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.Évi habe über die Felder geschaut und gesagt, es fange an, nach Herbst zu riechen, und meine Mutter hatte plötzlich Lust bekommen, sich nach Rom aufzumachen, erzählte sie, in die Stadt, durch die mein Vater wenige Tage vor seinem Tod spaziert war.Vor der nächsten Fuhre nach Süden hatte sie ihre Tasche mit den langen Reißverschlüssen gepackt, hatte sich neben einen ihrer Fahrer gesetzt und mitnehmen lassen bis zu einer der großen Straßen am Stadtrand, von wo der Laster weiter nach Süden gefahren war.In einer Pension in unserer Nähe hatte sie ein Zimmer bestellt, nach zwei Wochen würde sie ein Taxi an den Stadtrand nehmen, und ihr Fahrer würde sie an derselben Stelle auflesen und mit nach Kirchblüt nehmen.Früher hätte ihr nichts ferner liegen können, als in einem ihrer Laster mitzufahren, aber neuerdings umgab meine Mutter eine Leichtigkeit, die ich mir nicht erklären konnte, die sie aber jünger aussehen ließ und die mir gut an ihr gefiel.Mittags ging sie in ein kleines Restaurant am Campo del Fiori, von dem sie wusste, mein Vater hatte dort, wenn es die Jahreszeit erlaubt hatte, unter gelben Markisen gegessen, bestellte Fisch, wie er es getan hatte, und kümmerte sich wenig um die Blicke, mit denen man sie bedachte, weil sie allein am Tisch saß - seit Jahren hatte sie diese Blicke ertragen und sich längst an sie gewöhnt.Sie lief durch die Straßen, durch die mein Vater gelaufen war, saß auf den Stufen zum Petersdom, auf denen er gesessen hatte, jedes Mal, wenn Geschäfte ihn nach Rom geführt hatten, und ging ins Pantheon, um ein Licht zu sehen, von dem mein Vater erzählt hatte, ein Licht, das es im Norden nicht gab und das er immer wieder hatte sehen wollen.Nie hatte er die Stadt verlassen, ohne im Pantheon gestanden zu haben, ohne dem Lichtstrahl von der Kuppel zum Boden mit seinem Blick gefolgt zu sein, und jetzt, ein viertel Jahrhundert später, schaute meine Mutter in den gleißend hellen Kegel und den feinen Staub, der darin tanzte.Hier konnte sie meinem Vater auf eine ferne Art nah sein, so wie sie auch mir immer nur auf eine ferne Art nah sein konnte und ich sicher war, sie spürte in diesen Septembertagen, es gab etwas, das mich verstörte, über das ich mit ihr aber nicht reden wollte und über das mit Aja und Karl zu reden auch unmöglich war.Mit meiner Mutter vergaß ich die beiden für Momente, den Abstand, den sie mir gesetzt, die Lücke, mit der sie mich zurückgelassen hatten, und nur wenn ich irgendwo einen Hund bellen hörte, musste ich noch an die Täler denken, über deren Wiesen der heilige Franz schwebte.Wir durchstreiften die Stadt, schritten über ihre sieben Hügel und schauten von oben herab auf das Meer aus rostroten Dächern, aus dem die Schwalben als schwarze flirrende Punkte stiegen.Abends saßen wir in einer Bar in Trastevere, und später warteten wir am Trévibrunnen, bis sich der Platz leerte, bis er nur noch uns und den Straßenfegern gehörte, die in Anglerhosen ins Wasser stiegen, um nach Münzen zu fischen, die man am Tag vor die Meeresgötter geworfen hatte, weil es hieß, dann würde man nach Rom zurückkehren.Meine Mutter erzählte von Kirchblüt, davon, dass der Sommer schon die Platanen auf dem großen Platz gelb gefärbt hatte, und davon, wie sehr Évi und Ellen uns vermissten und hofften, wir würden nicht mehr lange bleiben.Ich sehnte mich plötzlich nach Évi, nach den Schneelandschaften zu Hause, in die wir früher mit unseren Schnürstiefeln Spuren gesetzt hatten, nach den Feldwegen, die über Wochen ihre weiße Farbe behielten.An Nieselregen und nasse Füße musste ich denken, an die strenge Dunkelheit des Winters, hielt mich fest an diesen lächerlichen Gedanken an ein Wetter, das ich nie gemocht hatte, jetzt, da ich neben meiner Mutter durch die heiße Septemberluft lief und mich an den großen Platz mit seinen kleinen Straßen ringsum wünschte, zum lichten Grün unserer Linden, die bald anfangen würden, ihre Blätter zu verlieren.An unserem letzten Morgen, bevor meine Mutter mich zum Abschied umarmte und mit einer ihrer schnellen Bewegungen, als habe sie nie Zeit für etwas, ins Taxi stieg, das sie zu einer der großen Straßen am Stadtrand bringen würde, sagte sie, sie habe den Koffer meines Vaters geöffnet [ Pobierz całość w formacie PDF ]