[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Seine Mutter hatte ihm kleine Flaggen aus Papier für eine Sandburg gekauft – vor seinem geistigen Auge sah er einen roten Löwen auf gelbem Grund.Und sein Vater trug einen billigen Anzug am Strand, die Hosenbeine aufgerollt, so dass seine blassen, behaarten schottischen Waden zu sehen waren.Es war in jeder Beziehung eine arme Kindheit gewesen.Sie gehörte in ein Museum.Es wäre nicht so interessant wie das Museum der Königlichen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf der Promenade, in dem Geschichten von Heldenmut und von Katastrophen erzählt wurden, die Jackson auf unangenehme Weise die Kehle zuschnürten.Wir müssen hinaus, aber wir müssen nicht zurückkommen, das Motto der US-Küstenwache, die Losung aller Rettungskräfte.Aufopferung war wie Stoizismus kein modisches Wort.Jackson steckte einen Zwanzig-Pfund-Schein in das Miniaturrettungsboot, das als Sammelbüchse neben der Tür stand.Er spazierte weiter, an Geschäften vorbei, in denen Muscheln verkauft wurden, an Läden, die sich ganz Vampiren (ihnen war nicht zu entkommen) widmeten, Jett, Duftkerzen, von deren Geruch ihm schlecht wurde, oder endlose billige und scheußliche Souvenirs verhökerten.Er überquerte die Brücke in die Altstadt und stattete dem Captain Cook Memorial Museum einen Besuch ab, um dem großen Seefahrer Tribut zu zollen.Danach kaufte er in Justin’s Fudge Shop Karamellen, bemerkte ein zum Verkauf stehendes Haus in der Henrietta Street, doch er sah, dass sich die gesamte Straße absenkte und die Heringsräucherkammer am Ende auf ganz falsche Weise Atmosphäre verbreiten wollte.Es wimmelte nur so vor Besuchern.Pfingstwochenende.Er ging die 199 Stufen zur Abtei hinauf und freute sich, dass er so fit war.Überall auf der Treppe keuchten und schnauften die Leute.Nie zuvor hatte er so viele dicke Menschen zur selben Zeit am selben Ort gesehen.Er fragte sich, was ein Besucher aus der Vergangenheit davon halten würde.Früher waren die Armen dünn und die Reichen dick gewesen, jetzt schien es umgekehrt zu sein.Er band den Hund draußen an, ehe er in die St.Mary’s Church ging.Er setzte sich auf eine Kirchenbank, die in alter Schrift mit Nur für Auswärtige beschriftet war.Es schien ihm angemessen.Inzwischen war er immer der Fremde in der Stadt.Er betrachtete das Innere der von Schiffzimmermännern erbauten Kirche.Außer ihm war nur noch ein junges – sehr junges – Gruftipaar da, schwarze Kleidung, schwarzer Lippenstift und überall gepierct, das zwischen den Kirchenbänken rumalberte.Der Junge sagte etwas zu dem Mädchen, es kicherte.Vampirfreaks.Dann saß er eine Weile auf einer Bank des zur Kirche gehörenden Friedhofs.Die Grabsteine lehnten im Wind wie Bäume, die Namen von der salzigen Luft ausradiert.»Verwahrt in ihren Alabasterkammern«, flüsterte er dem Hund zu.Der Hund legte den Kopf schief, als bemühte er sich, die Worte zu verstehen.Möwen kabbelten sich rabaukenhaft.Die Sonne glitzerte auf dem Meer wie Diamanten.Jackson war alt genug, um zu wissen, dass es vorbei war, wenn man sich mit Klischees einließ.Er stand auf und sagte laut »Zeit zu gehen« zu den Toten unter seinen Füßen, doch die lammfromme Ostergesellschaft rührte sich nicht, nur der Hund folgte seinem Ruf.Er kehrte nicht über die 199 Stufen, sondern über die kopfsteingepflasterte Eselsstraße in die Stadt zurück und verputzte dabei den Rest der Karamellen.»Komm«, sagte er zum Hund.»Wir laufen um die Wette.«Er lief zum Strand.Jackson konnte sich nicht erinnern, wann er zum letzten Mal an einem Strand gelaufen war.Als sie Sandsend erreichten, erforschte der Hund die Gezeitentümpel, fand einen kleinen toten Tintenfisch, der wie ein benutztes Kondom aussah und mit dem er für eine Weile spielte, bis er sich auflöste.Dann vergnügte er sich ein paar Minuten lang mit einem großen brackigen Stück Seetang.Jackson saß auf einem Felsen und schaute zum Horizont.Was war dort drüben? Holland? Deutschland? Der Rand der Welt? Warum hatte jemand versucht, den Mord an Carol Braithwaite zu vertuschen? Und inwiefern war das relevant, wenn überhaupt, für Hope McMaster? Und weitere Fragen, auf die er die Antwort nicht wusste, ja, je mehr Fragen er stellte, umso mehr wurden es.Mit einer einzigen Frage hatte es begonnen, Ich frage mich, ob Sie etwas über meine biologischen Eltern herausfinden können?, und von da an hatten sie sich rasant vermehrt.Eine Zeitlang drillte er seinen neuen Rekruten – sitz, bleib, Fuß, hier.Der Hund war ziemlich gut.Bei sitz setzte er sich, als hätte man ihm den Boden unter den Hinterläufen weggezogen.Wenn Jackson bleib sagte und davonging, dann schien der Hund festgeklebt am Sand, sein ganzer Körper zitterte vor Anstrengung, nicht hinter Jackson herzurennen.Und als Jackson ein Stück Treibholz fand und es über seinen Kopf hielt, stellte sich der Hund nicht nur auf die Hinterbeine, sondern machte auch noch ein paar Schritte.Was käme als Nächstes? Sprechen?Ein älterer Mann in Gesellschaft eines ebenfalls älteren Labradors ging an ihnen vorbei.Er tippte sich an die Kappe und sagte: »Du solltest im Zirkus auftreten, Junge.« Jackson war nicht sicher, ob er ihn oder den Hund gemeint hatte.Oder beide.Jackson und der erstaunliche sprechende Hund.Der Hund und Jackson spielten eine Weile Werfen und Bringen, bis der Hund bedauerlicherweise unbekümmert einen seiner antisozialen braunen Haufen in den Sand setzte und der beschämte Jackson das Treibholz als Schaufelersatz benutzen musste, um ihn zu vergraben.Die Plastiktüten waren ihm mit dem Auto gestohlen worden.Es schien der richtige Augenblick, um kehrtzumachen und davonzulaufen.Er kaufte Fish and Chips – Seelennahrung des Nordens –, setzte sich auf eine Bank am Pier und sah zu, wie die Flut kam.Den Fisch teilte er mit dem Hund, hielt die Stücke in die Luft, um sie abkühlen zu lassen, bevor er sie weitergab, so wie er es einst für Marlee getan hatte.Das Wasser stieg, das Meer kroch den Strand herauf.Weiter weg hatten die Wellen mehr Kraft, krachten gegen die Stützen des Piers.Es wurde dunkel, und mit der Dunkelheit kam die Kälte, die Wärme des Nachmittags war nur noch eine Erinnerung [ Pobierz całość w formacie PDF ]