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.«»Ich weiß, Chef«, sagte Carias schüchtern.»Neutronium-Schale!« Wenn ich Zeit gehabt hätte, hätte ich laut gelacht.»Neutronium! Daß ich nicht lache! Wissen Sie denn nicht, daß es da unten heiß ist?«»Er sagt, es ist heißes Neutronium«, bemerkte Carias eifrig.»Ich habe ihn das auch gefragt, Chef.Er sagt, daß nur die Schale –«»Gehen Sie zurück an Ihre Arbeit!« brüllte ich ihn an.Ich nahm den Hörer ab und ließ mich mit Witeck verbinden.Ich kochte! Sobald sich Witeck meldete, machte ich ihn fertig, ich ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen.Ich putzte ihn herunter, wie das nur möglich ist.Und ich machte Schluß, indem ich ihm einen direkten Befehl gab.»Machen Sie den Mann zum Über«, befahl ich, »oder ich werde Sie persönlich dazu machen! Verstanden?«Es entstand eine Pause, und dann sagte Witeck: »Jerry, wollen Sie mir bitte zuhören?«Das ernüchterte mich etwas.Es war das erste Mal in zehn Jahren, seit ich befördert worden war, daß Witeck es wagte, mich mit Vornamen anzureden.Er sagte: »Jerry, hören Sie.Das ist eine ganz große Sache.Dieser Bursche ist wirklich von der Mitte der Erde, ganz ohne Spaß.Er –«»Witeck«, unterbrach ich ihn, »Sie sind übergeschnappt.«»Nein, Jerry, ehrlich! Und das macht mir Sorgen.Er ist direkt im Nebenzimmer und wartet auf mich.Er sagt, er hätte keine Ahnung gehabt, daß es hier auf der Oberfläche so zugeht.Er ist ganz wild und redet davon, uns fertigzumachen, große Säuberungen vorzunehmen und ganz von vorn anzufangen; er sagt –«»Und ich sage, er ist ein Über!« schrie ich.»Kein Wort mehr, Witeck.Das ist ein strikter Befehl – führen Sie ihn aus!«Und das war das.Letzten Endes brachten wir die Zählperiode doch noch hinter uns, wenn wir auch knapp an Arbeitskräften waren; und Witeck war wirklich schwer zu ersetzen.Ich bin ein wenig sentimental, schätze ich, aber ich konnte nicht umhin, an alte Zeiten zurückzudenken.Wir fingen gemeinsam auf der gleichen Stufe an; er hätte genauso weit wie ich kommen können – aber natürlich traf er seine Wahl, als er heiratete und ein Kind bekam; man kann keine Kinder zeugen und zu gleicher Zeit ein Beamter der Zählbehörden sein.Wenn er nicht die guten Zeugnisse gehabt hätte, hätte er noch nicht einmal als Zähler weiterarbeiten dürfen.Ich habe nie mit jemandem über seinen Zusammenbruch gesprochen.Carias hätte es tun können, aber nachdem wir Witecks Körper gefunden hatten, nahm ich ihn mir beiseite.»Carias«, sagte ich, »wir wollen doch keinen Skandal, oder? Hier ist Witeck; er hat ordentliche Papiere und einen guten Ruf als Zähler; er schnappt über und begeht Selbstmord – das ist schlimm genug.Wir wollen die Dinge durch Reden nicht noch verschlimmern, nicht wahr?«»Chef«, antwortete Carias verlegen, »wo ist der Revolver, mit dem er sich erschossen hat? Sein Vollstrecker war noch nicht einmal benutzt.«Man darf einen Untergebenen gerade so weit gehen lassen, aber nicht einen Schritt weiter.»Carias«, sagte ich scharf, »wir haben noch wenigstens einhundert Über zu erledigen.Sie können an dem einen Ende sein oder an dem anderen.Haben Sie verstanden?«Er hustete.»Jawohl, Chef.Ich verstehe.Wir wollen kein Gerede.«So ist es, wenn man ein Distriktleiter ist.Aber zu meinem Erholungsurlaub in Point Loma bin ich bis jetzt noch nicht gekommen; in der letzten Zählwoche fegte ein Orkan die ganze Stadt weg.Und als ich Baja California versuchte, regnete da gerade diese Vulkanasche herunter; und das Büro des Yellowstone Parks wollte meine Reservierung erst gar nicht annehmen, wegen einiger unangenehmer Zwischenfälle mit den Geisern.So blieb ich eben einfach zu Hause.Denn die beste Erholung ist ja doch die Gewißheit, daß die Zählung für ein weiteres Jahr erledigt war.Carias wollte unbedingt diesen Zugang, von dem Witeck gesprochen hatte, ausfindig machen, aber ich lehnte das ab.»Zeitverschwendung«, sagte ich.»Der ist inzwischen ein Dutzend Distrikte weiter entfernt.Den sehen wir nie wieder, den oder irgendeinen wie ihn – darauf wette ich ohne weiteres meinen Kopf.«Alfred BesterGeliebtes FahrenheitEr weiß nicht, welcher von uns beiden ich in diesen Tagen bin, aber es gibt einen Spruch: Du brauchst nichts – nur dich selbst.Du mußt dein eigenes Leben aufbauen, dein eigenes Leben leben und deinen eigenen Tod sterben … sonst stirbst du den eines anderen.Die Reisfelder auf Paragon III erstrecken sich wie ein Schachbrett über Hunderte von Meilen, ein Mosaik aus Blau und Braun unter einem flammenden Himmel aus Orange.Am Abend ziehen die Wolken wie Rauch darüber, und die Reishülsen wispern …Es war an dem Abend, an dem wir von Paragon III geflohen waren.Eine lange Reihe Männer schritt über die Felder.Sie schwiegen, waren bewaffnet und sehr aufmerksam: eine lange Kette von Silhouetten, die sich dunkel gegen den rauchenden Himmel abhoben.Jeder trug ein Gewehr.Jeder hatte ein Sprechfunkgerät umgehängt, den Hörer im Ohr befestigt, das Mikrophon dicht unter dem Mund; der schimmernde Sichtschirm am Handgelenk leuchtete wie eine grünäugige Uhr.Jedes Bild zeigte nur eine Menge verschiedener Pfade durch den Reis.Die Lautsprecher gaben keinen Laut von sich, außer dem Geräusch von Schritten.Ab und zu sprachen die Männer mit rauhen Stimme, alle zu allen.»Nichts hier.«»Was heißt hier?«»Auf Jensons Feldern.«»Ihr kommt zu weit nach Westen.«»Schließt euch dort etwas dichter zusammen.« – »Ist jemand bei Grimsons Reisfeld?«»Ja.Nichts.«»So weit hätte sie nicht laufen können.«»Könnte getragen worden sein.«»Ob sie noch lebt?«»Warum nicht?«Die Worte wiederholten sich die lange Kette der Treiber entlang, die sich gegen den Sonnenuntergang hin fortbewegte.Diese Kette war wie eine kriechende Schlange und hielt nie in ihrer unbarmherzigen Bewegung inne.Einhundert Mann mit jeweils fünfzehn Metern Abstand.Eineinhalb Kilometer unheilvoller Suche.Der Abend sank herab.Jeder der Männer entzündete seine Suchlampe.Die kriechende Schlange verwandelte sich in eine Kette schwankender Diamanten.»Alles klar hier.Nichts.«»Auch hier nichts.«»Und die Allen-Felder?«»Sind gerade dabei.«»Ob wir sie verpaßt haben?«»Vielleicht.«»Wir werden umkehren und nachprüfen.«»Das würde die ganze Nacht dauern.«»Allen-Felder klar.«»Verdammt! Wir müssen sie finden!«»Wir werden sie finden.«»Hier ist sie.Sektor sieben.Schaltet euch ein.«Die Kette blieb stehen.Die Diamanten erstarrten in der Hitze.Schweigen.Jeder der Männer starrte auf den glühenden Sichtschirm an seinem Handgelenk, der auf Sektor sieben eingestellt war.Alle auf diesen einen Punkt.Alle zeigten einen kleinen nackten Körper, der in dem schmutzigen Wasser eines Reisfeldes trieb.Neben dem Körper ragte ein Schild mit dem Namen des Besitzers aus dem Boden: VANDALEUR.Die Enden der Reihe liefen auf das Vandaleur-Feld zu.Die Kette wurde zu einem Sternengewimmel.Einhundert Männer drängten sich um einen kleinen nackten Körper, ein totes Kind in einem Reisfeld.In seinem Mund war kein Wasser.An seiner Kehle zeichneten sich Fingerabdrücke ab.Sein Gesicht war zerschlagen.Der Körper mißhandelt.»Wenigstens drei bis vier Stunden tot.«»Ihr Mund ist trocken.«»Sie wurde nicht ertränkt.Zu Tode geschlagen.«In der dunklen Abendhitze fluchten die Männer vor sich hin.Sie hoben den Körper auf.Einer wies auf die Fingernägel.Sie hatte mit ihrem Mörder gekämpft.Unter den Nägeln saßen Hautfetzen und heiles Blut, noch flüssig.»Dieses Blut müßte eigentlich schon geronnen sein.«»Komisch.«»Gar nicht so komisch.Was für Blut gerinnt denn nicht?«»Androiden [ Pobierz całość w formacie PDF ]