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.Das wussten Exley und Shafer.Die Chinesen besaßen nur eine schlechte Nachtsichtausrüstung – in diesem Bereich lagen sie noch einige Generationen hinter den USA zurück -, aber bis zum nächsten Morgen würden sie das gesamte Gelbe Meer mit ihrer Marine abdecken.Jedes zivile Boot, das sich dann noch auf dem Wasser befand, würde von Bug bis Heck durchsucht oder einfach in die Luft gejagt werden.Es verstand sich von selbst, dass der gesamte Plan davon abhing, dass Wells rechtzeitig das Festland verlassen hatte.Sollte er immer noch in Peking festhängen, würden sie umsonst ein ganzes Flugzeug voll Benzin vergeuden – und ein paar mutige Piloten in Gefahr bringen.Shafers Telefon läutete.Er hob ab und hörte einen Augenblick lang zu.»Gut«, sagte er schließlich, ehe er auflegte.»Wir sind immer noch im Rennen.Unsere Boote nähern sich der Sperrzone.Sie rechnen noch mit ungefähr einer Stunde.«»Ich wünschte, die Sonne ließe sich aufhalten«, sagte Exley.»Wenn es nur hier Nachmittag und drüben Nacht bleiben könnte, bis wir ihn finden.«»Wären Sie gern …« Shafer brach ab und räusperte sich.Exley wartete.Schließlich hielt sie es nicht länger aus.»Was?«»Wären Sie gern dort, Jennifer? Bei ihm? Ich meine, wo Sie wissen, wie die Chancen stehen …« Shafer verstummte.»Ich meinte es nicht so, wie es klang.«Exley lächelte ein dünnes, trauriges Lächeln.Shafer sollte ruhig darüber nachgrübeln.Allerdings hatte sie nicht vor, seine Neugier zu befriedigen.Sie selbst kannte die Antwort genau: Ja, natürlich.37Das Boot flog mühelos über die niedrigen, sanften Wellen.Dennoch fühlte Wells jedes Mal, wie seine Rippen rasselten, wenn das Meer gegen die Bootsseite schlug.Er saß auf der vorderen Bank und umklammerte das Holz so fest, als wären seine Hände damit verschmolzen.Vermutlich gab es eine bessere Methode, sich festzuhalten, aber die kannte er nicht.Mehr als eine Stunde waren sie in ungefähr achthundert Metern Entfernung parallel zur Küste gefahren.Während Cao das Ruder bediente, hatte Wells nicht viel zu tun.Mehrmals hatten sie über sich Hubschrauber gehört und die Lichter eines Bootes in der Ferne gesehen, aber keines kam auf Rufnähe heran.Sie ließen den Motor mit voller Kraft laufen, und trotz der abblätternden Farbe und des rostigen Motors schien das Boot tatsächlich seetüchtig zu sein.Auf jeden Fall leckte es nicht, denn das war das Einzige, was Wells beurteilen konnte.Seine seefahrerischen Erfahrungen beschränkten sich auf ein gelegentliches Bad mit Exley.Im Süden wurde die Küste felsiger und rauer.Tagsüber war die Entwicklung vermutlich offensichtlicher.Nachts hingegen, nur beleuchtet vom schwachen Schein eines Viertelmondes, wirkte das Land überraschend unberührt.Vermutlich besaß sogar China ein paar Orte, die nicht überlaufen waren, dachte Wells.Die Lichter an der Küste wurden spärlicher und spärlicher, bis sie vollständig verloschen.»Tianjintou«, sagte Cao, wobei er nach Süden deutete.In der Ferne endete das Land in einem Felsenvorsprung, an dem die Wellen wie schmale weiße Zungen hochschlugen.»Tianjintou?«»Bedeutet ›Ende von Welt‹.Östlichster Punkt in Shandong.Ab jetzt nur Wasser.«»Bleibt zu hoffen, dass wir nicht schwimmen müssen.«Eine halbe Stunde später wirkte Wells’ Ausspruch eher wie eine Prophezeiung denn wie ein Scherz.Zwei Hubschrauber strichen hinter ihnen mit ihren Scheinwerfern die Küste entlang.Und im Westen sah Wells in einiger Entfernung die Lichter von drei Booten.Zumindest eines davon war ein Zerstörer oder eine Fregatte – auf jeden Fall etwas Großes.Die Boote fuhren nach Osten, auf das offene Meer hinaus.Sie jagten Wells und Cao, obwohl sie noch nichts davon wussten.Dann tauchten im Süden zwei weitere Boote auf.Diesmal waren es kleine, schnelle Boote.Wells konnte sie noch nicht hören, aber er sah ihre Scheinwerfer.Als er Cao an der Schulter antippte und in die Richtung deutete, zuckte dieser nur die Achseln.Diese beiden würden sie nicht schnappen, dachte Wells.Die schweren niedrigen Wolken halfen ihnen, zumindest bis Sonnenaufgang.Aber sobald es hell würde, könnten sie sich nirgendwo verbergen [ Pobierz całość w formacie PDF ]