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.Im Altbau des Gebäudes gab es einen Aufzug, der vom Keller bis zum Speicher fuhr.Er war vor Jahren eingebaut worden, als sich im Erdgeschoss noch ein weiterer kleiner Speisesaal befand, der ausschließlich von den schon etwas älteren Heimbewohnern genutzt werden sollte.Damit wurde hauptsächlich sowohl das Essen als auch das Geschirr von der im zweiten Stock gelegenen Küche in diesen Raum befördert.Der Zweckmäßigkeit halber diente er aber auch als Lastenaufzug für allerlei Sachen, die aus irgendwelchen Gründen auf den Speicher oder in den Keller verfrachtet wurden.Es gab nichts mehr zwischen Nicoletta und Uwe, was die Frau in irgendeiner Weise in Gewissenskonflikte hätte bringen können.Je mehr sie über ihren Geliebten nachdachte, um so mehr war sie sich sicher, dass mit Uwes Tod die ganze Geschichte doch noch ein für sie gutes Ende finden würde.Und sie wusste, dass jede Minute zählte.Uwe schaute sie an und zuckte mit den Schultern."Ist ja schon gut", entschuldigte er sich.Nicoletta nahm den Inhalt und die Böden aus dem Kühlschrank."Hier passt der Kleine locker rein.Komm Uwe bring ihn her."Mathae war ein Leichtgewicht und machte es Stromberg leicht, den Körper des wie leblos anmutenden Jungen in dem Kühlschrank zu verstauen.„Wir brauchen ihn nicht einmal zu fesseln.Das sieht aus wie ein Unfall, wenn er gefunden wird und das Schlafmittel wird vielleicht nie nachgewiesen“, sagte der Doktor um Uwe noch mehr zu ermutigen und von den Vorteilen ihres Handelns zu überzeugen."Passt doch wie gemacht", sagte Nicoletta, als Uwe die Tür geschlossen hatte.Der Doktor und ihr Freund schauten sie verwundert über ihre zur Schau gestellte Respektlosigkeit an.Uwe nahm eine Sackkarre, schob sie unter den Kühlschrank und wartete abmarschbereit auf weitere Instruktionen."Was ist los? Was guckst du so?", Dr.Heb wirkte noch nervöser und fahriger."Bring ihn hoch auf den Speicher.""Und dann?, Uwe brauchte Anweisungen, selbstständiges Denken und Handeln war nicht sein Fall, schon gar nicht in einer solchen Situation."Nichts und dann.Du stellst ihn ziemlich weit hinten in dem Gemuckel ab.So, dass er nicht jedem sofort ins Auge fällt, sondern ganz unauffällig und das war es.Dann kommst du wieder her", sagte Dr.Heb in rauem, hörbar verärgertem Ton."Okay, das geht ja alles einfacher als gedacht." Uwes Feststellung war ehrlich und seine Zufriedenheit über den Hergang war ihm anzusehen.Er musste sich noch nicht einmal die Hände schmutzig machen, um Mathae zum Schweigen zu bringen.Es genügte, den Jungen in seinem Versteck seinem Schicksal zu überlassen, bis er qualvoll verdurstete.Die Wahrscheinlichkeit, dass Mathae in seinem kleinen Verließ erstickte, war ohnehin um ein vielfaches größer."Ich werde mit Uwe gehen und oben warten, wenn der Aufzug ankommt.Sicher ist sicher." Nicoletta machte auf den Doktor den Eindruck, dass sie jegliches Risiko ausschließen wollte und deshalb stimmte er ihrer Idee zu.Er konnte nicht ahnen, dass seine Komplizin nur eine Gelegenheit suchte, um Uwe Stromberg zu ihrem willfähigem Henker zu machen."Okay, das ist eine gute Idee", segnete Friedhelm Heb Nicolettas Vorschlag ab."Aber beeilt euch, die Polizei wird sehr bald hier aufkreuzen", sagte der Doktor eher zu der Rumänin gerichtet, denn schließlich galt es noch Uwe Stromberg aus dem Weg zu räumen.*29.06.1994Richard Mees musste kurz gähnen.Eigentlich war gleich Fußball angesagt, Marokko gegen die Holländer.Das war nicht mehr zu schaffen, auch wenn er davon ausging, dass die Verhaftung von Uwe Stromberg nicht mehr als ein Kinderspiel war.Die Büchse Paulaner, die er während der Fahrt getrunken hatte, machte Appetit auf mehr.Richard überlegte kurz und kam zu der Einsicht, dass er sich das an diesem Nachmittag nicht leisten konnte, denn sein erster Weg führte ihn geradewegs ins Polizeirevier von Montabaur.Richard war mit den Örtlichkeiten vertraut und steuerte direkt das Büro von Oberkommissar Wagner an.Er hatte Sandra Götze noch vom Auto aus informiert, dass er auf dem Weg nach Montabaur war und sie nochmals instruiert herauszufinden, wo Stromberg sich momentan aufhielt.Um 17 Uhr stand er im Büro des leitenden Polizeibeamten in der Kreisstadt.Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Oberkommissars hielt sich entgegen Richards erstem Besuch arg in Grenzen.Es war nicht so, dass Wagner und seine Leute unbedingt scharf auf Stress und Arbeit waren, aber in diesem Fall wären sie schon gerne stärker eingebunden gewesen.Immerhin war Montabaur ihre Stadt und ein bisschen Aufmerksamkeit hätte dem Revier gut getan.Gerade dann, wenn der honorigste Bürger der Gemeinde verschwunden war und die Frage nach dessen Verbleib inzwischen die ganze Stadt beschäftigte.Außerdem konnte er es nicht leiden, wie ein alter Dorfpolizist behandelt zu werden, der nur Parksünder überführt und Auffahrunfälle protokolliert.Die vermeintliche Arroganz der Kollegen aus der Stadt kotzte ihn an."Aha, James Bond erweist uns die Ehre!""Och, Martin.", mehr sagte Richard nicht.Die Ironie in Wagners Worten ärgerte ihn zwar, aber er tat, als hätte er es überhört.Einfach die Sache hier so schnell wie möglich hinter sich bringen und dann in den Feierabend.Ihm stand der Sinn nach kaltem Bier."Was führt dich zu den Hilfssheriffs?", Martin Wagner blieb weiter in der Offensive."Ich will Uwe Stromberg, den Mörder von Frank Baumel verhaften und brauche eure Unterstützung für den Fall, dass er wider Erwarten doch Schwierigkeiten machen sollte."Kommissar Mees knallhart vorgetragene Information erstickte jede weitere Angriffsaktion von Wagner.Einen Augenblick schien es, als hätte der Oberkommissar den berühmten Kloß im Hals."Uwe Stromberg ist der Mörder von Baumel?", Wagners Tonfall war plötzlich auf dem Niveau eines Ungläubigen angesiedelt.Und jetzt eine Breitseite, dachte sich Richard und erwiderte cool, wie es eben sonst nur 007 kann."Was hast du denn gedacht?" Er wusste, dass er darauf keine Antwort bekommen würde.Wagner musste schlucken und fragte sich für einen kurzen Moment, ob wirklich James Bond vor ihm stand.Bevor er eine weitere, Richard nur nervende Frage stellen konnte, kam der "Superagent" zur Sache."Also ich würde dich bitten, mir zwei Beamte zur Verfügung zu stellen, die mich bei der Verhaftung Strombergs begleiten."Für einen kurzen Moment stutze Wagner.Natürlich würde er zwei Beamte zur Verfügung stellen, ging es ihm durch den Kopf.Aber wenn in Montabaur schon einmal ein Mörder verhaftet wird, dann hat der ranghöchste Polizeibeamte auch dabei zu sein [ Pobierz całość w formacie PDF ]