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.«Valendrea setzte sich.»Nun, was möchte Clemens?«»Ich selbst möchte etwas.Was haben Sie mit Ihrem gestrigen Besuch beim Archivar bezweckt? Was sollte diese Einschüchterung des Kardinalarchivars? So etwas ist ungeheuerlich.«»Ich wüsste nicht, dass die Archive in den Zuständigkeitsbereich der Kongregation für das Katholische Bildungswesen fallen.«»Beantworten Sie meine Frage.«»Dann sind Sie also doch in Clemens’ Auftrag hier.«Ngovi schwieg, eine Taktik, die der Afrikaner, wie Valendrea aufgefallen war, häufig anwandte – und die ihn selbst dazu brachte, zu viel zu verraten.»Sie beriefen sich dem Archivar gegenüber auf eine Mission, die für die Kirche von größter Bedeutung sei.Und außergewöhnliche Maßnahmen erfordere.Wovon sprachen Sie da?«Valendrea fragte sich, wie viel der Schlappschwanz aus dem Archiv wohl weitergegeben haben mochte.Gewiss hatte er seine eigene Sünde, die Vergebung einer Abtreibung, nicht gestanden.Das hatte der alte Trottel sich bestimmt nicht getraut.Oder doch? Valendrea beschloss, dass Angriff die beste Verteidigung war.»Wir beide wissen, dass Clemens vom Fatima-Geheimnis besessen ist.Immer wieder geht er in die Riserva.«»Das ist das Vorrecht des Papstes.Es ist nicht an uns, das zu hinterfragen.«Valendrea beugte sich im Sitzen vor.»Warum macht sich unser guter Pontifex so große Sorgen um etwas, was alle Welt schon weiß?«»Diese Frage steht weder Ihnen noch mir zu.Johannes Paul II.hat meine Neugierde mit der Enthüllung des dritten Geheimnisses befriedigt.«»Sie waren an der Kommission beteiligt, nicht wahr? Der Prüfkommission, die das Dokument analysierte und die offizielle Interpretation verfasste, die mit dem Geheimnis veröffentlicht wurde?«»Ich hatte die Ehre.Ich hatte mich schon lange für die Abschlussbotschaft der Jungfrau interessiert.«»Aber der Text entsprach den vorher geweckten Erwartungen so ganz und gar nicht.Er sagte kaum etwas aus, abgesehen von den üblichen Aufforderungen zur Buße und zum Glauben.«»Er sagte einen Anschlag auf den Papst voraus.«»Das erklärt, warum die Kirche die Verkündigung all die Jahre unter Verschluss hielt.Man wollte schließlich nicht irgendeinen Irren auf die Idee bringen, er müsse im Auftrag Gottes den Papst erschießen.«»Wir halten das für das Motiv hinter Johannes’ XXIII.Anordnung, das Geheimnis zu versiegeln.«»Und was die Jungfrau vorhergesagt hat, ist eingetreten.Jemand hat versucht, Paul VI.zu erschießen, und dann schoss dieser Türke auf Johannes Paul II.Aber das beantwortet nicht meine Frage, warum Clemens das Bedürfnis hat, immer wieder die ursprüngliche Niederschrift zu lesen.«»Ich kann nur wiederholen: Es steht weder Ihnen noch mir zu, das zu hinterfragen.«»Es sei denn, einer von uns beiden würde Papst.« Er wartete ab, ob sein Gegner den Köder schluckte.»Sie sind nicht Papst, und ich bin es auch nicht.Ihr Versuch war eine Verletzung des kanonischen Gesetzes.« Ngovis Stimme blieb ruhig, und Valendrea fragte sich, ob dieser gelassene Mann jemals die Beherrschung verlor.»Wollen Sie mich verklagen?«Ngovi zuckte mit keiner Wimper.»Wenn es Aussicht auf Erfolg hätte, würde ich es sofort tun.«»Dann müsste ich vielleicht zurücktreten, und Sie könnten mein Nachfolger als Staatssekretär werden.Das würde Ihnen gefallen, nicht wahr, Maurice?«»Ich würde Sie einfach nur gerne nach Florenz zurückschicken, wo Sie und ihre Medici-Vorfahren hingehören.«Valendrea riss sich zusammen.Der Afrikaner war ein Meister geschickter Provokationen.Dies hier war eine gute Übung für das Konklave, wo Ngovi mit Sicherheit alles in seiner Macht Stehende tun würde, um ihn zu einer Dummheit herauszufordern.»Ich bin kein Medici, sondern ein Valendrea.Wir waren Gegner der Medici.«»Aber garantiert erst nach dem einsetzenden Niedergang der Medici.Ich könnte mir vorstellen, dass auch Ihre Vorfahren schon Opportunisten waren.«Valendrea erkannte ihre Auseinandersetzung als das, was sie tatsächlich war: Die beiden wichtigsten Konkurrenten um den Papststuhl standen sich Auge in Auge gegenüber.Ihm war vollkommen klar, dass Ngovi sein schwierigster Gegner sein würde.Dass der Erzbischof von Nairobi sich nicht aktiv um die Papstwürde bemühte, machte ihn nur umso gefährlicher.Wenn man ihn nach seinen Plänen befragte, wies der gerissene Hund alle Spekulationen mit einer Handbewegung zurück und berief sich auf seine Achtung vor Clemens XV.Valendrea ließ sich dadurch nicht in die Irre führen.Noch nie hatte ein Afrikaner auf dem Stuhl Petri gesessen.Was für ein Triumph das wäre.Selbst wenn Ngovi keinen persönlichen Ehrgeiz hegte, schlug sein Herz zweifellos für Afrika, und er machte kein Hehl aus seiner Überzeugung, dass Afrika etwas Besseres verdient hatte als seine gegenwärtige Realität.Und was konnte man für eine bessere Ausgangsbasis haben, soziale Reformen voranzubringen, als als Oberhaupt der katholischen Kirche?»Geben Sie es auf, Maurice«, sagte Valendrea [ Pobierz całość w formacie PDF ]