die Hand nicht vor Augen sehen konnte und auch nichts mehr hörte.Und das Boot ist immer wieder umgekehrt und hat am Ufer angelegt.Es war eben ein magisches Boot, man mußte es entweder lenken, oder es kehrte zurück zur Anlegestelle.Ich war über und über mit Nebel bedeckt, und mein Haar hat ganz furchtbar gezischt.Solche Sachen mag es nämlich gar nicht.«Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hatte, dann wirkte das Schlangenhaar ganz apart.»Wie haben Sie den Graben denn dann überquert?«»Ich bin schließlich schlau geworden.Ich habe das Boot direkt auf das Nebelhorn zu gelenkt, egal wie dicht der Nebel wurde.Es war, als wollte man durch einen Wasserfall schwimmen! Als ich das Horn erreichte, da war ich schon drüben.«»Hoppla, der Gnom kommt«, sagte Grundy plötzlich.»Oh, ich muß wieder an die Arbeit!« sagte die Gorgone und trippelte eilig hinaus.»Ich war gerade beim Waschen, als ihr kamt.Er verbraucht ja so viele Socken!« Dann war sie verschwunden.»Gnome haben wirklich große, schmutzige Füße«, bemerkte Grundy.»So ähnlich wie Kobolde.«Der Gute Magier Humfrey trat ein.Er sah wirklich aus wie ein Gnom, alt und knorrig und klein.Seine Füße waren groß und nackt und – ja, tatsächlich, schmutzig.»Im ganzen Schloß gibt es kein einziges sauberes Paar Socken mehr!« grollte er.»Mädchen, hast du die Wäsche immer noch nicht gewaschen? Ich hab’ doch schon vor einer Stunde danach gerufen!«»Äh… Guter Magier –« fing Dor an und machte einen Schritt auf ihn zu.»Es ist ja nicht so, als wäre es so furchtbar kompliziert, Socken zu waschen«, fuhr Humfrey gereizt fort.»Ich habe ihr schließlich den Waschzauber erklärt.« Er blickte sich um.»Wo steckt das Mädchen denn? Bildet die sich etwa ein, daß das ganze Land Xanth versteinert ist und nur darauf wartet, daß sie sich herbequemt?«»Äh, Guter Magier Humfrey«, versuchte Dor es aufs neue.»Ich bin gekommen, um Sie –«»Nicht eine Minute halte ich es noch ohne meine Socken aus!« sagte Humfrey und setzte sich auf eine Stufe.»Ich bin schließlich kein barfüßiger Junge mehr, und selbst als ich noch einer war, habe ich immer Schuhe getragen.Ich habe hier neulich mal aus Versehen Juckpulver verschüttet, und das ist mir zwischen die Zehen geraten.Wenn dieses dämliche Mädchen nicht bald –«»He, alter Gnom!« krakelte Grundy ohrenbetäubend.Humfrey blickte ihn kühl an.»Ach, hallo Grundy! Was machst du denn hier? Habe ich dir nicht erklärt, wie man wirklich wird?«»Ich bin wirklich, Gnom«, erwiderte Grundy.»Ich spreche nur deine Sprache, wie es meinem Talent entspricht.Ich bin mit meinem Freund Dor gekommen, um ihm zu zeigen, wie man die Aufmerksamkeit eines Magiers erringt.«»Dor braucht keine Aufmerksamkeit eines Magiers.Er ist selbst ein Magier.Was er braucht, das ist eine Aufgabe, eine Suche [ Pobierz całość w formacie PDF ]