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.Eleanor Kerchner kam nicht darin vor, auch keine spukende Puppe, doch er las eine Geschichte über ein holländisches Mädchen, das an einer Kanalschleuse spukte, und die eines kleinen Jungen, der sich erhängt hatte.Dann gab es noch eine Dame, die an ihrem Hochzeitstag sitzen gelassen wurde und Wochen später tot im Hochzeitskleid aufgefunden wurde.Der Sage nach tänzelte ihr bleiches Skelett durch den Autoverkehr und zwickte wahllos irgendwelche Menschen.Als Zach allmählich langweilig wurde, legte er Zettel, die er mit rätselhaften Wörtern beschrieben hatte, zwischen die Seiten.Noch ein wenig später hörte er leises Stimmengemurmel und hoffte, es bedeutete, dass Poppy und Alice sich vertrugen.Erleichtert schloss er kurz die Augen.Schließlich hatten sie noch vor, ein Grab auszuheben, und sie mussten sich dabei vermutlich mit Scheren oder Stöckchen oder was sie sonst noch fanden behelfen.Das klang nach harter Arbeit.Und doch musste sie getan werden, daran zweifelte Zach keine Sekunde.Deswegen brauchte er noch ein bisschen Ruhe.Er lehnte sich auf dem Sofa zurück und legte die Wange in seine Armbeuge.Diesmal träumte er, dass er auf einem Rasen lag und an einem großen Haus hinaufsah.Er konnte seine Beine nicht bewegen.Irgendetwas stimmte mit seinen Augen nicht.Am Rande seines Gesichtsfelds war alles unscharf, doch er konnte sehen, dass überall die kaputten Überreste von Porzellanpuppen herumlagen.Und dann hörte er eine Stimme und wusste, dass sie Eleanors Vater gehörte.»Sie könnte eine von ihnen sein.Sie sieht aus wie eine kaputte Puppe.«Als Zach aufwachte, beugte sich eine unbekannte Frau über ihn.Sie sah aus, als würde sie gleich schreien, aber er kam ihr zuvor.Vierzehntes KapitelDie Frau hob abwehrend die mageren Arme, als wäre sein Schrei ein Angriff.Zach zog die Beine an, sprang über die Lehne und landete hinter dem Sofa.Sie zwinkerte wie eine Eule hinter ihrer neongrünen Brille.Die Frau war ungefähr so alt wie Zachs Mutter und hatte kurze pinkfarbene Locken.Von oben drang Licht durch die Fenster.Es war Sonntagmorgen.Er hatte die Nacht durchgeschlafen.Als er den Blick schweifen ließ, entdeckte er Poppy und Alice auf einem anderen Sofa.Sie hatten ihre Köpfe in entgegengesetzten Richtungen gebettet und schlugen gerade die Augen auf.Poppy richtete sich erschrocken auf.»Wer sind Sie?«, fragte Zach.»Ich arbeite hier«, antwortete die Frau.»Ich bin Bibliothekarin.Ich wollte sonntags arbeiten, das tue ich immer – ich muss neue Bücher bestellen und das ist einfacher, wenn keine Kunden da sind.Und jetzt erzählt mir bitte, was ihr drei hier macht.Seid ihr allein? Ich dachte, ich hätte unten etwas gehört.«»Hm«, sagte Zach noch ganz verschlafen.Ihm fiel keine Antwort ein.»Wir sind nur zu dritt«, erwiderte Alice und rieb sich das Gesicht.»Wir haben das Fenster offen gelassen.Wahrscheinlich haben Sie den Wind gehört.«Die Bibliothekarin musterte die Kinder gründlicher.»Ihr habt Glück, dass ich nicht sofort die Polizei gerufen habe.Wie alt seid ihr eigentlich?«Endlich war Zachs Gehirn ganz wach und er begriff, in welch schwieriger Lage sie sich befanden.Das gab Ärger.»Zwölf«, sagte er.Die Frau wandte sich an Alice und Poppy.»Und was denken eure Eltern, wo ihr seid?«Alice zuckte die Achseln.»Ja, dann gehen wir mal in mein Büro und rufen sie an, würde ich sagen.Ich hoffe nur, dass ihr keinen Schaden angerichtet habt, sonst überlege ich es mir und rufe doch die Polizei.«»Wir haben nichts kaputt gemacht«, sagte Poppy.»Sie können nachsehen, ob wir die Wahrheit gesagt haben.Wenn ja, können Sie uns doch laufen lassen.Wir machen Ihnen auch keinen Ärger mehr.«»Entweder rufen wir jetzt eure Eltern an«, sagte die Bibliothekarin mit den pinkfarbenen Haaren, »oder ich hole die Polizei.«Adrenalin rauschte in Zachs Blut.Er dachte daran, wegzulaufen.Wenn sie alle gleichzeitig zur Tür rannten, würden sie es wahrscheinlich schaffen.Alice hatte die Schuhe ausgezogen, das war ein Problem, aber vielleicht könnte sie sie mitnehmen.Und dann war da noch die Puppe.Poppy hielt sie nicht im Arm, das war ungewöhnlich.Zach fiel ein, wie er das letzte Mal aufgewacht war und die Königin nicht dort vorgefunden hatte, wo sie hätte sein sollen.Doch als er sich in der Bibliothek umschaute, schien alles an seinem Platz zu sein.Die Sofas waren nicht aufgeschlitzt, das Polster nicht herausgezerrt und auch die Lebensmittel aus dem Pausenraum lagen nirgends herum.In der Zwischenzeit war die Gelegenheit zur Flucht verstrichen.Die Bibliothekarin scheuchte sie von den Sofas und er konnte mit keinem der Mädchen Blickkontakt aufnehmen.Wenn er abhauen würde, war nicht sicher, ob sie mitkämen.»Kommt mit nach hinten, dann koche ich euch einen Tee«, sagte die Frau mit der pinkfarbenen Frisur.»Ihr wirkt, als hättet ihr einen nötig.«Anscheinend sahen sie in den Sachen, die sie Tag und Nacht getragen hatten, ziemlich heruntergekommen aus, als sie nun zum Pausenraum schlurften.Die Katzenohren an Alice’ Kapuzenpulli waren komisch verknickt und Poppy hatte Tinte auf der Wange, als wäre einer ihrer vielen Kulis ausgelaufen.Dachte die Bibliothekarin, sie wären obdachlos? Zach fragte sich, ob sie sie davonkommen lassen würde, wenn er das behauptete.Auf halbem Weg durch den Lesesaal blieb Poppy stehen.»Halt, wo ist die Königin?« Ihre Stimme war schrill vor Panik.»Das weißt du nicht?«, fragte Zach.Er sah sich noch einmal um, als erwartete er, die Puppe gleich irgendwo auftauchen zu sehen.Die Bibliothekarin zog die Augenbrauen hoch, als würde sie eine Erklärung erwarten.»Sie meint ihre Puppe«, sagte Zach.»Sie ist sehr alt.Poppy hat sie wohl verloren.«»Und wann hast du sie das letzte Mal gesehen?«, fragte Alice.»Ich hatte sie bei mir, als ich mich aufs Sofa gesetzt habe«, antwortete Poppy.»Das weiß ich genau.Sie lag direkt neben mir, als ich eingeschlafen bin.«»Davor lag sie auf dem Kartentisch«, steuerte Zach bei.»Vielleicht hast du sie da vergessen … «»Ich habe die Puppe gesehen, als wir eingeschlafen sind«, schnitt Alice ihm das Wort ab.»Irgendwer ist anscheinend aufgestanden und hat sie woanders hingetan.«Poppy wollte zurückgehen und nachsehen, doch die Bibliothekarin nahm ihren Arm.»Ihr geht jetzt alle«, sagte sie mit beeindruckender Entschlossenheit, »mit mir in den Pausenraum und dann kümmern wir uns um die vermisste Puppe und um eure Eltern und alles andere.Die Bibliothek ist geschlossen.Wenn die Puppe hier ist, finden wir sie auch.Sie kann also nirgends hin.Und jetzt los.«Zach hoffte inständig, dass die Puppe wirklich nirgends hinkonnte.Sie nahmen auf den Klappstühlen rund um den Tisch Platz, während die Frau den Wasserkocher einschaltete.Sie suchte in den Schränken, bis sie eine Packung Fruchtriegel gefunden hatte, die sie auf den Tisch legte.»Ich bin Katherine Rausse«, sagte sie.»Ihr könnt Miss Katherine zu mir sagen.Nicht Kathy.Katherine.«»Ich heiße Poppy«, sagte Poppy.»Poppy Bell.Und das sind Alice Magnaye und Zachary Barlow.«»Das sind sehr melodische Namen«, sagte die Bibliothekarin und holte Becher aus einem Hängeschrank.Das Wasser kochte bereits, sodass sie jeweils einen Teebeutel in die Becher tat und aufgoss.Dampf quoll hoch und es duftete tröstlich nach zerkleinerten Teeblättern.»Milch haben wir nicht, aber ich stelle Zucker auf den Tisch [ Pobierz całość w formacie PDF ]