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.Wo kämen wir denn dann hin, mit lauter jungen Neureichen … Aber träumen darf man schon.Es gibt immerhin genügend »normale« Hoffnungsträger, wie man auf der Berliner »Nacht der Talente« jedes Jahr feststellen kann: junge Manga zeichnerinnen, die es mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen können, Schüler, die Radioaktivität in Lebensmitteln nachweisen, oder begabte Nachwuchsschlagzeuger.Dass es förderungswürdigen Nachwuchs gibt, belegen Projekte wie die Berliner Agentur Campusmondi, eine Karriereberatung, die bereits Elftklässlern hilft, den optimalen Start in die Berufs laufbahn zu erwischen.Ein Projekt, das Eigeninitiative fördert, an statt sie nur vorzugaukeln wie die nicht sonderlich beliebte »Du bist Deutschland«-Kampagne.Bildung zu fördern ist eine Sache, es scheint jedoch auch en vogue zu sein, sich Bildung zu kaufen.Privatschulen werden immer beliebter.Und der Griff in die Geldbörse könnte eine Lösung sein.Verantwortlich für den Run auf Privatschulen ist das PISAFiasko.Der Bundesverband Deutscher Privatschulen gibt an, dass bereits knapp sieben Prozent der deutschen Schüler an einer der 2700 nicht staatlichen Lehranstalten büffeln, Tendenz steigend.Allein in Hessen stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Schüler in privaten Bildungseinrichtungen laut Statistischem Bundesamt um mehr als drei Prozent.Eltern, die ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, finden, dass dort stärker auf die Fragen des Lebens eingegangen wird als auf einer staatlichen Schule.Allerdings kann sich nicht jeder die Premium-Ausbildung leisten, und es gibt nur wenige Stipendiaten.Doch auch für Otto Normalbildungsverbraucher sieht es nicht ganz so schlecht aus.Ein Bremer Rektor bringt seinen Zöglingen in einem neuen Schulfach »Umgang, Benehmen und Verhalten« bei; die hessische Landesregierung wirbt mit einer Unterrichtsgarantie ohne Stundenausfall; bundesweit erprobt man Fremdsprachen-lernen ab der dritten Grundschulklasse; und die Uni Tübingen bie-tet eine »Kinder-Uni« an, in der schon die Kleinsten den Spaß am Lernen entdecken können.»Ihr seid gar nicht so dumm, wie ihr ausseht.«Muhammad Ali 1963 zu den Beatles Es tut sich was in Doofistan.Sollte unsere Generation also neidisch sein, weil es für die, die nach uns kommen, bergauf zu gehen scheint? Nein, denn die Gefahr ist noch nicht gebannt.Intelligenzforschern zufolge klafft in unserer Gesellschaft bereits ein ebenso tiefer Ab-grund zwischen Schlau und Dumm wie zwischen Arm und Reich – und beides hängt kausal zusammen.Während die Hochintelligen ten und Begüterten ihr Level halten oder sogar ausbauen können, fallen niedrigere soziale Schichten weit zurück.Kindern aus finanzi ell bessergestellten Familien gelingt es wesentlich leichter, eine viel versprechende Bildungskarriere zu absolvieren.In sozial schwachen Familien scheinen sich dagegen die Probleme und damit oft auch Unfähigkeit und Wissensmangel zu vererben.Hohe Intelligenz bedeutet Wohlstand, geringe leider nur ein schlechtes Einkommen.Wirklich dramatisch wird es, wenn sich die Probleme in der Folgegeneration fortsetzen.Denn man könnte der trügerischen Hoffnung erliegen, in der deutschen Gesellschaft werde es den Er wachsenen von morgen gelingen, aus der finanziellen und geistigen Armut auszubrechen und im besten Fall eine höhere Bewusstseins-stufe zu erreichen.Wird die Welt nicht zwangsläufig gerechter – durch Sozialgesetzgebung und Weiterentwicklung der Art?Nö, Pech gehabt.Die PISA-Studien haben nicht nur festgestellt, dass die deutschen Schüler doof sind.Es gibt auch kein anderes europäisches Bildungssystem, das so wenige Möglichkeiten bietet, vom geistigen Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen.Wer heu-te arm geboren wird, bleibt meist auch arm.Wer dumm ist, bleibt meist auch dumm.Wer arm und dumm ist … Nun ja, Sie ahnen es schon.Hinzu kommt, dass Intelligenz, oder eben Dummheit, erblich sind.Sechzig bis achtzig Prozent hängen angeblich von den Genen ab, den Rest bestimmt die Umwelt.Damit sich Lernen lohnt, müssen Schul-und Universitätsab schlüsse wieder einen Wert bekommen – mehr Praxis, weniger Nasepopeln.Wir müssen einsehen, dass Bildung mehr ist als das Papier des Abschlusszeugnisses, und dass sie uns hilft, uns zu verändern und das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.Bis-her sind die meistgeliebten Idole nicht Manager, Forscher oder No belpreisträger, sondern Sportler, Sänger oder Schauspieler.Mit der richtigen Ausbildung und ein bisschen Glück und Spucke könnte sich das bald ändern.Falls nicht, können wir vielleicht noch zu Lebzeiten den Untergang des Abendlands erleben.Dann ergeht es uns tatsächlich wie den Römern, die Orgien feierten, Wein aus Schläuchen soffen und sich nach dem Mahl erbrachen, um befreit weiterfressen zu kön-nen, während ihr eigener Kaiser ihnen die Stadt abfackelte und ihre Legionen von germanischen Unholden vermöbelt wurden.MTV, RTL, Gameboy und Playstation sei Dank werden die Generation Doof und ihr Nachwuchs dann zu willenlosen Konsumenten de-generieren, von denen jeder die geistige Aufnahmekapazität eines nassen Schwamms besitzt.Es ist endlich an der Zeit, dass sich Deutschland nicht nur zu seiner Bildungsschwäche bekennt, sondern auch danach handelt.Nix Elitenförderung, bevor wir nicht den Rechtschreibreformversa-gern und Bildungsschlusslichtern das Händchen gereicht haben.Umgekehrt gilt dies auch für die Bildungsverweigerer, Spaßfeti schisten, Wissensbremser und Bücherfaultiere: Wir müssen Verant wortung für unser Leben übernehmen, den Unterschied zwischen Spaß und Freude endlich kapieren und das Hemd der Bescheiden heit über unsere Wohlstandsplauze ziehen.Mit dem entsprechenden Bildungspolster wird es uns auch gelingen, einen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass er uns getrost einstellen kann – und wir müssen uns endlich keine beschönigen den Formeln mehr ausdenken, wenn es um unsere mangelhafte Qualifikation geht.Wir brauchen dann auch keine Ratgeber in Zeitschriften mehr, die uns sagen, was als Notlüge im Vorstellungsgespräch erlaubt ist und was nicht.Wir, die Angehörigen der Generation Doof, machen im Beruf so weiter, wie wir in der Schule angefangen haben: Kommste heut nich, kommste morgen.Und was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen.Trotzdem haben wir im besten Fall den einen oder anderen Posten ergattert.Aber dort benehmen wir uns tierisch daneben: entweder wie ein Faultier, ein Platzhirsch oder Elefant inmitten von Großmutters Lieblingskeramik.KAPITEL 3Beruf – Leistung ohne Leidenschaft»Für einen richtigen Beruf bin ich zu doof.«Adam SandlerJede Generation hat geistige Urväter.Die der Generation Doof heißen Stan Laurel und Oliver Hardy [ Pobierz całość w formacie PDF ]