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.Steuererhöhungen seien schwer durchzusetzen, sagen Sie.Gewiß.Das ist immer so.Eine Regierung kann Ihre Arbeit nur tun, indem sie in der einen oder anderen Form den Reichtum der Bevölkerung abschöpft.Es gibt nur zwei Möglichkeiten, an die nötigen Mittel zu kommen, erstens, man beraubt einen Nachbarn, oder zweitens, man bringt die eigenen Bürger dazu, die Credits aus freien Stücken und ohne Widerstand herauszurücken.Seit sich die Welten zu einem Galaktischen Imperium zusammengeschlossen haben, das seit Jahrtausenden halbwegs seinen Zweck erfüllt, gibt es keine Nachbarn mehr, die man berauben könnte, bestenfalls darf man gelegentlich eine Rebellion niederschlagen.Das geschieht freilich nicht oft genug, als daß eine Regierung davon bestehen könnte – andernfalls wäre die Regierung ohnehin viel zu instabil, um lange zu halten.«Seldon holte tief Atem und fuhr fort.»Folglich muß man sich seine Credits beschaffen, indem man von den Bürgern verlangt, einen Teil ihres Vermögens abzutreten.Wenn die Regierung damit sinnvoll arbeitet, haben die Bürger ihre Credits vermutlich besser angelegt, als wenn sie sie – jeder für sich – gehortet, dabei aber in einer Anarchie ohne feste Ordnung in ständiger Gefahr gelebt hätten.Obwohl es sich also um ein vernünftiges Ansinnen handelt und die Bürgerschaft gut beraten ist, mit ihren Steuern die Erhaltung einer stabilen und leistungsfähigen Regierung zu gewährleisten, sind die Menschen doch nur widerwillig dazu bereit.Um diesen Widerwillen zu überwinden, müssen Regierungen den Anschein erwecken, als zwackten sie ihren Bürgern nicht übertrieben viele Credits ab und nähmen dabei auch noch Rücksicht auf das Wohl und die Rechte des einzelnen.Mit anderen Worten, sie müssen den Steuersatz bei niedrigen Einkommen senken; sie müssen vor Schätzung der Steuerschuld verschiedene Abschreibungen zulassen und so weiter.Im Laufe der Zeit wird das Steuersystem notgedrungen immer komplizierter, weil verschiedene Welten, verschiedene Bezirke auf den einzelnen Welten und verschiedene Wirtschaftszweige eine Sonderbehandlung fordern und auch erhalten.Die Folge ist, daß der Teil der Regierung, der mit dem Eintreiben von Steuern befaßt ist, immer größer und komplexer wird und zunehmend außer Kontrolle gerät.Der Durchschnittsbürger versteht nicht mehr, warum oder wie hoch er besteuert wird; womit er durchkommt und womit nicht.Oft tappen auch die Regierung und die Steuerbehörde selbst im dunkeln.Mehr noch, ein wachsender Anteil der so beschafften Mittel muß zwangsläufig für die Verwaltung der überdimensionierten Steuerbehörde verwendet werden – umfangreiches Berichtswesen.Verfolgung von Steuerhinterziehern – wodurch die für gute und nützliche Zwecke zur Verfügung stehende Credit-Menge unweigerlich verringert wird.Irgendwann wird die Situation unerträglich.Die allgemeine Unzufriedenheit steigert sich zur Rebellion.In den Geschichtsbüchern wird dies immer gern gierigen Geschäftsleuten, korrupten Politikern, brutalen Kriegsherren und ehrgeizigen Vizekönigen angelastet – aber das sind nur Einzelpersonen, die sich die Auswüchse im Steuerwesen zunutze machen.«»Wollen Sie damit sagen, unser Steuersystem sei übermäßig kompliziert?« fragte der General zornig.»Es wäre, soweit mir bekannt, das erste in der Geschichte, dem man das nicht nachsagen könnte«, gab Seldon zurück.»Wenn es eine Entwicklung gibt, die die Psychohistorik als unvermeidlich bezeichnet, so sind es Auswüchse im Steuerwesen.«»Und was kann man dagegen tun?«»Das kann ich ihnen nicht sagen.Aus diesem Grund würde ich ja gern besagte Analyse erstellen, was aber – wie bereits bemerkt – eine Weile dauern könnte.«»Reden wir nicht von Ihrer Analyse.Das Steuersystem ist zu kompliziert, nicht wahr? Das wollten Sie doch sagen?«»Zumindest ist es möglich«, bestätigte Seldon vorsichtig.»Und um das zu korrigieren, muß man es vereinfachen – es so einfach machen wie nur irgend möglich.«»Dazu müßte ich eingehende…«»Unsinn! Das Gegenteil von kompliziert ist einfach.Dazu brauche ich keine Analyse.«»Wie Sie meinen, General«, sagte Seldon.An dieser Stelle blickte der General jäh auf, als habe man ihn gerufen – was auch tatsächlich der Fall war.Er ballte die Fäuste, und plötzlich standen Hologramme von Oberst Linn und Dors Venabili mitten im Raum.Seldon war wie vom Donner gerührt.»Dors!« rief er.»Was willst du denn hier?«Der General sagte nichts, aber seine Stirn legte sich in tiefe Falten.17Der General verbrachte eine unruhige Nacht, und der besorgte Oberst nicht minder.Nun standen sie sich – gleichermaßen ratlos – gegenüber.»Ich möchte noch einmal hören«, verlangte der General, »was diese Frau getan hat.«Linn ließ die Schultern hängen, als trüge er eine schwere Last.»Das Tigerweib.So wird sie genannt.Irgendwie kommt sie mir nicht ganz menschlich vor.Eine unglaublich übertrainierte Athletin, strotzend vor Selbstvertrauen und, General, geradezu furchteinflößend.«»Sie hat Ihnen Angst eingejagt? Eine einzelne Frau?«»Ich werde Ihnen nun eine genaue Beschreibung der gestrigen Vorfälle geben, und dann werde ich Ihnen noch einiges andere über sie erzählen.Ich weiß nicht, inwieweit alles der Wahrheit entspricht, was an Anekdoten über sie im Umlauf ist, aber was gestern abend passierte, stimmt jedenfalls genau.«Linn wiederholte seinen Bericht, der General hörte aufmerksam zu und blies dabei die Backen auf.»Schlimm«, sagte er.»Was machen wir jetzt?«»Ich finde, der Weg ist klar vorgezeichnet.Wir wollen die Psychohistorik…«»Ganz recht«, pflichtete der General bei.»Seldon hat einige Ausführungen über das Steuerwesen gemacht, die… Aber lassen wir das.Es gehört im Moment nicht zur Sache.Weiter.«Linn hatte sich eine Spur von Ungeduld anmerken lassen, ein Zeichen dafür, wie verstört er war.Nun fuhr er fort: »Wie gesagt, wir wollen die Psychohistorik, aber ohne Seldon.Der Mann ist ohnehin am Ende.Je mehr ich mich mit ihm beschäftige, desto deutlicher erweist er sich als alternder Gelehrter, der von vergangenen Ruhmestaten zehrt.Er hatte fast dreißig Jahre Zeit, die Psychohistorik zum Erfolg zu führen, und es ist ihm nicht gelungen.Ohne ihn, mit neuen Männern am Ruder, könnte die Wissenschaft raschere Fortschritte machen.«»Ganz Ihrer Meinung.Und was fangen wir mit der Frau an?«»Das ist ein Problem.Wir haben sie bisher nicht berücksichtigt, weil sie sich betont im Hintergrund gehalten hat.Unterdessen befürchte ich freilich sehr, daß es, solange sie am Leben ist, schwierig, ja fast unmöglich sein wird, Seldon zu beseitigen, ohne Aufsehen zu erregen und ohne die Regierung mit hineinzuziehen.«»Sie glauben wirklich, sie könnte Sie und mich in Stücke reißen – nur weil sie glaubt, wir hätten ihrem teuren Gatten etwas angetan?« Der General kräuselte verächtlich die Lippen.»Zuzutrauen wäre es ihr, und obendrein wird sie eine Rebellion anzetteln [ Pobierz całość w formacie PDF ]