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.Tariki, der alles darangesetzt hatte, Saudi-Arabien dorthin zu bringen, wo es sich heute befand, war nicht bereit, das gewonnene Terrain wegen eines Bruderzwistes verloren zu geben.»Was willst du dem Druck deiner Familie entgegensetzen?«, fragte er.»1958 hat uns Kamals Eingreifen vor dem Zusammenbruch bewahrt, das weißt du.Und die Umstände sind heute nicht anders als damals.Du könntest die Zusammenarbeit mit ihm akzeptieren und so die erhitzten Gemüter in deiner Familie besänftigen.«»Niemals«, erklärte Saud.»Was kann Kamal, was ich nicht kann?«»Zunächst einmal müsstest du eine strikte Kontrolle der Ausgaben und Bezüge durchführen.Dann einen Haushaltsplan für mindestens drei Jahre erstellen.Aber ich glaube, dass es zu spät ist: Deine Familie hat das Vertrauen in dich verloren, und selbst wenn du guten Willen bei der Senkung der Kosten und der Verwaltung der Einnahmen beweisen solltest, werden sie nach Kamals harter Hand und seiner Umsicht verlangen.«»Wozu braucht man Feinde, wenn man Berater wie dich hat?«, wetterte Saud aufgebracht und setzte dann hinzu: »Morgen werde ich vom Wirtschaftsminister einen Haushaltsplan einfordern und eine strikte Kontrolle bei der Verteilung der Gewinne einführen.Vielleicht kann ich damit die Ungeduld meiner Onkels besänftigen.«Es war nicht mehr weit bis zum Palast, und Tariki wusste, dass sich nicht noch einmal eine solche Gelegenheit bieten würde, Saud seine wahren Absichten zu entlocken.Angetrunken – er hatte ihn mehrmals mit einem Champagnerglas in der Hand gesehen –, aufgebracht und wütend, wie er war, würde er ihn zum Reden bringen; am nächsten Tag, wenn er wieder bei klarem Verstand war und seine Gefühle unter Kontrolle hatte, war nicht mit einem Geständnis zu rechnen.»Du und ich«, sagte Tariki, »wissen genau, dass ein Haushaltsplan nicht verhindern wird, dass man dir die Führung streitig macht.« Er suchte in der Dunkelheit des Autos nach dem Blick des Königs und stellte fest, dass er lächelte.»Dein Problem ist ein anderes.«»Kamal«, ergänzte Saud.»Mein einziges Problem war immer er.«»Nun«, fuhr Tariki fort, »ich glaube, du hast nur eine Wahl: Dich mit ihm zu verbünden.«»Da irrst du dich.Mir bleibt noch eine andere Möglichkeit.«Der Wagen passierte das Portal von Sauds Residenz und fuhr durch den Park.Schließlich hielt er vor dem Haupteingang.Zwei Wächter traten heran, einer öffnete den Schlag des Rolls-Royce, während der andere mit dem Gewehr im Anschlag die Umgebung beobachtete.Bevor er ausstieg, drehte sich Saud zu seinem Wesir um und lächelte ihm ironisch zu.»Kümmere du dich darum, dass der Ölpreis steigt, den Rest übernehme ich.«Dann wies er den Chauffeur an, Tariki zu seiner Residenz zu bringen, die ganz in der Nähe lag, und verabschiedete sich.***Trotz der hohen Temperaturen zeigte sich der Januar von seiner angenehmen und schönen Seite.Morgens, wenn die Luft noch kühl und feucht war, wölbte sich ein wolkenloser blauer Himmel über dem Park der Botschaft, in dem Francesca gerne noch ein wenig spazieren ging, bevor sie mit der Arbeit begann.Oft setzte sie sich auf eine Bank und betrachtete die Palmen; sie mochte das Grün der riesigen Blätter, die sich oberhalb des Stamms sternförmig auffächerten, und das Gelb der Blüten und Früchte, die in großen Trauben hinabhingen.Sie versuchte sich eine Oase vorzustellen – ein Garten mitten in der Wüste, hatte Mauricio ihr erklärt, mit Schatten, um sich vor der sengenden Sonne zu schützen, frischem, kristallklarem Wasser aus den Wüstenflüssen, den Wadis, süßen Datteln, die die Lebensgeister weckten, und anderen exotischen Früchten, die den Beduinen ebenso kostbar waren wie Juwelen.Dennoch fiel es ihr schwer, sich dieses kleine Paradies inmitten der lebensfeindlichen Landschaft vorzustellen.Sie nutzte ihre kurze morgendliche Pause auch, um Bücher zu lesen oder die Post, die aus Argentinien eintraf.Anlässlich der Weihnachtsfeiertage, die nahezu unbemerkt an ihr vorübergegangen waren – es gab nicht einmal eine Kirche, um an der Krippe zu beten –, hatte sie Karten und lange Briefe erhalten.Ihre Mutter schickte ihr Gottes Segen und alle guten Wünsche, begleitet von Tipps und guten Ratschlägen.Fredo, der schon lange nichts mehr mit Religion am Hut hatte, überraschte sie mit dem Geständnis, dass er Antonina am 24.zur Christmette begleitet habe.Gegen neun ging Francesca in die Botschaft zurück, wo Mauricio in seinem Büro mit einer Liste von Aufgaben und Aufträgen auf sie wartete.Die Zusammenarbeit mit dem Botschafter machte ihr Spaß, und sie hatte keine Zweifel, dass auch er sie als Mitarbeiterin schätzte.Sie hatten einen harmonischen Arbeitsablauf gefunden, in dem es ohne Hektik und Stress abging.Sie planten den Tag gut durch und gerieten nur selten ins Trudeln.Francesca fühlte sich immer sicherer in ihrem Job, genau wie damals in Genf, als ihr Rat in nahezu allen Angelegenheiten gefragt war und ihr Chef sich voll und ganz auf sie verließ.Sie hatte nicht länger das Gefühl, entwurzelt zu sein, und fand es eine merkwürdige Vorstellung, dass sie sich vor einiger Zeit noch gefragt hatte, was sie eigentlich hier machte.Es schienen Jahre seit dem Morgen vergangen zu sein, als Malik sie am Flughafen von Riad abgeholt hatte.Sie hatte sich daran gewöhnt, fünfmal am Tag den Gebetsruf des Muezzins zu hören und die abaya zu tragen, sie aß Lammfleisch und trank Ziegenmilch und es schmeckte ihr.Sie begann, das Hauspersonal zu verstehen, wenn es Arabisch sprach.Die wichtigsten Straßen, Plätze und Gebäude der Stadt waren ihr vertraut; sie ließ es zwar vorsichtshalber bleiben, aber sie hätte allein ins Stadtzentrum von Riad gehen können, ohne sich zu verlaufen.Die Gerüche und das Gedränge auf dem Bazar störten sie nicht mehr, und sie hatte gelernt, die hartnäckigen Verkäufer und die Kinder abzuschütteln, die an ihrem Umhang zupften.Selbst Maliks unfreundliche Art störte sie nicht mehr.Mitte Januar hatte sie immer noch nichts von Aldo gehört.Eigentlich war sie erstaunt über sein Schweigen.Sie nahm an, dass es zwischen ihm und Dolores besser lief, dass sie nicht mehr stritten und nicht länger in getrennten Zimmern schliefen, und wer wusste, womöglich erwarteten sie ein Kind.Dieser Gedanke machte sie nicht traurig, aber auch nicht gerade glücklich.Es war diese Widersprüchlichkeit, die sie beunruhigte.Der Januar verlief ohne größere Neuigkeiten, und der Februar begann mit guten Aussichten.Deshalb wusste sie nicht, ob sie sich freuen oder Sorgen machen sollte, als Dubois ihr mitteilte, dass sie geschäftlich nach Dschidda reisen und im Haus von Prinz Kamal wohnen würden.Seit dem Fest in der französischen Botschaft hatte sie nichts mehr von ihm gehört.Kamal al-Saud war wie ein geschickter Dieb, der immer wieder in ihrem Leben auftauchte und alles durcheinanderbrachte, um dann wieder zu verschwinden und sie mit klopfendem Herzen zurückzulassen wie ein verliebtes Mädchen.Sie hatte ihm einfach nichts entgegenzusetzen.Sein Verhalten ärgerte sie, diese offensichtliche Verführung, die dann in Gleichgültigkeit umgeschlagen war.Sie hatte keineswegs die Absicht, ihn wiederzusehen.Sie wollte ihre Ruhe haben.Francesca kam zu dem Schluss, dass es sinnvoller wäre, wenn sie in Riad blieb und sich um die Belange der Botschaft kümmerte.Diesem Vorschlag widersetzte sich Dubois jedoch mit ungewohnter Entschiedenheit.Die Aussicht auf ein Treffen mit einer Delegation italienischer Geschäftsleute setzte der Diskussion schließlich ein Ende.»Ich spreche kein einziges Wort dieser verflixten Sprache.Wenn es mir gelingt, ein Treffen mit den Italienern auszumachen, wirst du bei den Gesprächen von entscheidender Bedeutung sein [ Pobierz całość w formacie PDF ]