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.Tomacello, der niemals etwas von der Liebe des Markgrafen zu seiner Gattin gehört hatte und auch sonst seine Freigebigkeit, Menschenfreundlichkeit, Höflichkeit und Leutseligkeit sowie andere seltene Eigenschaften, die er besaß, hatte rühmen hören, beschloß, obgleich er ihn nicht näher kannte, ihn zu besuchen und ihn zu bewegen, daß er ihn in diesem Rechtsstreite unterstütze.Nachdem er diesen Entschluß einmal gefaßt hatte, verschob er seine Ausführung nicht, sondern bestieg am folgenden Morgen gleich nach dem Frühstück ein Maultier und begab sich in das Haus des Markgrafen, der bei Seggio Capuano wohnte.Er stieg gerade zu der Zeit bei ihm ab, als auch Ventimiglia seine Mahlzeit beendigt hatte und eben noch mit einigen Edelleuten, seinen Freunden, die bei ihm gespeist hatten, am Tische saß und sich unterhielt.In den Saal eingeführt, bezeugte Tomacello dem Markgrafen seine schuldige Ehrerbietung, und sobald dieser freundliche und äußerst liebreiche Mann den Herrn Giovanni Tomacello eintreten sah, stand er auf, ging auf ihn zu, empfing ihn mit anmutiger Höflichkeit und fragte ihn, was er mache.»Ich komme,« antwortete Tomacello, »um mit dir unter vier Augen über Geschäfte zu sprechen.«Als der Markgraf dies hörte, wunderte er sich sehr, nahm ihn bei der Hand und führte ihn in einen sehr schönen Garten, wo sie auf und ab gingen und sich der Schönheit des Baumgutes freuten, das voll war von Pomeranzen, Zitronen, Zedern und andern fruchtbaren Bäumen nebst tausendfacher Abwechselung von holden und duftigen Blumen; darauf setzten sie sich in eine kleine, vor der Sonne geschützte Laube.Als sie sich dort niedergelassen hatten, begann Tomacello also zu sprechen: »Wiewohl ich früher, erlauchter Herr Markgraf, keine Freundschaft noch Bekanntschaft mit dir gehabt habe, noch mir Gelegenheit geworden ist, dir irgendeinen Dienst zu tun, um dessenwillen ich wagen dürfte, dich um deinen Schutz und deine Verwendung in einer mir sehr wichtigen Angelegenheit anzugehen, so hat mir doch der Name, den du dir in diesem Königreiche allgemein als der höflichste Mann, der nie einem Bittenden ein Gesuch abzuschlagen weiß, erworben hast, den Mut gegeben, daß ich, vielleicht, ohne von dir gekannt zu sein, zu dir komme und dich um die Gunst anflehe, ein paar gute Worte für mich einzulegen.Ich bin Giovanni Tomacello, ein Edelmann dieser Stadt, mit dem neulich einige meiner Verwandten oder vielmehr tödliche Feinde einen Prozeß angefangen haben, infolgedessen sie mir, wenn sie durchdrängen, mehr als die Hälfte meines väterlichen Erbes entreißen würden.Ich habe meine Papiere vorgebracht, und meine Rechtsfreunde sagen mir, daß, wie verworren auch die Sache, das Recht doch entschieden auf meiner Seite sei.Trotzdem bestehen meine Gegner darauf, indem sie auf die Gunst bauen, deren sie sich im hohen Rate erfreuen, daß die streitigen Güter den Gerichten zur Verwaltung übergeben werden, und suchen die Sache in die Länge zu ziehen unter dem Vorgeben, noch andere Papiere wieder vorsuchen zu wollen.Müßte ich die Hälfte meiner Güter verwalten lassen, so würde mich das zugrunde richten; da ich schon viele Jahre im Besitze bin, so möchte ich auch darin verbleiben und machen, daß der Prozeß bald geschlichtet würde.Das aber kann ich ohne deine Verwendung nicht erlangen.Darum bitte ich dich untertänig, da du, wie es heißt, jedem nach deinem Vermögen dienstwillig bist, für mich nicht karg mit Worten zu sein.Wenn ich durch deine Vermittelung einen Spruch zu meinen Gunsten erhalte, wie ich hoffe und wie die Gerechtigkeit fordert, so bin ich dir auf ewig verbunden für Vermögen, Leben und Ehre.Überdies werde ich mich einigermaßen so benehmen, daß du erkennen sollst, du habest deine Worte nicht für einen Undankbaren hingegeben.Ich wünsche auch nichts als durch deine Vermittelung Gerechtigkeit zu erlangen, so bald als möglich.«Hier schwieg Tomacello, worauf der Markgraf mit heiterem Gesichte Tomacello folgendermaßen antwortete: »Ich wünschte wohl, mein Herr, du bedürftest meiner Hilfe nicht, um die du mich ersuchst, nicht etwa deshalb, weil ich abgeneigt wäre, für dich in deinem Rechtsstreite zu tun, was in meinen Kräften steht, – ich werde es vielmehr herzlich gerne tun; vielmehr weil ich wünschte, daß deine Angelegenheiten in dem befriedigenden Zustande wären, den du selber verlangen magst.Ich danke dir und bin dir verbunden für das Lob, das du mir spendest; und wenn auch alle die guten Eigenschaften, die man mir beilegt, mir nicht zukommen, so freut es mich doch, in einem so guten Rufe zu stehen, und soviel an mir ist, werde ich bestrebt sein, daß meine Handlungen der über mich verbreiteten Meinung entsprechen [ Pobierz całość w formacie PDF ]