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.Jana holte tief Luft.»Du fürchtest dich davor, dass ich dich verlassen könnte, so wie Sabrina dich verlassen hat.« Sie hielt einen Moment inne und fügte hinzu: »So wie auch Katharina dich verlassen hat.«Florian blinzelte.»Du hast Angst davor, mir zu nah zu sein.«Er schwieg.»Deine Angst davor, noch einmal so enttäuscht zu werden wie damals, ist ungeheuer groß.«In diesem Moment begann er zu weinen.Freitag, 22.Juli, morgensJana und Florian waren sehr spät ins Bett gegangen.Noch lange hatten sie über sein früheres Verhältnis zu Sabrina gesprochen, und als sie endlich, von den vielen Worten erschöpft, in die Laken gesunken waren, hatte es keine fünf Minuten gedauert, und Jana war eingeschlafen.Im Gegensatz zu ihm.Das Gespräch hatte ihn aufgewühlt, und als er sie im hellen Mondlicht vor sich liegen sah, war sie ihm so zart und perfekt erschienen.Ihr ebenmäßiges Gesicht, die hohen Wangenknochen, der gerade Körperbau, alles an ihr schien ohne Makel zu sein, und was sie ihm gesagt hatte, war ihm klug und richtig erschienen.Sie hatte ihn weder angeklagt noch war sie beleidigt gewesen, doch als er neben ihr lag, war er sich auf einmal derb und unfähig vorgekommen.Noch lange hatte er an die Decke gestarrt und nachgedacht.Jetzt saßen sie einander am Frühstückstisch in seiner Wohnung gegenüber.Er hatte die Jalousien heruntergelassen, damit die Sonne die Butter, die neben Croissants und zwei Marmeladentöpfchen auf dem Tisch stand, nicht schmolz, und die gleißenden Strahlen sie nicht blendeten.Auf seinem Handy hatte er eine SMS von Sylvia Gerlach.Die Kommissarin bat ihn, so schnell wie möglich mit Dele zu sprechen, denn Rössner hatte für die Lockvogelidee grünes Licht erteilt.Mit zufriedener Miene schlürfte er seinen Kaffee und genehmigte sich eine extra Portion Orangenmarmelade, die er dick auf sein Brötchen strich.»Susan Gayle, Mitinhaberin und Rektorin des privat geführten Roosevelt Gymnasiums, ist also zu 50% Inhaberin einer guatemaltekischen Adoptionsagentur, aber wer hält die anderen 50%?«, fragte Jana in seine Gedanken hinein.Ihre Lippen tauchten in den weißen Milchschaum ein und schlürften etwas Flüssigkeit von der Oberfläche.»Guatemaltekische Anwälte.« Florian beobachtete, wie sie den Schaum von den Lippen leckte.Mitten in der Bewegung hielt sie inne.»Es könnte erklären, warum so viele dunkelhäutige Kinder das Roosevelt Gymnasium besuchen«, sagte er und erzählte ihr, dass ihm die hohe Anzahl der dunkelhäutigen Kinder in der Schule aufgefallen war.Danach stand er auf und ließ kaltes Leitungswasser in ein Glas laufen, das er mit einem Zug leerte.»Du meinst, sie verdient nicht nur Geld damit, die Kinder nach Deutschland zu vermitteln?«»Ja.Jahre später kassiert sie erneut, wenn sie auf ihrer Schule landen, weil sie ordentlich Schulgeld von den Eltern verlangt.«Jana runzelte die Stirn.»Ich gehe davon aus, dass Luz über Gayles Agentur nach Deutschland gekommen ist.Überleg doch einmal: Sabrina adoptiert ein Kind, das aus Guatemala stammt, und ausgerechnet die Mitinhaberin und Rektorin der Schule, auf die sie ihr Kind Jahre später schickt, ist auch Mitinhaberin einer guatemaltekischen Adoptionsagentur.Ist doch seltsam, nicht?«»Seit wann ist Susan Gayle Mitinhaberin?«»Seit 1997, dem Ende des Bürgerkriegs.«»Also noch bevor Luz adoptiert wurde«, schlussfolgerte Jana.Florian nickte.»In den Jahren davor wurde die Agentur von den guatemaltekischen Anwälten und einem Amerikaner betrieben.«»Etwa von Sam?«, fragte Jana entsetzt.»Nein.« Florian schüttelte den Kopf.»Der Name Delson taucht in Sabrinas Ordnern nicht auf.«Jana schwieg einen Moment und bat Florian ebenfalls um ein Glas Wasser.»Arbeitet Children’s Hope mit der guatemaltekischen Agentur zusammen?«, fragte sie.»Nein.« Florian reichte ihr das Wasser und setzte sich wieder.»Christian Sauer hat mir erzählt, dass Sabrina alles, was diese Agentur in Cobán betrifft, sie heißt übrigens Help the children, aus rein privatem Interesse recherchiert hat.Sie hatte Daten darüber auch auf einem USB-Stick gespeichert, doch wo der Stick sich jetzt befindet, weiß er nicht.Ich werde Sylvia Gerlach den Tipp geben, dann können ihre Kollegen in Sams Haus gezielt danach suchen.Sie müssten jetzt sowieso gerade dort sein.«Jana überlegte einen Augenblick.»Meinst du, dieser Christian Sauer sagt die Wahrheit?«»Ich denke schon.Was hätte er für einen Grund, zu lügen? Bis zu dem Moment, in dem ich ihn darauf ansprach, hat er die Angelegenheit nicht für allzu wichtig gehalten.Außerdem scheint er ein ehrenwerter Mann zu sein.«Jana zog zweifelnd die Augenbrauen in die Höhe.»Doch, seine Reaktion war echt.« Florian griff nach dem zweiten Croissant und strich diesmal Honig darauf.»Wir sollten diese guatemaltekische Agentur einmal genauer unter die Lupe nehmen.«Jana nickte.»Ich frage mich die ganze Zeit, was Susan Gayle gegen Sabrina gehabt haben mag«, sagte Florian.»Sie konnte sie nicht ausstehen.Frauen können grässliche Zicken sein [ Pobierz całość w formacie PDF ]