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.Sie zog sich schnell an und rannte dann über den Sand.Sissi entdeckte sie zuerst und begrüßte sie bellend und tanzend.Paul hatte die Brille auf, mit der er sein Käuzchen dirigierte.Sie konnte den Vogel hoch über ihnen kreisen sehen.Als er das Bellen hörte, drehte er sich um und schob die Linsen hoch auf seine Stirn.Er lächelte, als er Annabelle erkannte.Sie atmete tief die salzige Luft ein, und als sie bei ihm ankam, nahm er sie in die Arme und sie war zu Hause.Später am Tag war sie so angenehm müde, wie man es nur am Meer sein konnte.Wenn man den Wind noch auf der Haut spürt, Sand hinter den Ohren und zwischen den Zähnen knirscht, und der Hunger durch mediterrane Köstlichkeiten gestillt war.Sie hatten ein Feuer angezündet und lasen.Sissi schnarchte und winselte im Traum.Annabelle betrachtete ihre linke Hand.Sie trug hier fast nie Handschuhe, außer wenn sie Besuch bekamen, oder auf den Markt gingen.Das taube Gefühl der Hand war fast verschwunden, aber sie wusste, dass ihr Problem tiefer lag.Immer wieder spielte sie das Geschehene in Gedanken durch und fragte sich, ob sie es hätte verhindern können.Ob sie eine Wahl gehabt und eine falsche Entscheidung getroffen hatte.Ob sie selbst verantwortlich war.Oder, ob sie nur ein Opfer der Umstände, der Behandlung war, die Hartmanns Schergen ihr hatten angedeihen lassen, und sie nicht verantwortlich war.Dann wäre alles leichter.Oder nicht? Wäre es das? Wollte sie nur ein Spielball sein? Ein Opfer? Schwach? Sie blickte zu Paul, der völlig selbstvergessen las.Er war ihr seither nicht von der Seite gewichen und es schien so leicht, sich hinzugeben und seinem Schutz zu überlassen.Sie hatten Baden-Baden überstürzt verlassen, da Burger Annabelle aus dem Fokus der vielen neugierigen Augen haben wollte.Wenn sie wieder zurück kamen, sollten einige Entscheidungen getroffen werden.Danach sollte die Stiftung gegründet werden.Und dann? Was würde sie tun? Sie hatte keine Ahnung.Es machte sie nervös und unruhig.Sie sah ihren Weg nicht, fühlte sich nicht wohl bei diesen Gedanken an die Zukunft.Sie dachte an die Frauen, die, die gestorben waren und die, die noch auf Heilung hoffen konnten.Annabelle hatte einige Briefe von Onkel Karl erhalten, in denen er sie über die Ereignisse in Baden-Baden auf dem Laufenden hielt.Sie stand auf und holte sie.Liebe Annabelle, schrieb er in seinem ersten Brief,Ich bin froh, dass du dich entschieden hast, eine Weile in Frankreich zu bleiben.Hier kochen die Ereignisse noch mächtig hoch.Scharenburg hat eine Kommission zur Untersuchung der Vorfälle eingerichtet.Sie befragen mich fast täglich, und ich versuche zu helfen, wo ich kann.Natürlich würden sie dich auch gerne in die Finger bekommen, aber das lasse ich nicht zu.Du bleibst in Grau-du-roi und erholst dich.Major Götz hat jetzt das Oberkommando über den Adlerhorst – sowohl unten als auch oben.Ich war dabei, als der bisherige Kommandant von der Kommission befragt wurde.Hartmann und Depuis hatten wohl große Pläne.In dem Hangar fand man einige Aufzeichnungen von Hartmann.Er und Depuis hatten einen Angriff auf den Großherzog vor.Hartmann sah sich wohl selbst als zukünftigen Regenten des Landes Baden.Mit dem Greifenschiff hätten sie gewaltigen Schaden anrichten können.Die russischen Ætherkanonen übertreffen in ihrer Feuerkraft alles, was wir hier bisher haben.Aber das ist nicht das Schlimmste.Je mehr ich über den Adlerhorst erfahre, desto entsetzter bin ich darüber, wie lange hier alle Augen zugedrückt wurden.Seit einigen Jahren sammelten sich hier alle Verdorbenen, derer man habhaft werden konnte.Durch unmenschliche Behandlungen – deren Auswirkungen du ja am eigenen Leib zu spüren bekommen hast – und den gezielten Einsatz der Substanz, die wir immer noch »Herzblut« nennen, hat man es hier geschafft, aus den Verdorbenen Soldaten zu machen, die, einmal losgelassen, unglaublichen Schaden anrichten könnten.Nicht nur physischen Schaden – sondern auch gesellschaftlichen.Aber es ist sowieso an der Zeit, das wir lernen, mit diesen neuen Entwicklungen umzugehen.Scharenburg hat einige vielversprechende Pläne, aber dazu später mehr.Der Geflügelte ist im Schwarzwald verschwunden.Es gibt Sichtungen, aber niemand weiß Genaues.Ich mache mich in einigen Tagen selbst auf die Suche – wir brauchen dringend einige Antworten.Und wir brauchen Hilfe: Es leiden jetzt sehr viele unter dem Entzug, nicht nur die reichen Frauen, sondern auch Verdorbene, oder Veränderte.Hier hielt Annabelle inne: ja, es musste eine Möglichkeit geben, das Leiden zu verringern oder zu heilen.Sie griff innerlich nach diesem Strohhalm – ihr Leben sollte einen Sinn haben! Aber würde man sie forschen lassen? Sie dachte an Hans und seine Reaktion auf sie, als sie ihn zuletzt besucht hatte.Würde sie damit umgehen können? Aber wenn nicht, war es dann nicht besser, hier in der Provence zu bleiben, in der Abgeschiedenheit?Hier, so nahe am Meer, war die Chance auch gering, auf Æther zu treffen.Meerwasser sonderte keinen ab.Sie glaubte inzwischen fest, dass ihre Behandlung mit dem Æther im Adlerhorst zu dem gefährlichen aggressiven Zustand geführt hatte.Als Paul ihr die Geode gebracht hatte, fühlte sie sofort den heilsamen Strom der Energie – so ganz anders als das brodelnde Überschäumen der Kraft des Æthers.Paul behauptete auch, dass es einen Unterschied machte, aus welchen Flüssen und wie der Æther gefördert wurde.Sie waren aber zu schnell abgereist, um das zu testen.Sie griff nach einem weiteren Brief.Wir haben den Geflügelten gefunden.Er hat sich in der Ruine der Ebersteinburg niedergelassen.Ich war gestern dort.Es war schwierig, aber wir konnten schließlich mit ihm verhandeln.Er hat auch Forderungen: Seine Schwester Katharina hat eine Veränderung durchgemacht und ist nun eine Art Salamander – sie braucht Schutz, Wärme und Feuchtigkeit.Walter Hartmann durften wir noch nicht sehen, aber er lebt noch, behauptet sein Bruder.Man kann schlecht mit jemandem verhandeln, der einem so viel Respekt aber auch Demut einflößt.Seine Ausstrahlung ist mächtig und im Gegensatz zur früheren Einschätzung der Ärzte scheint er jetzt keine Einschränkungen zu haben.Die Soldaten unter uns (mich eingeschlossen) halten ihn für sehr gefährlich, weil unberechenbar [ Pobierz całość w formacie PDF ]