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.Ich wachte morgens auf, öffnete die Augen, und wenn ich in die Sonne blinzelte, erkannte ich, dass ich wach war, eine Frau in einem Bett, eine Ehefrau.Das da war mein Fuß, der den Fuß meines Ehemanns berührte.Ich reinigte meine Zähne mit Zahnseide und sah eine Ehefrau, die ihre Zähne mit Zahnseide reinigte.In der Küche wünschte ich Peter einen guten Morgen, und er ließ sich über die Vorzüge von Vollkorn-Zerealien gegenüber gezuckerten Weizen-Zerealien und über die um sich greifende Fettsucht und Mais-Sirup aus, und ich sah, wie ich reagierte, wie ich nickte, zustimmte, Milch über Vollkorn-Zerealien goss und wünschte, sie wären mit Mais-Sirup getränkt.Er sagte etwas Lustiges, und ich sagte etwas Lustiges.Es war nicht dasselbe, wie mit Elliot zu kochen.Das hier war nur ein oberflächliches Geplänkel.Ein scherzhafter Schlagabtausch.War das das Wesen der Ehe? Ein Schlagabtausch?Das Foto, das Vivian mir geschenkt hatte, lag ganz oben in meinem Schrank.Ich hatte Schuldgefühle, weil ich es versteckte, Schuldgefühle, weil ich es überhaupt besaß.Und doch konnte ich nicht anders, als es von Zeit zu Zeit herunterzuholen und zu betrachten, und dann dachte ich daran, wie Vivian zu mir gesagt hatte, dass meine Mutter über mich wache.Aber was sollte ich ihrer Meinung nach tun? Was erwartete sie von mir? Ich wusste es nicht.Ich hatte beschlossen, das Thema Golf Peter gegenüber nicht zu erwähnen, denn ich hoffte, dass er das mit der Einladung nur gesagt hatte, um mich zu verunsichern.Doch eines Morgens, als ich mir in der Küche gerade Kaffee einschenkte, erschien Peter in Shorts und Polohemd und alten zweifarbigen Golfschuhen, deren Spikes einen Heidenlärm auf den Dielen machten.»Du gehst Golf spielen?« Ich ließ kalorienreduzierte Sahne in meinen Kaffee tröpfeln.»Ja – mit Hull.Das hab ich doch gesagt.«»Ich dachte nicht, dass es dir ernst wäre damit.« Ich sah eine Ehefrau, die ihren Kaffee umrührte.»Warum sollte es mir nicht ernst sein damit? Hast du meine Uhr gesehen?« Peter war ein hoffnungsloser Fall, wenn es galt, Dinge zu finden.In diesem Moment stand er, die Arme in die Seiten gestemmt, mitten im Raum und ließ mit ratloser Miene den Blick in die Runde wandern.»Schau auf dem Nachttisch nach«, riet ich ihm, und er machte sich auf den Weg zum Schlafzimmer.»Wo hast du denn die Golfschuhe her?«, rief ich ihm nach.»Die sehen ja geradezu antik aus.«»Hab ich mir von meinem Vater geborgt.« Er kam ohne Uhr zurück.»Auf dem Nachttisch war nichts.Glaubst du, sie ist einfach so verschwunden?«»Nein.Was ist denn mit deinen Golfschuhen?«»Ich wollte am siebzehnten Loch einen Ball aus dem Teich schlagen, doch ich bin ins Stolpern geraten und stand plötzlich bis über die Knöchel im Wasser.Danach waren die Schuhe nicht mehr zu gebrauchen.«»Oh.«»Halb so schlimm.Ich hab das Loch innerhalb des Pars gespielt.« Er hängte sich seine Golftasche über die Schulter.»Ich lass das mit der Uhr jetzt.Sag mir Bescheid, wenn du sie gefunden hast.« Womit er meinte: Suchst du sie bitte für mich?»Viel Spaß«, wünschte ich ihm.»Den werde ich haben.« Seine Lippen streiften meine Wange.Den werde ich haben.War es das, worauf eine Ehe basierte? Flüchtige Liebesbezeugungen? Freundliche Gesten, die durch Häufigkeit und Verlässlichkeit die Leere ausglichen? Plötzlich hörte ich wieder die Stimme von Elliots Mutter: »Die Ehe ist ein Unding.« Hatten langjährige Paare nicht aus ebenjenen Freundlichkeiten die Kraft geschöpft, in dieser unfreundlichen Welt zu überleben? Erhielten diese kleinen Freundlichkeiten – wie die liebevollen Kabbeleien zwischen Dr.und Mrs.Fogelman – die Menschen am Leben? Vielleicht erwarteten die Leute heutzutage zu viel von der Liebe, waren zu sehr auf eine romantische Vision davon fixiert.Ich wuchs in einer Art Wirtschaftskrise der Liebe auf.Ich verlangte nicht mehr, als ich bekam.Sollten wir nicht alle zufriedener sein? Warum so gierig? Warum wollte ich unbedingt mit Elliot Hull zusammen sein? Warum musste ich ständig an ihn denken? Während ich mein Leben lebte, während ich mich dabei beobachtete, wie ich mein Leben lebte, fragte ich mich alle naselang, wie es in diesem oder jenem Moment mit Elliot wäre.Hatte ich nicht genug? Hatte ich nicht mehr, als man verlangen durfte? Ich dachte: Was, wenn ich jetzt mit Elliot zusammen wäre? Dann müsste ich nicht so viel darüber nachdenken.Dann könnte ich aufhören, wie eine Wissenschaftlerin mich selbst als wissenschaftliches Objekt zu studieren.Auf dem Heimweg von der Arbeit malte ich mir aus, wie Elliot und Peter mit einem weißen Wagen über den Golfplatz holperten, wie sie ihre Schläger schwangen und auf den Grüns putteten.Hatte Elliot wirklich seit der Highschool nicht mehr gespielt? Machte er sich da draußen zum Narren? Spielte Peter sich auf? Er war ein exzellenter Golfer.Einmal hatte er bei einem Amateur-Turnier zusammen mit einem Freund aus dem College fünftausend Dollar gewonnen.Wahrscheinlich würden sie hauptsächlich über das Wochenende reden.Peter hatte sicher die Sprache auf meine Rolle als Elliots erfundene Ehefrau gebracht, würde in scherzhafter Form auf die ehelichen Pflichten oder Ähnliches anspielen.Wenn Eila recht hatte und man das Leben nicht im Griff behalten konnte, dann würde ich Peter nicht auf das Spiel ansprechen und Elliot nicht deswegen anrufen.Ich würde es einfach auf sich beruhen lassen [ Pobierz całość w formacie PDF ]