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.Was den einen »Kings and Queens «-Partys, Sissi-Filme und die dazugehörigen Kostüme oder auch der »Koninginnetag«, zu dem alljährlich Schwule aus ganz Europa nach Amsterdam pilgern, das sind den anderen die »Monarchie-Liga«, die in Deutschland die Wiedereinrichtung der Monarchie plant, mit dem Katholizismus als Staatsreligion, oder die Seligsprechung des letzten Habsburgerkaisers Karl und seiner Gattin Zita.Ähnliche Vorträge von »katholischen Rechtsradikalen« hörte ich im Laufe der nächsten Jahre bei den Herrenabenden immer wieder, so etwa von dem Wiener Soziologen Friedrich Romig.Durch seine verschiedenen Ämter war er geradezu prädestiniert für die Herrenabende, die Finanzkraft, politisch rechtes Gedankengut und katholischen Integralismus vernetzten.Romig war Professor für Politische Ökonomie, daneben zwei Jahrzehnte lang Planungschef des größten österreichischen Öl- und Chemiekonzerns OMV und spielte in seiner Funktion als Europabeauftragter des St.Pöltener Bischofs Kurt Krenn sowie Mitglied der Europakommission der Österreichischen Bischofskonferenz im österreichischen Katholizismus eine wichtige Rolle.In seinem von Antisemitismus geprägten Vortrag beklagte Romig u.a., dass die katholische Kirche ihren Widerstand gegen eine - von ihm im Einzelnen beschriebene - Judaisierung der Welt aufgegeben habe, so dass der »Triumphzug des Antichristen« nicht mehr aufzuhalten sei.Mit ähnlich antisemitischen Thesen wartete im Herbst 2000 der österreichische Theologieprofessor Robert Prantner bei einem der Herrenabende auf.Der 1931 geborene Theologe war über viele Jahre wissenschaftlicher Berater konservativer österreichischer Politiker, etwa von Bundeskanzler Julius Raab.Er ist Gesandter und bevollmächtigter Minister des Souveränen Ritterordens von Malta, hat also einen der vornehmsten Titel inne, die ein Laie in der katholischen Kirche erlangen kann.Seit 1982 ist er Professor an der kirchlichen Hochschule Stift Heiligenkreuz vor den Toren Wiens, die nicht nur den Namen Papst Benedikts XVI.trägt, sondern von diesem in besonderer Weise unterstützt wird.Heiligenkreuz gehört mit zu den wenigen Hochschulen in aller Welt, die der Papst während seiner Auslandsreisen durch einen Besuch beehrt hat.Ob Benedikt bewusst war, dass dort Leute wie Robert Prantner lehren? Vermutlich nicht, aber vielleicht wäre das ja auch gerade ein Grund für ihn gewesen, der Hochschule einen Besuch abzustatten.Robert Prantner ist in der katholischen Kirche Österreichs aber auch als Hauptvertreter des antisemitischen und seit 1994 kirchlicherseits verbotenen Anderl-von-Rinn-Kultes bekannt.Verehrt wird in diesem obskuren Kult der 1462 im Alter von drei Jahren umgekommene Bub Anderl Oxner von Rinn.Im 17.Jahrhundert entstand im Zuge der damaligen antijudaistischen Strömungen in Tirol die Legende, er sei von durchziehenden, ortsfremden Juden im Rahmen eines Ritualmordes hingerichtet worden.Heutzutage bemüht sich auch das von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern gegründete »Stormfront«-Netzwerk mit ausdrücklicher Berufung auf Prantner um die weltweite Verbreitung der wissenschaftlich inzwischen als unhaltbar geltenden Legende.Die immer mehr um sich greifende Vernetzung erzkonservativer Katholiken mit sonst eher religionsfernen rechtsradikalen Vereinigungen wird hier sehr anschaulich.Bei seinen Bemühungen um den Anderl-Kult konnte sich Prantner stets auch der ausdrücklichen Unterstützung Bischof Krenns erfreuen.In seinem Vortrag stellte der Professor neben die Juden auch noch die Freimaurer als eigentliche Feinde der katholischen Wahrheit.Sie unterwandern angeblich die katholische Kirche, um sie dann von innen zu zersetzen.Die Freimaurer wurden mit ihrem Einsatz für Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Humanität nicht nur von den Nationalsozialisten als Staatsfeinde verfolgt, sondern waren über Jahrhunderte auch in der katholischen Kirche geächtet [ Pobierz całość w formacie PDF ]