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.Also nahmen wir direkt vor unserer Haustür den Pferdeomnibus.«Das macht nichts», sagte José Dias.«Wir können ja am Eingang zum Passeio Público22 wieder aussteigen.»24Mutter und DienerJosé Dias behandelte mich mit der Fürsorglichkeit einer Mutter und der Zuvorkommenheit eines Dieners.Als ich anfing, hinaus auf die Straße zu gehen, erwirkte er, dass ich keinen Pagen mehr brauchte; er machte sich selbst zum Pagen und begleitete mich überallhin.Er wachte über meine häusliche Ordnung, über meine Bücher, meine Schuhe, meine Hygiene und meine Sprache.Als ich acht Jahre alt war, hatten meine Pluralformen nicht immer die richtigen Endungen, und das korrigierte er, einesteils ernsthaft, um seiner Belehrung Nachdruck zu verleihen, andernteils scherzhaft, damit ich ihm das Verbessern nicht übelnahm.Auf diese Weise unterstützte er den Lehrer der ersten Stunde.Später, als Pater Cabral mich Latein, die Heilige Schrift und Geschichte lehrte, wohnte er dem Unterricht bei, trug geistliche Reflexionen vor und fragte am Ende den Pater: «Finden Sie nicht, dass unser junger Freund schnell vorankommt?» Er nannte mich einen «Wunderknaben», erzählte meiner Mutter, er habe früher sehr intelligente Knaben kennengelernt, ich aber überträfe sie alle und verfügte außerdem für mein Alter bereits über ein solides moralisches Empfinden.Und obgleich ich den Wert dieses anderen Lobes nicht ganz einschätzen konnte, gefiel es mir doch; schließlich war es ein Lob.25Im Passeio PúblicoWir betraten den Passeio Público.Ein paar alte, kränkliche oder einfach nur müßiggängerische Figuren bevölkerten auf melancholische Weise den Weg zwischen Eingangsportal und Uferterrasse.Wir gingen in Richtung Terrasse.Während wir einherschritten, sprach ich, um mir Mut zu machen, über den Park: «Ich war lange nicht hier, vielleicht sogar ein ganzes Jahr.»«Verzeih mir», unterbrach er mich, «es ist noch keine drei Monate her, dass du mit unserem Nachbarn Pádua hier warst, erinnerst du dich nicht mehr daran?»«Das ist richtig, aber das war nur ganz kurz…»«Er bat deine Mutter, dich mitnehmen zu dürfen, und sie, die gütig ist wie die Muttergottes, erlaubte es.Aber da wir schon darauf zu sprechen kommen, will ich dir eines sagen: Es ist nicht schicklich, wenn du dich mit Pádua auf der Straße zeigst.»«Aber ich war doch schon ein paar Mal mit ihm…»«Als du jünger warst; als Kind war das etwas anderes, da konnte man ihn für deinen Diener halten.Aber du wirst jetzt erwachsen, und er wird immer vertrauensseliger.Das kann Dona Glória wirklich nicht recht sein.Nicht, dass die Páduas gänzlich schlecht wären.Capitu ist trotz dieser teuflischen Augen, die Gott ihr gegeben hat… Hast du ihre Augen schon einmal bemerkt? Es sind die einer listigen, hinterhältigen Zigeunerin.Nun ja, trotzdem könnte man sie noch durchgehen lassen, wären da nicht diese Eitelkeit und diese Anbiederung.Oh, wie sie sich anbiedert! Dona Fortunata verdient Ehrerbietung, und bei ihm bestreite ich auch nicht, dass er ein aufrechter Mensch ist; er hat einen guten Posten und besitzt das Haus, in dem er wohnt, aber Aufrichtigkeit und Ehrerbietung genügen nicht, seine guten Eigenschaften verlieren durch den schlechten Umgang, den er pflegt, an Wert.Pádua hat eine Schwäche für den Pöbel.Er ist in der Familie derjenige, der etwas Ordinäres an sich hat.Ich sage dies nicht aus persönlicher Abneigung und auch nicht, weil er schlecht über mich spricht oder mich vor ein paar Tagen wegen meiner abgelaufenen Schuhe ausgelacht hat.»«Verzeihen Sie», unterbrach ich ihn und blieb stehen, «ich habe ihn nie schlecht über Sie reden hören, ganz im Gegenteil, einmal, es ist noch nicht lange her, sagte er in meiner Anwesenheit zu jemandem, Sie seien ein ‹äußerst fähiger Mensch, der reden kann wie ein Parlamentsabgeordneter›.»José Dias lächelte verzückt, riss sich jedoch sofort zusammen und machte ein verschlossenes Gesicht.Dann erwiderte er: «Dafür bedanke ich mich nicht.Andere Menschen von edlerem Blute waren bereits so gütig, eine hohe Meinung von mir zu haben.Das ändert nichts daran, dass er ist, wie ich gesagt habe.»Wir waren weitergegangen und zur Uferterrasse hochgestiegen, nun blickten wir auf das Meer.«Ich sehe, dass Sie nur mein Wohl im Auge haben», sagte ich nach einer Weile.«Aber selbstverständlich, Bentinho!»«In diesem Falle bitte ich Sie um einen Gefallen.»«Um einen Gefallen? Sprich, befiehl mir, was ist es?»«Mama…»Eine Weile lang konnte ich nicht weiterreden, obwohl es nicht viel zu sagen gab und ich es auswendig konnte.José Dias fragte erneut, was es sei, schüttelte mich sanft, hob mein Kinn und sah mir in die Augen, nunmehr ebenfalls ängstlich, wie am Vortag Base Justina.«Mama? Was ist mit Mama?»«Mama will, dass ich Priester werde, aber ich kann nicht Priester werden», sagte ich schließlich.José Dias schrak auf.«Ich kann nicht», fuhr ich fort, nicht weniger erschrocken als er, «ich eigne mich nicht dazu; ein Leben als Priester ist einfach nichts für mich.Ich tue alles, was sie will; Mama weiß, dass ich alles tue, was sie mir sagt.Ich bin auch bereit, das zu werden, was sie gern möchte, sogar Omnibuskutscher.Nur Priester nicht; Priester kann ich nicht werden.Das ist ein schöner Beruf, aber nichts für mich.»Diese ganze Rede kam nicht so flüssig, zusammenhängend und entschieden aus meinem Munde, wie das Geschriebene vielleicht vermuten lässt, sondern bruchstückhaft, stotternd und mit dumpfer, verängstigter Stimme.Dennoch hatte José Dias mir völlig perplex zugehört.Er hatte offensichtlich nicht mit dem leisesten Widerstand meinerseits gerechnet.Was ihn jedoch am meisten in Erstaunen versetzte, war mein Schlusssatz: «Ich rechne damit, dass Sie mich retten.»Die Augen unseres Hausfreundes weiteten sich, seine Brauen wölbten sich, und das Vergnügen, das ich ihm mit der Wahl zu meinem Beschützer zu bereiten geglaubt hatte, zeigte sich in keinem Muskel [ Pobierz całość w formacie PDF ]