[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.«»Wie etwa die übertriebene Toleranz gegenüber den Arianern, die in den Kirchen des Ostens das Sagen haben und die wir vom Joch der Goten zu befreien trachten? Oder gar Gesetze wie jenes überholte Edikt des großen Konstantin, der erst die Christen von jeglicher Verfolgung befreite und der Kirche zu der Entfaltung und Macht verhalf, die sie heute genießt?«Ambrosius starrte Arbogast mit erkennbarem Unwillen an.»General, dies ist eine philosophische Debatte.Was mischt Ihr Euch ein?«»Ich habe die Erfahrung gemacht, dass philosophische Debatten die Neigung haben, ab einem bestimmten Punkt auf dem Rücken der Soldaten ausgetragen zu werden.«»Das ist eine Frechheit!«, stieß der Bischof hervor.Arbogast seufzte.»Eminenz, meine Armee besteht aus Christen, Trinitariern wie Arianern, aus Mithras-Jüngern, aus Anhängern des Mars und des Jupiter, des Osiris und ah, ich weiß nicht, welchen Göttern noch.Was Ihr fordert, ist hervorragend dazu geeignet, die Armee zu spalten und einen Riss durch das ganze Reich zu öffnen, und das können wir zurzeit nicht gebrauchen.«Ambrosius erhob sich.»Also ist es wahr! Die Einflüsterungen jenes Rheinberg sind auf fruchtbaren Boden gestoßen!«»Rheinberg hat damit nichts zu tun, gesunder Menschenverstand aber umso mehr«, erwiderte der General bissig.»Ich weiß, welche Thesen der Anführer der Fremden verbreitet«, legte Ambrosius nach.»Das Toleranzedikt bewahren und ausweiten! Der arianischen Häresie keinen Einhalt gebieten! Als ob das nicht schon genug wäre, was muss ich noch hören? Um die Einnahmen des Reiches zu erhöhen, sollen die steuerlichen Vorteile der kirchlichen Güter und der Diener der Kirche vermindert werden? Was für eine blasphemische Vorgehensweise ist das?«Gratian warf Arbogast einen verwirrten Blick zu.»Hat Rheinberg das vorgeschlagen?«»Nicht mir gegenüber.«Ambrosius schaute von einem zum anderen, setzte sich wieder, die Augen auf einen imaginären Punkt vor ihm gerichtet.Er merkte, dass er beinahe einen fatalen Fehler gemacht hätte.»Nun«, sagte er dann mit ruhiger Stimme.»Dann ist noch nichts verloren.Dies, was ich Euch gerade dargelegt habe, ist, was mir zugetragen wurde aus Ravenna.Rheinberg hat Euch noch nicht in seine Pläne eingeweiht, wohl, um Euch nicht zu verschrecken, erst Euer Vertrauen zu gewinnen, und dann, wenn Ihr nicht mehr auf ihn verzichten könnt oder wollt, mit diesen absurden Vorschlägen zu kommen.Ich warne Euch, edle Majestät – und auch Euch, Heermeister! Es steckt mehr Perfidität und Verdorbenheit in jenen fremden Besuchern, als es der äußere Anschein zeigt! Seid auf der Hut, und lasst Euch nicht von den süßen Worten dieser Fremden beeindrucken.«»Es sind seine Taten, die mich beeindrucken sollen«, antwortete Gratian unbewegt.Dennoch stand in seinen Augen Zweifel.Ambrosius beherrschte sich, um seinen Triumph nicht offensichtlich werden zu lassen.Er war noch rechtzeitig gekommen.Noch konnte er seinen eigenen Einfluss dem häretischen Geschwätz der fremden Dämonen entgegenstellen.Doch er musste es Rheinberg gleichtun und voller Vorsicht vorgehen.Die Situation des Reiches war verzweifelt, Gratian klammerte sich an jede Hoffnung, und es schien in der Tat so, als könnten die Fremden die Gefahr durch die Goten eindämmen.»Mein Imperator – lasst die Fremden ruhig gegen die Goten ziehen.Sie mögen Erfolg haben, wo Valens gescheitert ist.Aber dann, mein Herr, dann müsst Ihr wachsam sein.«»Ich bin immer wachsam«, murmelte Gratian und seinem Gesichtsausdruck war nicht zu entnehmen, ob er dies für eine Tugend oder eine Last hielt.»Natürlich«, beeilte sich Ambrosius zu bestätigen.»Aber hier geht es um mehr als nur um die politische Macht und das Eindämmen einer militärischen Bedrohung.Es geht letztendlich um das Seelenheil des gesamten römischen Volkes! Hier kann und soll uns kein Risiko zu groß sein, um zu gewährleisten, dass beim nahenden Ende aller Tage auch Rom bereit ist für das Urteil des Herrn.«Gratian nickte.»Das stimmt, Eminenz, und ich wäre der Letzte, der Euch da widersprechen möchte.Ich werde Eure Worte erwägen.In jedem Falle wird es Euch freuen, dass ich den jüngeren Theodosius zum Feldherrn des Ostens ernannt habe, ich habe bereits nach ihm geschickt.«Ambrosius' Gesicht hellte sich auf.»Theodosius? Ein weiser Mann, voller Ehre wie auch von rechtem Glauben.Ein Römer, wie er das Reich nicht stolzer machen kann, vor allem nach den höchst bedauerlichen Vorfällen um seinen Vater.Eine ganz ausgezeichnete Wahl, mein Imperator!«Gratian lächelte erfreut.»Danke, Eminenz.Ich bin froh, dass meine Entscheidung Euren Segen findet.«»In der Tat.«Gratian sah sich um.»Wir haben noch einige militärische Dinge zu besprechen, mein Freund.Ihr seid sicher müde von der langen Reise und bedürft der Ruhe.Lasst uns dieses Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen [ Pobierz całość w formacie PDF ]