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.Dieses Gefühl war wunderbar.Und ich war verliebt in Cay.Er war der Mann in meinem Leben geworden, mit ihm wollte ich die Zukunft teilen.Weiterhin unternahmen wir regelmäßig Kurzreisen übers Wochenende.Cay fiel immer wieder ein lohnendes Reiseziel ein.Wir waren ständig unterwegs und pendelten zwischen den unterschiedlichsten Orten hin und her.Einmal flogen wir sogar für einen Kurzaufenthalt nach Mallorca, weil Cay angeblich wieder ein Supersonderangebot ausfindig gemacht hatte, das mir kein schlechtes Gewissen wegen der Kosten machte.Für mich waren all diese Reisen etwas Neues, sie waren aufregend und brachten mich aus meinem gewohnten Umfeld heraus.Dabei konnte ich mir längst vorstellen, mich in Zukunft nicht nur an den Wochenenden auf etwas Neues und anderes einzulassen.Ich wollte immer mit Cay zusammen sein, mit ihm leben.Vielleicht, so dachte ich, sollten wir es auf einen Versuch ankommen lassen.Und zu meiner Freude machte Cay sogar häufiger Andeutungen in Richtung Familienplanung.All seine Freunde hatten inzwischen Kinder bekommen, und er schien selbst nicht mehr abgeneigt, Vater zu werden.Richtig eindeutig war seine Position jedoch nicht, aber ich wollte ihn mit einer so essenziellen Frage nicht bedrängen und vermied das Thema.Eine derart wichtige Entscheidung musste einvernehmlich und mit Überzeugung getroffen werden.Bald hielten wir beide es nicht länger aus, immer nur zwei, drei Tage am Stück miteinander zu verbringen.Wir lebten eine Fernbeziehung mit der Sehnsucht nach Nähe.Immer wenn es am schönsten war, mussten wir uns voneinander trennen.Jedes Abschiednehmen schmerzte, der Sonntagnachmittag machte traurig, weil der Weg zum Bahnhof führte und uns mindestens zwei Wochen Wartezeit bis zum Wiedersehen bevorstanden.Weil Cay beruflich stark eingebunden war, machte es für ihn keinen Sinn, sich nach einem Job in Norddeutschland umzusehen.Es lag nah, dass ich zu ihm zog.Als ich meinen Eltern von meinen Zukunftsplänen erzählte, war meine Mutter strikt dagegen.So aufgebracht hatte ich sie selten erlebt.Ihrer Meinung nach machte ich einen großen Fehler.Ich sollte lieber in der Nähe bleiben, denn schließlich gehe die eigene Familie über alles.Nur hier sei ich richtig aufgehoben.Was ich überhaupt allein in der Fremde zu suchen habe, wollte sie wissen, meine Schwestern seien schließlich auch in der Nähe geblieben und glücklich dabei.Und was, wenn ich eines Tages ein Kind bekäme?, wollte sie wissen.Das könne ich doch allein nicht bewältigen.Da brauche man die Familie.»Aber Mama, ich ziehe nicht auf den Mond, sondern nach Stuttgart.Andere Frauen in meinem Alter machen das Gleiche.Es ist vollkommen normal, in eine andere Stadt zu ziehen.Vielleicht komme ich eines Tages zurück.Aber jetzt ist es besser, wenn ich zu Cay ziehe und etwas Neues kennenlerne.««Das sehe ich anders.Du bist noch zu jung.«»Ich bin einundzwanzig.«Ich wollte raus und war erleichtert, als endlich alle Kartons gepackt waren und ich der angespannten Atmosphäre entfliehen konnte.Ich wollte mich und die Welt entdecken und hatte lange genug daheim gelebt.Es war Zeit, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.Meine Mutter empfand meine Pläne wie eine Ablehnung ihrer Person.Ich konnte nicht mit ihr reden, mir Rat holen, denn sie beharrte auf ihrer Meinung.Also tat ich ihr gegenüber so, als hätte ich meinen Schritt sorgfältig durchdacht und wüsste genau, worauf ich mich einließ.In Wirklichkeit hatte ich Bammel vor dem Sprung ins kalte Wasser: eine fremde Stadt, keine Freunde und noch kein Job.Ich verließ mich voll und ganz auf Cay.Er würde alles für mich regeln.So war es schließlich, seitdem wir uns kannten.Cay wusste immer, was zu tun war.Bei einem Besuch bei Cays Eltern erzählte ich, dass ich zu Cay nach Stuttgart ziehen wolle.Ich hatte vor, dort zu arbeiten, und sagte das auch.Schließlich wollte ich ihm nicht auf der Tasche liegen, so etwas war mir fremd.Unser Gespräch kam mir vor wie ein Verhör.Wie so oft in ihrer Gegenwart fühlte ich mich klein und unbedeutend und war um schlagfertige Antworten verlegen.Ich wusste ja noch nicht einmal, was ich als Arzthelferin in Stuttgart verdienen würde, und fürchtete ihre Fragen danach.Ich war verunsichert und ärgerte mich zugleich darüber.Erst als Cay und ich wieder im Auto saßen, konnte ich meinen Frust hinauslassen.»Katja, reg dich nicht auf.Ich habe dir schon mal gesagt: Mach’s so wie ich, hör gar nicht hin.«»Sie ist deine Mutter.So darfst du doch nicht über deine eigene Mutter sprechen.Bei uns zu Hause heißt es: ›Sprich nicht über die Mängel anderer.‹ Aber wenn es Probleme gibt, sollte man doch zusammen darüber reden …«»Wenn du sie näher kennenlernst, wirst du mich besser verstehen.«Plötzlich kam mir ein Gedanke: »Wie haben meine Vorgängerinnen das denn eigentlich gemeistert?« Es war mir so herausgerutscht.Über seine Exfreundinnen hatten wir noch nie gesprochen.»Petra?«, fragte Cay nach einer kurzen Pause ruhig.»War das deine Exfreundin?«Er nickte und sagte: »Mach dir nicht so viele Gedanken über das, was vor dir war.Es ist doch heute nicht mehr wichtig.«»Wer ist diese Petra?« Wenn das Thema schon einmal auf dem Tisch lag, konnte ich mir eine Nachfrage nicht verkneifen.»Ach, das ist schon eine Weile her.Petra und ich sind noch immer befreundet.Sie wohnt auch in Stuttgart.Ich werde euch miteinander bekannt machen.«»Ist gut.«Und dann zog ich zu ihm.Ich belud meinen alten Fiat Punto und brachte einen Teil meiner Sachen nach Stuttgart.Auch ein Arbeitsplatz war schnell gefunden.Ein Freund von Cay arbeitete in einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis, wo ich als Arzthelferin in Vollzeit anfangen konnte.Ich behielt mein Auto, weil ich einen Arbeitsweg von über dreißig Kilometern hatte [ Pobierz całość w formacie PDF ]