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.Das wär' mir grad' gelegen! –HAUSHOFMEISTER.Fort, ihr Bursche,Der Königin Mathilde Majestät.Die Diener zerstreuen sich.Sechste Scene.Königin Mathilde, ein russischer Cavalier, Brandt, Keith, Köller, Damen, Hofleute.MATHILDE.So habt ihr, Fürst! auf eurer Reise auchDen Hof von Sanssouci besucht? Und habtDen Helden auf dem Thron geseh'n?FÜRST.Ich fandDen königlichen Weisen unterm SchattenDes Lorbeers, den er selber sich gepflanzt.Er wandelt unter friedlichen Orangen,Schmückt seine zauberschnell emporgestieg'nenPaläste mit Gebilden heit'rer Kunst,Und sinnt, ein weiser Fürst, nach heißen SchlachtenJetzt seines Volkes stilles Glück.MATHILDE.Wir dürfenDas Volk wohl glücklich preisen, dem ein KönigWie dieser ward; doch laßt uns nicht vergessen,Daß auch der König, dem ein solches VolkZu Theil geworden, minder glücklich nicht,Zu preisen ist.Des größten Herrschers WillePrallt wie die Welle von dem starren FelsenSich selbst vernichtend weg vom stumpfen Herzen.Das Volk des großen Friedrich aber willDas Große, und ein thatbegehrend WortDes Königs findet muth'gen WiederhallIn seiner Preußen Herzen.Rauh ist ihr Himmel und ihr Boden karg.Vorsorglich hat kein günstiges GeschickMit fetten Triften sie gesegnet, nichtMit reichen Hügeln; nicht ihr dürftig LandUmgürtet mit dem vielgeschäft'gen Ufer,Das seinen eignen Segen mit dem ReichthumDes fremden Schiffers tauscht.Sie haben nurDen Schatz der eignen Brust; das wissen sie,Und hüten ihn mit stiller Einigkeit.In Friedrich's Reich vergiftet Zwietracht nichtDes Königs Ruh' und nicht der Bürger Herzen.Das macht sie groß, – das wird sie größer machen.O immer hab' ich meiner edlen MuhmeBeglücktes Loos gepriesen, die zur SeiteDes ersten Friedrich's saß auf Preußens Thron.Sie durfte frei dem königlichen TriebDes Herzens folgen, durfte in das LandDie Künste rufen, einen eignen TempelDer Wissenschaft erbauen.Keiner schalt sieUnköniglich gesinnt, kein störrisch VolkEmpfing verachtend die erhab'nen Gaben.Dank ihrer Zeit, und ew'ger Nachruhm wurdeDer Kön'gin Lohn, und eine Kön'gin war sieIn des erfüllten Willens Herrlichkeit,Die glückliche Sophie!KEITH für sich.Ihr Herz verräth sie.Diese Dänen hören'sUnd knirschen.FÜRST.Englands Königshaus hat stetsAuf fremden Thronen seine edlen TöchterZu seltnem Ruhm geseh'n.So herrschte einstEin Bild der Weisheit in dem Land der PreußenSophie Charlotte, und mir wird es heut'Vergönnt, auf Dänmarks Thron nicht minder WeisheitGepaart zu sehen mit der Grazien Huld.MATHILDE.Das ist die Sprache von Versailles! Wir hören's,Daß ihr an König Ludwig's Hof gewesen.Ihr geht nach London, Fürst, und werdet dortDen König, meinen Bruder, im PalastZu Richmond sehen.Sagt ihm, daß wir hierGeschäftig sind für unsres Volkes Wohl;Daß wir das Beste wollen; sagt ihm, Fürst!Wie ihr dies Land gefunden.Vieles steigtErst strebend auf; allmälig nur gedeihtDas Kühnbegonnene, doch denken wirNicht zu ermüden, und des späten SegensUns hoffend zu erfreu'n.Sein liebend Herz,Das brüderlich, ich weiß es, unsrer stetsBedenkt, soll nicht für unsre Ruhe bangen.Mit einem Blick auf Keith.Dem königlichen Willen steht ein treuer,Ein vielgeprüfter Diener kühn zur Seite,Graf Struensee, ein Mann von selt'ner Gabe,Den wir zu schätzen wissen; –Sich gegen die Mittelpforte wendend.Siehe da,Die Majestät der Königin Juliane.Siebente Scene.Königin Juliane, Guldberg, Damen, die Vorigen.JULIANE.Ich wiederhol' es eurer Majestät,Es war nicht wohlgethan, zu diesem FestMich zu entbieten.Solche Lust mag wohlMit Recht ein jugendliches Herz erfreu'n;Mir ziemt, wie ich's befolg', ein still GebetUnd ein paar Stunden Schlaf vor Mitternacht.MATHILDE.Ich fühle, Majestät, was es euch kostet,In unsrer Mitte heute zu erscheinen.Doch nun ihr freundlich meinem Wunsch GehörGelieh'n, wollt nicht bereu'n, daß ihr's gethan.Ihr seid es, die dem Fest erst Glanz verleiht.JULIANE.Nicht doch, – nicht doch, – ihr seid die KöniginDes Festes, – wie des Landes.– Aller GlanzStrömt aus von euch.Indem sie die Blicke auf Mathilde wirft, sie scharf betrachtend.Und in der That,Ich seh' euch schöner, blühender vor mir,Als ich euch je geseh'n, – und seltsam, seltsam,Ich komme von dem König, meinem Sohne,Und fand ihn bleich und elend.Seltsam, sag' ich,Hier, – Fülle der Gesundheit, blüh'nde Lust, –Dort Todesblässe und ein Blick voll Jammer.MATHILDE Nach den ersten Worten der Königin Juliane haben sich die Hofleute in den Hintergrund gezogen.Beide Königinnen sprechen mit gedämpfter Stimme.Der Blick kann euer Herz nicht tiefer rühren,Als er das meine traf.Doch kann ich nichtDem Gram gebieten, in dem LeichenkleidDer Welt auf meinen Wangen sich zu zeigen.Noch kämpft er dort mit meiner rüst'gen Jugend,Und glaubt mir, währt der Kampf noch kurze Zeit,Wird meinen Feinden bald die Freude werden,Mich bleich zu sehen und der Gruft verfallen.JULIANE als hätte sie die letzte Rede der Königin nicht beachtet.Ja, ja, der arme König muß wohl ManchesGelitten haben in der letzten Zeit.MATHILDE kaum ihres Zornes mächtig.Nicht in der letzten Zeit, sein sieches HerzKlagt seiner Kindheit früh'ste Tage an.JULIANE.Wie meint ihr das?MATHILDE.Die Sage geht im Land',Er habe Gift als Kind – –JULIANE.Still! Ammenmährchen.MATHILDE.Wohl Ammenmährchen, – denn die Amme war es,Die ausgesagt, wer in der ArzeneiIhm Gift gereicht.– –JULIANE.Gelüstet's euch so sehr,Verruchtes Zeugniß von gedung'nen KnechtenZu hören, so erwartet – –Sich fassend.Doch wir störenDurch ernst Gespräch die Freude dieses Festes;Es fordert seine Königin, und – ich –Ich hab' euch noch nicht an mein Herz gedrückt.Vergönnt mir –Während Mathilde ihr zu der Umarmung mit wankenden Schritten entgegengeht, für sich.Das Gift vergelt' ich dir.Sie küßt Mathilde auf die Stirn.MATHILDE.Mir bricht das Herz!GRAF BRANDT zur Königin, aus dem Saal kommend.Der zweite Tanz beginnt,Wenn eure Majestät – –JULIANE.Beliebt es euch?MATHILDE zur Gräfin Uhlfeld mit erzwungener Fassung.Ich werde mit des Prinzen Hoheit tanzen.Die Gräfin geht ab.JULIANE.Die Freude gönnet ihr dem Mutterherzen,Daß, ich gesteh', ihr wählt den würd'gen Tänzer.Für sich [ Pobierz całość w formacie PDF ]