[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Vielleicht war Nerida auch eine Ringerin.Oder es steckte noch mehr dahinter.Dia hatte erwähnt, dass eine aus der Gruppe sich für jemand anders ausgab.Vielleicht nicht nur eine.Wieso täuschten sie einen Streit vor? Damit aufmerksame Beobachter nicht merkten, dass sie befreundet waren? Wozu sollte das gut sein?»Ich bin ungefähr dreimal so breit wie du, Werwolf, und wahrscheinlich doppelt so stark.Ich könnte dich ungespitzt in den Boden rammen.«»Das kannst du gern versuchen«, erwiderte ich leise.»Ich glaube aber nicht, dass du das schaffst.«»Willst du mich herausfordern?«, reagierte sie empört.Ich zuckte mit den Schultern und kickte meine Schuhe von mir.Ich gab mich desinteressiert, ließ die beiden aber nicht aus den Augen und lauerte auf eine Bewegung.Irgendeine Regung.»Wenn du so willst.«Ich wandte mich ab, und in der Sekunde setzte die Füchsin zum Sprung an.Ich duckte mich und schlüpfte unter ihr hindurch, dann packte ich sie, wirbelte sie herum und ließ sie los.Ich hatte sie auf das Bett werfen wollen, konnte aber nicht mehr sehen, ob sie auch dort landete, denn die Luft zischte und warnte mich, dass ein Schlag drohte.Ich richtete mich auf, fing mit beiden Händen Bernas Faust auf.Die Wucht ihres Schlages erschütterte meine Arme und ließ meine Zähne aufeinanderkrachen, aber ich hielt sie fest.»Man sollte Leute nicht nur nach dem Äußeren beurteilen«, sagte ich leise, als ihre braunen Augen überrascht aufblitzten.»Versuch nicht, mich noch einmal anzugreifen.« Ich blickte zu Nerida, die neben dem Bett gelandet war und sich die Hüfte rieb.»Das gilt für euch beide.«Ich schob Berna von mir und ließ sie los, dann zog ich mich weiter aus.»Wisst ihr, was mit unseren Taschen passiert ist?«»Die kommen, wenn wir die Betten aufgeteilt haben.«Ich sah sie an.»Das haben wir.«Sie schnaubte verächtlich.Keine Ahnung, ob das hieß, dass sie sich mit den Gegebenheiten abgefunden hatte oder dass ich sie aus dem Bett werfen musste, wenn ich zurückkam.»Wieso ziehst du dich aus?«, wollte sie wissen.»Ich gehe auf Erkundungstour.«»Bei einem Werwolf kann man sich immer darauf verlassen, dass er sich irgendwann auszieht«, stichelte Nerida voller Verachtung.»Lieber nackt sein und dafür die Wahl haben.«»Man bezahlt mich fürs Vögeln und fürs Kämpfen.Damit ich mich auch noch entblättere, müssen sie was drauflegen.«Ich verstand den Unterschied nicht, und das sagte ich ihr.Sie schnaubte.»Weil du ein Werwolf bist.Jeder weiß, dass Wölfe keine Moral haben.«Ich hob die Brauen.»Was ist denn moralisch daran, für Geld zu kämpfen und zu vögeln?«»Vielleicht nicht viel, aber es gibt Grenzen, die einige von uns nicht überschreiten.Werwölfe kennen offenbar keine Grenzen.«»Was hast du gesagt? Wie viel Erfahrung hast du denn mit Werwölfen?«Sie wandte den Blick ab und murmelte vor sich hin.»Keine.«Ich schnaubte.»Werwölfe beurteilen Personen nach ihren Taten, sie haben keine Vorurteile.Das ist das Gute an ihnen.« Ich zog mein Höschen aus und warf es zu meinen restlichen Klamotten.»Ich bin auf Erkundungstour.«Keine der Frauen sagte etwas oder bot an, mich zu begleiten, wofür ich äußerst dankbar war.Ich wollte nicht nur das Haus und das Gelände erkunden, sondern auch nach einem gewissen Hengst suchen.Und vielleicht sogar ein bisschen auf ihm reiten.Das Haupthaus schien in Wirklichkeit deutlich größer zu sein, als die Pläne hatten vermuten lassen, und ganz wie Dia gesagt hatte, gab es überall Kameras.Wenn in den Fluren nachts nicht das Licht ausgeschaltet wurde, war es so gut wie unmöglich, sich hier unbemerkt zu bewegen.Nachdem ich die frei zugänglichen Räumlichkeiten erkundet hatte, sah ich auf meine Armbanduhr und stellte erleichtert fest, dass ich noch zwei Stunden Zeit hatte, bevor ich zurück sein musste.Ich fand eine Tür, die nach draußen führte, und folgte dem weißen Kiesweg zu der Weide, auf der sich die Stallungen und die Pferde befanden.Ein paar Frauen ritten, einige von ihnen nackt, andere nicht.Männer in dunklen Uniformen hingen am Zaun, pfiffen den Frauen anerkennend hinterher und riefen ihnen anzügliche Bemerkungen zu.Als ob wir das erregend fänden.Manche Männer wurden einfach nie erwachsen.Ein Mann mit faltigem, wettergegerbtem Gesicht, der mindestens achtzig sein musste, trat aus dem Stall, als ich auf ihn zulief.»Willst du reiten?«Ich nickte, blickte an ihm vorbei und suchte in der Dämmerung nach Kade.Ich konnte ihn nicht gleich entdecken, aber der Stall war riesig, und er konnte überall sein.»Kennst du die Regeln?«Ich nickte wieder.»Wir dürfen überall reiten, oder?«»Wenn du deine halbe Stunde für die Kerle in der vorderen Koppel abgeleistet hast, kannst du dich überall auf dem Anwesen frei bewegen.Innerhalb der Grenzen natürlich.«Wenn wir im Wald verschwanden, machten wir uns also nicht verdächtig.Hervorragend.»Dürfen wir zumindest eine Satteldecke benutzen? Meine Intimzone steht nicht so auf Pferdehaare.« Das wusste ich aus Erfahrung.Er lachte kurz auf.»Das stimmt, Mädchen.« Er griff hinter die Tür und reichte mir eine Decke, Gurt und Halfter.»Such dir einen von den Jungs aus.«Ich hob die Brauen.»Sind das alles Hengste?«»Die meisten.Manchmal bringt der Chef eine rossige Stute mit, nur um die Jungs kämpfen zu sehen.«»Das ist gemein.«Er zuckte mit den Schultern.»Das ist Natur pur.«Oder purer Wahnsinn.»Danke.«Er nickte.»Denk nur daran, dass wir keine Verantwortung übernehmen, wenn du dich verletzt.«»Hat sich irgendwann schon einmal eine verletzt?«»Ja.«»Was ist mit ihr passiert?«Er zuckte erneut mit den Schultern.»Interessiert mich nicht.«Starr vermutlich auch nicht.Zumindest nicht, nachdem er sich des Problems auf eher unkonventionelle Weise entledigt hatte, indem er sie beispielsweise beerdigte.Tote waren schweigsam.Abgesehen von Vampiren natürlich.Und Starr gehörte zu der Sorte, die erst den Pflock hineinstieß und anschließend Fragen stellte.Ich hing mir Decke und Gurt über die Schulter und trat in den dämmerigen Stall.Nach sorgfältiger Prüfung der Decke war ich mir sicher, dass hier offenbar weder Kameras noch Mikrofone installiert waren.Vielleicht nahmen sie an, dass hier im Stall nichts Interessantes passierte, und hatten deshalb darauf verzichtet.Dafür war ich überaus dankbar.Hier konnte ich mich nach Dienstschluss verstecken, ohne Angst haben zu müssen, dass man mich entdeckte.Es roch intensiv nach Pferden, Heu und Dung.Als ich den Gang hinunterlief, wandten mir die Pferde ihre Köpfe zu.Die dunklen Augen glänzten im Dämmerlicht.Sie waren alle groß und kräftig, die meisten von ihnen kastanienfarben oder braun.Alle reagierten ängstlich auf meine Anwesenheit, schnauften oder wichen zurück.Pferde und Werwölfe waren keine gute Kombination.Kade, ein wundervoller, mahagonifarbener Hengst, stand am anderen Ende des Stalls.»He, großer Junge«, sagte ich für den Stallburschen, der die gegenüberliegende Box ausmistete.»Hast du Lust auf einen Ritt?«Kade stampfte mit dem Huf auf und schnaubte, wobei seine samtbraunen Augen mich erwartungsvoll anstrahlten.Ich grinste und öffnete die Stalltür, ohne sie wieder zu schließen, denn Kade würde nicht weglaufen.Ich schob das Halfter über Maul und Ohren und warf die Zügel über seinen Kopf, dann legte ich die Decke auf seinen Rücken.Als ich mich hinunterbeugte, um den Gurt zu schließen, bemerkte ich seine Erektion.»Da freut sich aber jemand, mich zu sehen«, murmelte ich und kassierte dafür einen Stüber.Ich lachte und zog mich auf seinen Rücken hoch.Kade lief los, bevor ich überhaupt richtig saß, trabte den Gang hinunter und verfiel in Galopp, kaum dass wir die Koppel erreicht hatten [ Pobierz całość w formacie PDF ]