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.»Ist das wirklich eine … Majay-hì?«Die Stimme erklang ganz in der Nähe.Wynn zuckte überrascht zusammen und blickte in ein helles Gesicht mit Sommersprossen.Das Mädchen, nicht älter als dreizehn, trug einen hellblauen Umhang und eine schmutzige Schürze.Staunend blickte es auf Schatten hinab, die das Stück Hammelfleisch zwischen den Zähnen und ihren Pfoten hatte.Wynn schluckte ein Karottenstück.»Woher kennst du das Wort?«»Ich hab es gelesen«, antwortete das Mädchen und starrte noch immer auf Schatten.Wynn lächelte fast.Hier stand eine zukünftige Katalogisiererin.»Darf ich sie streicheln?«, fragte das Mädchen.Wynn sah nach unten.Schatten hatte aufgehört zu kauen und den Blick auf das Mädchen gerichtet.Wynn wusste nicht, ob die Majay-hì es jemals zulassen würde, von jemand anders berührt zu werden, aber sie wollte die Gefühle des Mädchens nicht verletzen.»Sie muss sich erst noch an diesen Ort gewöhnen«, sagte sie.»Vielleicht später.«Enttäuscht wich das Mädchen zurück, drehte sich um und eilte fort.Schatten bohrte erneut die Zähne ins Hammelfleisch, bis zu den Knochen, kaute, stand dann auf und trank Wasser aus dem Napf.Wynns Mahlzeit schmeckte plötzlich so fad wie Sägemehl.Sie streckte die Hand aus, berührte Schattens Rücken und konzentrierte sich auf ein Erinnerungsbild, das sie beide zeigte, wie sie am Morgen auf dem Boden ihres Zimmers gesessen hatten.Schatten hob den Kopf, hob die Ohren und jaulte.Vielleicht wollte auch sie ungestört sein.Wynn nahm Napf und Teller und stellte beides auf den nächsten Tisch.Schatten lief voraus, in Richtung des Torbogens, und Wynn musste sich beeilen, um zu ihr aufzuschließen.Draußen auf dem Hof erinnerte sich die Hündin offenbar an den Weg, denn sie lief zur Tür des südlichen Wohnheims.Auf der Treppe erschreckte sie mehrere Lehrlinge, die sich flach an die Wand drückten.Schatten tappte vorbei, ohne ihnen Beachtung zu schenken, und Wynn folgte ihr rasch, ohne die Lehrlinge anzusehen.Kurz darauf erreichten sie ihr Zimmer, und Wynn seufzte erleichtert.Als sie eintrat, entdeckte sie einen zusammengefalteten Zettel auf dem Boden.Ihr Name stand darauf geschrieben.Jemand hatte ihn unter der Tür durchgeschoben, was durchaus üblich war, wenn kein Zweifel daran bestehen konnte, für wen eine Mitteilung bestimmt war.Wynn bückte sich, hob den Zettel auf und entfaltete ihn.Sie hielt unwillkürlich den Atem an, als sie die belaskischen Worte las.Ich muss wissen, ob mit dir alles in Ordnung ist.Ich bin in einem Wirtshaus namens Natties Haus, an der Ecke Star- und Zwirnstraße, am Rand des Grauland-Reichs.Komm, wenn du kannst, und bring mir einen Mantel.Wenn nicht, schick mir eine Nachricht.Wynn starrte auf den Zettel, und ihre Besorgnis wuchs.Was dachte sich Chane? Wenn jemand einen Blick auf seine Mitteilung geworfen hatte …Sie wagte nicht, sich vorzustellen, was dann geschehen konnte.Wenigstens ging es ihm so gut, dass er eine Nachricht für sie schreiben konnte.Andererseits … Er schrieb, wo er wohnte, obwohl er gesagt hatte, dass sie es besser nicht erfahren sollte.Was hatte sie ihm mit dem Sonnenkristall angetan?»Schatten«, sagte sie.»Wir müssen noch einmal hinaus.«Die Hündin war unter den Tisch geschlüpft, drehte den Kopf und sah sie an.Wynn überlegte, ob sie ihr ein Erinnerungsbild von Chane zeigen sollte, entschied sich aber dagegen.Was hätte Schatten bei einem solchen Bild wahrgenommen? Am vergangenen Abend schien die junge Majay-hì nicht in der Lage gewesen zu sein, Chanes untote Natur zu erkennen.So ungewöhnlich das auch sein mochte: Schatten war von Natur aus eine Jägerin der Untoten, und Wynn hielt es für besser, ihr vorerst keine Informationen über Chane zu geben.Sie nahm ihren Mantel und zog den Blechzylinder aus der tiefen Innentasche.Wynn wusste noch immer nicht, ob die schwarze Gestalt es darauf abgesehen gehabt hatte, aber es erschien ihr klüger, die Schriftrolle in ihrem Zimmer zu lassen.Sie schob den Zylinder unter ihre Matratze und griff dann nach dem in der Ecke lehnenden Stab.Nachdenklich betrachtete sie das Leder, das den Kristall schützte.Wenn Domin il’Sänke herausfand, dass sie erneut ihr Versprechen brach … Dann würde sie vielleicht nie lernen, wie man richtig mit dem Kristall umging.Aber was blieb ihr übrig? Sie konnte sich nicht auf den Weg machen, ohne eine Möglichkeit zu haben, sich zu verteidigen.Noch immer fehlte ihr eine klare Vorstellung davon, wer oder was die schwarze Gestalt war, doch das Leuchten des Kristalls hatte sie offenbar vertrieben.Vampire suchten Schutz vor Sonnenlicht.Noch etwas anderes fiel ihr ein.Wynn eilte zur Truhe und holt ein kleines Glas mit Heilsalbe daraus hervor.Würde dieses Mittel bei Chane wirken? Ein Versuch konnte sicher nicht schaden.Dann bemerkte sie Magieres alten Dolch in der Truhe – Wynn hatte ihn als Geschenk erhalten.Sie starrte darauf hinab und erinnerte sich daran, dass sie ihn mehrmals benutzt hatte, auch gegen Untote, und manchmal mit katastrophalem Ergebnis.Aber vielleicht konnte er ihr nützlich sein – Wynn nahm ihn mit.Schatten schob sich unter Wynns Arm und schnappte nach dem Futteral, in dem der Dolch steckte.Als ihre Schnauze über Wynns Hand strich, empfing die junge Weise Bilder.Sie sah die schwarze Gestalt [ Pobierz całość w formacie PDF ]