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.Einige Leichen lagen in großen Blutlaken, und zumindest einer von ihnen war durch seine, Frans, Hand gestorben.Unter den Toten befanden sich auch Kinder.Vermutlich waren solche Tragödien wohl unvermeidlich.Frans versuchte sich an die Toten zu erinnern, deretwegen sie zu dieser Mission aufgebrochen waren, an die abgeschlachteten Fischer und an das Stallmädchen Rosella, doch beim Anblick der reglosen Leichen wurde ihm fast übel.Sein einziger Trost war, dass er keine Soldaten aus Kleeh unter den Toten entdeckte.Der Kampf schien allmählich dem Ende zuzugehen.Er schritt inmitten wabernder Rauchwolken durch die Siedlung.Aus der Ruine eines der länglichen Häuser drang unaufhörliches Schluchzen.Frans wandte sich um und sah, dass eine Wildländlerin in der Asche kauerte und etwas Kleines auf dem Arm hielt.Frans wandte hastig den Blick ab.Er wollte lieber nicht wissen, um wen sie trauerte.Riehs’ Männer hatten die Überlebenden des Kampfes am anderen Ende des Lagers zusammengetrieben, wo die Gebäude noch mehr oder weniger unversehrt schienen.Eines war eine Art Hütte, die wie die länglichen Häuser aus Lehm erbaut und mit Reet gedeckt war.Ein anderes war ein überdachter Zwinger, in dem die riesigen Hunde jaulten und sich, so weit es ihre Leinen zuließen, an die hintere Wand drückten.Sie waren immer noch an einem Pfahl in der Mitte angebunden.Hätte das Feuer das Gehege erreicht, wären diese riesigen Bestien, die von schweren Dornenhalsbändern zurückgehalten wurden, hilflos und qualvoll verbrannt.Frans merkte ihnen an, dass Feuer, Krach und Rauch sie erschreckt hatten, und er vermutete, dass auch sie den beißenden Geruch von Blut in der Luft wahrnahmen, der ihm in die Nase gestiegen war.Einer der Soldaten drehte sich um, als Frans näher kam, und zeigte auf die schiefe Hütte neben dem Hundezwinger.»Dort haben sie die Pferdemeisterin gefangen gehalten«, erklärte er knapp.Frans starrte angewidert auf die Hütte.Es war kaum mehr als eine Erdhöhle, dunkel, stinkend und kalt.Er wandte sich wieder dem Soldaten zu: »Sind das alle Barbaren, die noch am Leben sind? Es waren doch sicher mehr.«Der Soldat deutete mit dem Kopf auf die sich aneinanderdrängenden Wildländler, die von den Soldaten aus Kleeh umstellt waren.Frans betrachtete sie genauer und runzelte die Stirn.»Das sind ja alles Frauen und Kinder!«Ein Hauptmann hörte ihn und drängte sich durch seine Soldaten hindurch zu Frans.»Die Männer sind geflohen.Zumindest die, die nicht beim ersten Angriff getötet worden sind.«Frans musterte die Menschen, die sich ängstlich umklammert hielten.Ein solches Elend hatte er noch nie gesehen.Diese Barbaren waren klein und stämmig.Die Frauen trugen Stoffkleider und darüber verfilzte, fettige Tierfelle.Ihre Haare sahen nicht besser als die Felle aus.»Sie haben sie einfach zurückgelassen«, sinnierte er.»Sie sind davongelaufen und haben ihre Familien im Stich gelassen!«Der Hauptmann zuckte mit den Schultern.»Barbaren eben.«»Barbaren, gewiss, aber es sind doch auch Menschen«, erklärte Frans nachdrücklich.Der Hauptmann warf ihm einen gleichgültigen Blick zu.»Sie töten Kinder, edler Herr.«»Ja, das weiß ich auch.« Frans trat auf die Gruppe Wildländlerinnen zu und bemerkte, dass keine vor ihm zurückwich.Einige der Frauen sahen ihn grimmig an und schoben ihre Kinder hinter sich.Ein oder zwei ältere Jugendliche warfen sich trotzig in die Brust und gaben sich den Anschein von Mut, obwohl ihnen Angst und Schrecken in die schmutzigen Gesichter geschrieben stand.Frans ging um sie herum und versuchte, seine Bestürzung zu verbergen.Er hatte keine Nerven für so etwas und war überzeugt, dass er einen schlechten Soldaten abgeben würde.»Gehen Sie nicht zu nah an sie heran, edler Herr«, warnte der Hauptmann neben ihm.Frans sah sich überrascht um.Er hatte nicht bemerkt, dass der Mann ihm gefolgt war.»Es besteht doch jetzt sicher keine Gefahr mehr«, erwiderte Frans.»Es besteht immer Gefahr«, antwortete der Hauptmann.»Ich muss das Mädchen aus Onmarin finden«, erklärte Frans.»Dann sollten Sie vielleicht unter den Toten suchen.Diese Barbaren sehen für mich alle gleich aus.«Bei dem Gedanken, der trauernden Mutter erklären zu müssen, dass sie noch eine Tochter verloren hatte, verkrampfte sich Frans unwillkürlich der Magen.Er blickte zum anderen Ende des Lagers, wo die Leichen auf einem Haufen gestapelt worden waren, dann betrachtete er die erbärmlichen Überlebenden.Er würde das Kind zuerst hier suchen.Als er um die Barbaren herumging, beobachteten sie ihn mit zusammengekniffenen, wachsamen Augen.Inmitten der kleinen Gruppe wimmerte ein Kind, doch jemand brachte es schnell zur Ruhe.Einige von ihnen saßen auf dem harten Boden, andere knieten oder standen.Sie bildeten einen Kreis und blickten alle nach außen.Sie erinnerten Frans an ein Rudel Rehe, das sich auf einer Jagd, an der er teilgenommen hatte, in einem schützenden Kreis zusammengedrängt hatte.Diese Leute haben wirklich etwas Animalisches an sich, dachte er lieblos.Sie waren schmutzig, und sie stanken, aber es war noch mehr als das.Sie hatten keinerlei soziales Verhalten entwickelt, das eine zivilisierte Gesellschaft zusammenhielt.Sie hatten nicht gelernt, ihre Triebe zu unterdrücken, und wussten nicht, wie es war, nicht ständig ums reine Überleben kämpfen zu müssen.Diese Leute waren nur mit ihrem Land verwurzelt, und dieses Land hatte sie nicht gut behandelt.Frans dachte weiter darüber nach, obwohl ihm das in dieser Situation eigentlich unangemessen und belanglos vorkam.Angenommen, wir würden ihnen helfen, anstatt sie zu jagen?, dachte er.Wenn wir ihnen Schiffe mit Gütern schicken würden, mit Getreide, Kleidung oder Werkzeug?Er hielt inne und gab zwei Frauen, die Schulter an Schulter vor ihm standen, ein Zeichen.Die eine war ein grauhaariges, kleines altes Weib.Die andere war etwas jünger, und ihr Gesicht wurde von einer abscheulichen Narbe entstellt.Die gesunde Gesichtshälfte war vollkommen unbewegt.»Treten Sie zur Seite!«, forderte er sie auf und winkte mit der Hand.In seiner rauen Stimme drückten sich seine widersprüchlichen Gefühle aus [ Pobierz całość w formacie PDF ]