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.Vielleicht etwas älter, als er zuerst gedacht hatte, Mitte bis Ende Dreißig.Sie ging auf die Vierzig zu, wenn auch auf ausgesprochen elegante Weise.Sie war so groß wie Sam, und das mit flachen Schuhen.Sie hatte ein offenes Gesicht, sah Sam in die Augen und hörte aufmerksam zu, als er sprach.Da war ein Hauch Lidschatten, aber ansonsten kein Make-up auf ihrem Gesicht und nichts auf den Lippen.Während sie Barney an ihre Brust drückte, registrierte Sam ihre Hände - lange elegante Finger - und einen feinen Flaum auf den Unterarmen.Bei ihrem Hals hätte Modigliani nach seinem Pinsel gegriffen.«Wo haben Sie ihn gefunden?»«Er ist auf die Damentoilette gekommen.» Sie lächelte und kraulte Barneys Ohr.«Typisch», meinte Sam.«Ist nicht das erste Mal.Tief in seinem Innersten ist er ein kleiner Perverser.»«Das sehe ich nicht so», sagte sie.«Er hat einfach nur Gesellschaft gesucht.» Sie verlagerte Barney auf den linken Arm und bot Sam die rechte Hand an.«Jennie Cosgrave», sagte sie.«Ich arbeite in dem kleinen Verschlag am anderen Ende des Korridors.Und ich glaube, meine Tante arbeitet hier.»Sam ergriff ihre Hand; kühl und leicht feucht.«Sam», stellte er sich vor.«Sam Turner.Ja, Celia hat mir erzählt, daß Sie kommen würden.Ich und Barney sollten in diesem Büro eigentlich arbeiten, aber im Moment ist nicht gerade viel zu tun.Ich hab mir überlegt, wir fahren heute nachmittag vielleicht mal raus ans Meer.»«Oh, ich dachte, Sie hätten einen Klienten da.Ich habe jemanden reden hören.» Sam vergaß, ihre Hand loszulassen, doch sie befreite sich lächelnd aus seinem Griff.«Richtig», sagte er.«Er war im Begriff zu gehen.»Jennie Cosgrave machte irgend etwas mit ihrem Gesicht; entweder war es der Versuch, eine besorgte Miene aufzusetzen, oder aber sie runzelte einfach nur die Stirn.«Irgendwie kam mir die Stimme bekannt vor», sagte sie.«Nennt sich Norman Brown», sagte Sam.«In meiner Branche weiß man nie, ob ein Klient ehrlich ist.»Sie schüttelte den Kopf.«Nein, der Name sagt mir nichts.Ich dachte nur.» Ihre Stimme verklang.«Ach, vergessen Sie’s.» Sie senkte den Blick auf Barney.«Wollen Sie ihn mir abnehmen?»Sam öffnete die Tür zu seinem Büro.«Stellen Sie ihn auf den Boden», sagte er.«Er wird in sein Körbchen verschwinden und ist im Nu eingeschlafen.»«Tja, war schön, Sie kennenzulernen», sagte sie.«Und Barney.Ich arbeite da drüben, wissen Sie, und höre die Geräusche der Leute, die herumlaufen.Gut, jetzt wenigstens einer Stimme ein Gesicht zuordnen zu können.Außerdem hat Tante Celia mir schon viel von Ihnen erzählt.»«Ach, ja?» sagte Sam und kehrte mit ihr auf den Korridor zurück.«Wir sind selbst erst vor ein paar Tagen hier eingezogen.Sie sind die erste, die ich hier kennenlerne.»Jennie öffnete die Tür zu ihrem Zimmer und drehte sich zu ihm um.«Es ist ausgesprochen heiß hier drin», sagte sie.«Ich kriege das Fenster irgendwie nicht auf.» ,«Ich habe einen Handwerker bestellt, der unsere Fenster reparieren soll», sagte Sam.«Ich werde ihn rüberschicken.» Er warf einen Blick an ihr vorbei in das winzige Zimmer.Es hatte ein Fenster und war gerade groß genug für einen Schreibtisch und einen Stuhl.Auf dem Schreibtisch stand ein Laptop.Neben dem Computer und unter dem Schreibtisch lagen mindestens hundert Bücher, aus denen weiße Zettel als Lesezeichen herausragten.«Was machen Sie?»«Ich bin Psychologin», antwortete sie.«Ich habe in Askham Grange zu tun.»«O ja, das erwähnte Celia bereits.Das Frauengefängnis.»«Bin noch in der Vorbereitungsphase.In ungefähr zwei Wochen geht’s richtig los.»«Wir arbeiten mit Menschen der gleichen Sorte», sagte Sam.«Sollten irgendwann mal unsere Notizen vergleichen.»«Ja, das wäre bestimmt sehr interessant.»Es folgte ein langes Schweigen.Sam fiel nichts mehr ein, das er noch sagen konnte.«Tja, dann.» meinte er und trat einen Schritt zurück.Jennie lächelte.«Ja», sagte sie.«Zurück in die alte Tretmühle.»«Danke», sagte er.«Wegen Barney.»Sie lächelte wieder und schloß die Tür.Sam kehrte in sein Büro zurück.Der Bluesman war inzwischen bei seinem letzten Stück angelangt.Barney hatte sich in seinem Korb zusammengerollt.Sam nahm den Kessel und ging zur Spüle, um ihn mit Wasser zu füllen, dann überlegte er es sich anders und setzte sich hinter den Schreibtisch.«Du bist ein braver Hund, Barney», sagte er.«Weißt du das? Du bist sogar ein ausgesprochen braver Hund [ Pobierz całość w formacie PDF ]