[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Schließlich hatte der Tote eine sehr weite Reise vor sich und während dieses Weges sollte seine Seele kräftig genug sein.„Mach keine Scherze, Perchuf!“, meinte einer von ihnen und setzte ein kleines Weinfass wieder auf den Boden.Tutenchamun wechselte einen kurzen hilfesuchenden Blick mit Herkos.Was sollte der junge Pharao jetzt wohl tun? Weiter so tun, als wäre er ein anderer – nachdem ihn Perchuf nun wohl erkannt hatte? Das hatte keinen Sinn.„Ja, es ist wahr!“, erklärte Tutenchamun also.„Ich bin der Pharao und lebendige Horus.Und ihr seid schändliche Grabräuber, denen es völlig gleichgültig ist, ob Ahmoses Seele vielleicht für immer umherirren muss und das Reich der Westlichen nicht findet.Aber schlimmer noch! Einer von euch ist nicht nur ein Räuber und ein Verächter der Westlichen, sondern auch ein Mörder.Einer von euch oder der, für den ihr arbeitet – denn warum hättet ihr sonst dem Toten den Mund verschließen und ihm einen Zauberfluch ins Grab legen sollen?“Für einen Augenblick herrschte Schweigen in der Grabkammer.Wie kann man gleichzeitig Pharao und so ein Narr sein!, ging es Herkos durch den Kopf.Der redet sich doch jetzt um Kopf und Kragen! Nach alledem, was Tut gesagt hat, müssen sie uns doch erst recht als lästige Zeugen beseitigen, wenn sie ihre Verbrechen verbergen wollen.Dass diese Bande davor zurückschreckte, den Pharao umzubringen, nahm Herkos nicht an.Schließlich war das vor kurzem ja erst versucht worden und um ein Haar auch gelungen!Aber Tutenchamun schien in diesem Punkt anderer Ansicht zu sein.Er streckte die Arme aus.„Na los, bringt mich um, so wie ihr es gerade schon beschlossen hattet! Tötet den lebendigen Horus – aber bedenkt, dass sein Vater Osiris die Unterwelt beherrscht und ihr alle eines Tages dort vor Gericht steht, wenn eure Seele gewogen wird!“Tatsächlich schien es einigen der Männern jetzt mulmig zu werden.„Perchuf, wir gehen jetzt!“, sagte einer von ihnen mit einem Krug voller getrocknetem Fisch unter dem Arm.„Ein Grab ausrauben ist etwas anderes, als den Pharao zu ermorden!“Mit dieser Meinung schien er nicht allein dazustehen.„Wenn das herauskommt, wird man uns im ganzen Land jagen – und am Ende wird man uns töten, und später einfach verscharren, ohne dass wir nach den Geboten der Götter bestattet werden!“Herkos wusste, dass dies so ziemlich das Schlimmste war, was ein Ägypter sich vorzustellen vermochte.Schlimmer, als alle Krankheiten und Plagen, schlimmer als der Tod selbst.Die Aussicht, nicht im Totenreich weiterleben zu können, erschrak die Träger zutiefst.Für Augenblicke sagte keiner von ihnen ein Wort.Aber als dann der Erste zum Ausgang der Grabkammer rannte, war auch für die anderen kein Halten mehr.„Bleibt hier!“, rief Perchuf.Aber das war sinnlos.Selbst einer der Wächter wurde, ehe er sich versah, grob zur Seite gestoßen.Einer der Krüge ging zu Bruch.Auch ein Wächter schien es mit der Angst zu bekommen und schloss sich den Trägern an.Innerhalb weniger Augenblicke waren von den Männern, die für Perchuf arbeiteten nur noch drei bewaffnete Wächter in der Grabkammer.Herkos hatte einen Schritt nach vorn gemacht, aber einer der Wächter richtete den Speer auf ihn.„Schön ruhig bleiben!“, knurrte er.Dann holte er aus um zuzustoßen.„Warte!“, schritt Perchuf nun ein.„Aber wir haben keine andere Wahl! Wenn wir die beiden am Leben lassen, kommt alles heraus!“, wandte der Wächter ein.„Wir können das nicht allein entscheiden!“, erklärte Perchuf.„Nicht, wenn es um den Pharao geht.“„Und was schlägst du vor?“„Mauert sie hier ein und verschließt den Eingang von außen! Es gibt keine Möglichkeit für sie zu entfliehen und niemand wird sie hier suchen!“, schlug Perchuf vor.„Und falls unser Herr doch noch etwas anderes mit dem Pharao vor hat, dann wäre es immer noch möglich, die Grabkammer wieder zu öffnen und ihn herauszuholen!“„Allzu lange darf sich unser Herr dann aber mit seiner Entscheidung nicht Zeit lassen“, meinte einer der Wächter.„Dann sollten wir jetzt keine Zeit verlieren!“, meinte Perchuf.Er wandte sich an Tutenchamun und Herkos.„So werdet ihr den Wesir Ahmose vermutlich auf seiner Reise zu den Westliche begleiten!“„Aber den lebendige Horus wird man nicht dazu bringen, dass er im Totenreich schweigt!“, rief Tutenchamun.Perchuf lächelte schief.„Ich bin kein Priester und habe nicht so viel Ahnung von diesen Dingen.Aber es gibt sicherlich Mittel und Wege, um das zu verhindern.“ Er zuckte mit den Schultern.„Wer weiß, vielleicht werden eure Seelen ja auch für alle Ewigkeit in diesem düsteren Gewölbe umher irren und nie den Weg ins Reich des Osiris finden.“Der Eingang wurde verschlossen.Eine Fackel brannte jetzt noch im Inneren der Grabkammer.Als der Eingang noch offen gewesen war, hatte sie geflackert, doch jetzt brannte sie vollkommen ruhig.Herkos steckte sie in eine der Halterungen an der Wand, sodass nahezu die gesamte Kammer beleuchtet wurde.Von draußen war zu hören, wie Perchufs Männer damit begannen, den Eingang zu schließen.Die beiden Jungen im Inneren der Grabkammer waren für eine Weile wie erstarrt.„Wie lange brauchen die, um uns völlig einzumauern?“, fragte Herkos fast tonlos.„Vor dem Morgengrauen werden sie spätestens fertig sein müssen!“, vermutete Tutenchamun.„Bei Tag würde es immerhin sehr auffällig wirken, wenn Wachsoldaten ein Grab verschließen!“„Du nimmst das sehr ruhig hin!“, stellte Herkos etwas verwundert fest [ Pobierz całość w formacie PDF ]