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.So, so müsse man das machen.»Ein Kind hat Rechte, Herr Lehrer, und Sie haben Pflichten!«Der Lehrer hörte geistesabwesend zu, ließ ab und zu seinen Blick schweifen, nickte und versprach Besserung, worauf er die noch immer zuhackende Hand des Mannes, nachdem er sie einige Male vergeblich zu haschen versucht hatte, endlich fing und schüttelte.Der Mann entfernte sich ächzend und zufrieden über die zweifellos bevorstehende Veränderung.Zu seiner Frau sagte er, daß jetzt alles gut werde.Die Jungen saßen gelangweilt in ihren Schulbänken, die Fingerspitzen violett von der Tinte, die Hefte voller Flecken und Tätowierungen.Das Klassenzimmer besaß keine Fenster.Und trotzdem hatten die Kinder einen Blick, als starrten sie durch Fenster in eine schummrige, augenermüdende Landschaft.Die Schulglocke läutete, und sie schreckten zusammen.Weg waren sie.Baba Baluk trieb die beiden Ziegen bimm-bammelnd den Hügel zu seinem Haus hinauf.Sein Körper schmerzte von all den Schlägen.Das Abendrosa legte einen sanften Schleier über Felder und Berge.Ein Gefühl der Sicherheit und des Glücks erfaßte Baba Baluk.Er hatte die Schmerzen im Bach abzuwaschen versucht, und jetzt prickelten seine Glieder vor Sauberkeit.Er hatte im Wasser geplanscht, umfangen von goldnem Staub und grünem Schatten, umweht von einer Brise wie der Atem aus dem Mund eines Mädchens, das Erdbeeren und Zitronen gegessen hatte.Die Bäume hatten bereitgestanden mit ausgebreiteten Handtüchern, gewebt aus Sonneneinschlag und Chloroformschuß, flaumige und weiche Herbstbaumwolle.Weiß und rot spielte das Licht in seinen geschlossenen Augen, ein Sturz in die Tiefen seiner Pupillen.Die Ziegenglöckchen hatten sein Bad begleitet, Musik, die ihn stets umgab und am Morgen weckte.Während des Abwaschs nach dem Abendessen fragten die Mütter die Jungen, was sie in der Schule gelernt hätten.Die Mädchen hörten, den Daumen im Mund, der Geschichte schläfrig zu, jeden Abend dieselbe, denn es war die einzige Geschichte, die die Jungen sich merken konnten.Die Mütter unterbrachen sie, um die Daumen aus den Mündern ihrer Töchter zu ziehen.»Hör auf, am Daumen zu lutschen!« sagten sie dann.»Sonst darfst du nicht mehr zuhören.«Die Mädchen zuckten mit den Schultern, na und? Erpressen ließen sie sich nicht.Außerdem wollten sie ihren Brüdern nicht das Gefühl geben, daß sie ihnen gerne zuhörten.»Ich verstehe nicht, was daran schmecken soll«, sagten die Mütter, nicht zum ersten Mal.»Es schmeckt nach Tomaten und Bananen«, parierten die Mädchen, die Mundwinkel naß vom Speichel, schwer verständlich, als kauten sie tatsächlich auf Tomaten und Bananen.Dann erzählten die Jungen die Geschichte weiter, die der Lehrer so oft schon vorgelesen hatte.Die Geschichte spielte in einer Schule irgendwo auf dem Land.Eines Tages fragte der Lehrer die Kinder in der Schule ab, die nur aus einem Klassenzimmer bestand, wie man auf dem Bild im Buch sehen konnte.Jedesmal, wenn einer der Schüler die Antwort nicht wußte, wurde sie durchs offene Fenster hereingerufen.Nachdem dies einige Male geschehen war, ging der Lehrer hinaus, um das Orakel zu suchen.Und was war es? Ein Schäfer, der seine Schafe immer in der Nähe der Schule hütete, saß zusammengekauert unter dem Fenster.Er wußte die richtigen Antworten.Unter dem Fenster versteckt verfolgte er den Unterricht, und er war so wissensdurstig – der Lehrer runzelte die Brauen und warf einen Blick auf seine Klasse –, so wissensdurstig war er – er wiederholte das Wort extra noch einmal –, daß er sich alles merkte.Davon beeindruckt beschloß der Lehrer aus dem Buch, daß der Schäfer von nun an am Unterricht teilnehmen dürfe.Und er wurde der beste Schüler von allen und später ein berühmter Wissenschaftler, was für ein Streber.In Augenblicken wie diesen vermißten die Jungen ihre Väter, die für solche Gelegenheiten immer eine passende Bemerkung parat hatten, wie auch für den Fall, daß die Frauen wieder mal die Leier herunterrasselten, wie ungeheuer wichtig die Schule und das Lernen doch seien [ Pobierz całość w formacie PDF ]