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.Per Gesetz sogar.«Perez kletterte weiter und trat einen Schauer von Sand und losen Steinen los.Eine Eidechse huschte von ihrem Ruheplatz unter dem Baum in den nächsten, dunklen Spalt.Ein größerer Stein kam nur Zentimeter davor zum Liegen.Verärgert warf Sam die Arme hoch.»Ach, das habe ich ja ganz vergessen.FBI-Beamte stehen über dem Gesetz.Sie gehen, wohin es ihnen beliebt.« Sie lief um den toten Hirsch herum und folgte Perez.Er hatte sich auf den Vorsprung gezogen und stand gebeugt unter der Sandsteinwölbung.»Wir stehen nicht über dem Gesetz – wir sind das Gesetz.Und Sie haben verdammt recht: Wir gehen, wohin wir wollen.Dieses Lager ist groß genug, um einen Zweijährigen zu verbergen.«Sam krabbelte hoch und richtete sich auf, die Decke der Nische befand sich ein paar Zentimeter über ihrem Kopf.Ein paar Vorteile hatte es doch, wenn man klein war.Das Lehmgebilde war so in eine Ecke der Nische gebaut, dass es vor Regen geschützt war.Perez kniete sich hin, um es näher in Augenschein zu nehmen.Sam kauerte sich neben ihn, linste durch einen Spalt im Fachwerk aus Lehm und Weidenruten und hielt den Atem an.Nur Gott wusste, wie viele Jahrhunderte Staub dort lag.Mäuseköttel lagen wie Pfefferkörner auf Schmutz, Sand und Tonscherben verstreut.Wie lange sich wohl Hantaviren im Nagerkot hielten?Sam fischte eine dreieckige Tonscherbe heraus.Auf einer Seite war der rote Ton weiß bemalt und trug ein schwarzes Muster aus Dreiecken und gezackten Linien.»Das ist typisch Anasazi«, erklärte sie.»Geometrische Formen und Streifen.«Perez erhob sich wieder, blieb aber wegen der niedrigen Decke in gebückter Haltung stehen.Der Absatz seines Stiefels knirschte auf dem Sand, den der Wind in die Nische getrieben hatte.Als Perez einen Schritt zur Seite machte, kam unter dem Sand etwas Weißes zum Vorschein.»Noch mehr Scherben?«, fragte Perez.Sand grub sich unter Sams Fingernägel, als sie sich daranmachte, den Gegenstand auszubuddeln.Er war groß und rund wie eine Schüssel oder ein Topf.Unwahrscheinlich, eine noch vollkommen intakte Schüssel zu finden, erst recht außerhalb der schützenden Hülle des Lagers, aber falls doch, wäre es ein bemerkenswerter Fund.Und vielleicht war es ja doch legitim, die Parkregeln zu verletzen, wenn man dem FBI half.Außerdem war Perez zur Hälfte Lakota.Eventuell hatten Angehörige eines Stammes der Ureinwohner auch das Recht, Kunstgegenstände eines anderen Stammes anzufassen.Schließlich hatte sie den Gegenstand freigelegt.»Das ist es.« Sie blinzelte den Sand aus den Augen.Keinesfalls eine Schale.Die Form war eigenartig, oben rund und am anderen Ende fast quadratisch.Ein Topf? Sie bürstete den noch anhaftenden Sand fort und drehte den Gegenstand um.Zwei Augenhöhlen starrten sie an.14Entsetzt blickten Perez und sie auf den Schädel in ihren Händen.An einer Seite hing noch papiertrockene Haut, daran klebten ein paar hellbraune Haare.»Verdammt noch mal!«, grollte Perez.»Warum haben Sie das Ding bloß angefasst?«»Sie haben doch gefragt, ob es ein Tongefäß ist.«»Na gut, jetzt versuchen Sie mal, sich genau zu erinnern, wie der Schädel gelegen hat, und bewegen sie um Gottes Willen die Finger nicht.Von Ihnen gibt es jetzt schon mehr als genug Fingerabdrücke.«Perez zog seine Kamera heraus und machte zwei Fotos.Sam rührte sich auch nicht, während er Notizen machte.Es fühlte sich nicht richtig an, den Schädel mit ausgestreckten Armen vor sich zu halten, als wäre er ein Preis, oder das Hauptgericht, das sie auf den Tisch stellen wollte.Ihr Magen brannte.Das war der Kopf eines Menschen.Das Haupt von jemandem, der gefühlt und geatmet hatte.Ihr eigener Kopf fühlte sich auf einmal zu leicht für ihren Körper an; hoffentlich fiel sie nicht in Ohnmacht.Oder übergab sich.»Ist das …«Perez hatte ihre Gedanken gelesen.»Nein, das ist nicht Zack.Es sei denn, man hätte sofort das Fleisch von den Knochen abgetrennt.« Er biss sich nachdenklich auf die Lippen.»Wäre wahrscheinlich möglich …«Sie starrte ihn mit schreckgeweiteten Augen an.»Aber nicht sehr wahrscheinlich«, beendete er den Satz.Er ging in die Knie und beugte sich vor, um den Fund näher zu betrachten.»Aber es ist ein kleiner Schädel, könnte also von einem Kind stammen.Legen Sie ihn genauso hin, wie Sie ihn vorgefunden haben.«Sein herablassender Tonfall ging ihr an die Nieren.»Soll ich ihn auch wieder mit Sand zuschütten?«»Nein, legen Sie den Schädel nur möglichst genau so hin, wie Sie ihn vorgefunden haben.«Sam kniete nieder und legte den Schädel seitlich in den Staub.Dabei fiel ihr etwas Spitzes, Elfenbeinfarbenes auf, das nur wenige Zentimeter entfernt aus dem Sand ragte.Ein Nackenwirbel? Plötzlich war ihr kalt und wieder ein wenig schwindelig, sie schlang die Arme um den Oberkörper.»Wenigstens ist es nicht Zack.«Perez rieb sich mit einem schmutzigen Fingernagel übers Kinn, die Stoppeln machten ein kratzendes Geräusch wie Sandpapier.»Mir wäre es lieber, wenn er es wäre.«»Oh Gott, Perez!« Herzloser ging es wohl nicht? Stirnrunzelnd wischte sie sich die Finger an den Hosenbeinen ab.»Wir wissen immer noch nicht, was mit Zack geschehen ist«, erklärte er.»Und nun haben wir noch ein Opfer.«Lieber Gott.Was für ein schrecklicher Gedanke.Als sie Perez nach unten folgte, war ihr nur zu bewusst, dass jede Berührung und jedes Abrutschen mit dem Fuß wertvolle Spuren verwischen konnte.»Ich muss so schnell wie möglich die Techniker hierher bekommen«, sagte er, nachdem sie unten angelangt waren.»Ich weiß nicht, ob eine Identifizierung möglich ist – aber man kann ja nie wissen.Vielleicht sind wir über jemanden gestolpert, der schon seit Jahren auf einer Vermisstenliste steht.Vielleicht jemand, der hier gecampt hat, und …« Er schnippte mit den Fingern.»… dann hat sich Kojoten-Charlie darüber geärgert, dass jemand in sein Revier eingedrungen ist.Oder der Puma war’s, den wir gesehen haben.An den Knochen könnten Spuren von Raubtierzähnen sein.«»Glauben Sie wirklich, ein Puma hätte ein Kind hierher geschleppt und das Skelett dann vergraben?«»Die Raubkatze hat doch genau dort gestanden, oder etwa nicht? Ich kann mir vorstellen, dass ein Puma die Leiche hochgeschleppt hat, und der Wind sie dann mit Sand bedeckte [ Pobierz całość w formacie PDF ]