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.»Fleur und ihre Getreuen«, las sie die Bildunterschrift.»Fleur?«, murmelte Willa.»Oh, die Lilie, natürlich«, sagte sie, bevor der Bischof ihr antworten konnte.Sie wollte nicht, dass er jetzt etwas sagte.»Fleur« hatte nicht gerade viel an.Nur ein bisschen Spitze verhinderte, dass die Frau völlig nackt war.Der Mann links von der Statue war ein gewöhnlicher Mann von mittlerem Alter und durchschnittlichem Aussehen – Willa bemerkte, dass er ein leicht fliehendes Kinn hatte.Der Mann rechts von der Statue war ein fetter Kerl mit einem gehässigen Grinsen.Der dritte Mann, der von einem Fetzen Stoff halb verborgen war, sodass sein Gesicht nur zur Hälfte zu sehen war, war Nathaniel.Willas Herz schlug wild.Sie würde dieses Kinn, diese Wangenknochen, diesen Brauenbogen überall erkennen.»Seht Ihr?«, fragte der Bischof.»Da links, das ist Sir Foster.Er floh aus England, als dieser Cartoon veröffentlicht wurde.Da rechts, das ist der verstorbene Mr Wadsworth, der als Held gestorben ist, nachdem er sich in die Gruppe einschleusen ließ und ihre Missetaten für immer öffentlich machte.Dort, in der Mitte, versteckt er sich, wie der Feigling, als den man ihn kennt … Euer Lord Reardon.«»Ich glaube kein Wort davon«, sagte Willa fest.Sie deutete auf den Zettel.»Das könnte jeder sein, der auch nur die geringste Ähnlichkeit mit Lord Reardon hat.«Der Bischof kniff die Augen zusammen.Er griff erneut in seine Schublade.»Das hier auch?«Er legte noch einen Teil einer Zeitung auf den Tisch.Dieses Mal war sie bereits entfaltet.Die Zeichnung zeigte einen kleinen, schnüffelnden Nathaniel, der gemeinsam mit dem anderen Mann aus der ersten Zeichnung vor dem Sterbebett eines großen und gut aussehenden Mr Wadsworth kauerte.Der Sterbende drohte den beiden, obgleich er selbst einen Dolch im Herzen stecken hatte.Die Bildunterschrift lautete: »Der Preis des Heldentums – ein wahrlich teurer Preis.«Entsetzt riss Willa ihren Blick von der Zeichnung los und betrachtete die Signatur des Zeichners.»Wer hat das gemalt? Wer ist dieser Sir Thorogood?«Der Bischof machte ein protestierendes Geräusch.»Sir Thorogood ist – war – ein sehr bekannter Zeichner politischer Cartoons, der Anfang des Jahres ziemlich viel Aufsehen erregt hat.«»War?«»Ja.Er hat vor ein paar Monaten mit einem Mal aufgehört, Zeichnungen einzureichen.Manche sagen, auf Druck Eures Bräutigams«, schloss er gewichtig.»Wo kann ich ihn finden?«, beharrte Willa.»Ich möchte ihn fragen, woher er wissen konnte, dass Nath… dass Lord Reardon tatsächlich ein Mitglied dieser … dieser Gemeinschaft war.« Sie wedelte mit dem Zettel vor seiner Nase.Der Bischof zwinkerte.»Äh … nun, es weiß niemand, wer Sir Thorogood ist.«Willa warf den Kopf zurück.»Was soll das bedeuten?«»Sir Thorogood ist so etwas wie ein Rätsel, leider.Er erschien auf der Bildfläche, offenbarte jede Menge Geschichten über Bestechlichkeit und Korruption unter Mitgliedern der Oberschicht – die sich übrigens alle als wahr erwiesen -, und nach kaum einem Jahr verschwand er wieder.Es gab einen Kerl, der vorgab, Thorogood zu sein – ein aufgetakelter Dandy mit Pfauenfedern, der in hochhackigen Schuhen herumlief, aber so weit ich weiß, stellte sich heraus, dass er ein Betrüger war.«Ein Lächeln huschte über Willas Gesicht.»Das also ist Euer Beweis? Das ist für alle der Beweis? Eine Zeichnung … ein Cartoon … von einem mysteriösen Künstler, der nicht einmal existiert?« Sie lachte erleichtert und fühlte sich, als sei eine Zentnerlast von ihren Schultern gefallen.»Es tut mir Leid, aber ich benötige einen handfesten Beweis, bevor ich einen so guten Mann wie Nathaniel abweise.«Der Bischof beugte sich vor und riss ihr den Zettel aus der Hand.»Dann beantwortet mir das: Niemals, kein einziges Mal hat Euer Lord Reardon irgendetwas hiervon bestritten.Warum wohl, was meint Ihr?«Willa schürzte die Lippen.»Ihr sagt, wenn er ein ehrbarer Mann wäre, müsste er es bestreiten.Diese Logik geht nicht auf, denn wenn er ein Lügner wäre, würde er es ebenfalls bestreiten.Wenn wir also in diese Richtung weiterdenken, dann ist er ehrlich, wenn er es nicht bestreitet.Doch wenn er ehrlich ist, dann kann er kein Verräter sein.« Sie lehnte sich zurück, sehr zufrieden mit sich selbst.»Ich glaube kein Wort davon.«Der Bischof sah etwas verwirrt und ziemlich verärgert aus.»Dann seid Ihr ein törichtes Mädchen.Versteht Ihr denn nicht, dass es nicht darauf ankommt, ob Ihr es glaubt oder nicht? Alle anderen halten ihn für schuldig.Was für ein Leben wollt Ihr führen, von der Gesellschaft geschnitten, ohne Einladungen, ohne Besucher, ohne Freunde?«Willa lächelte weiter.»Ich habe Freunde.Die Gesellschaft kann daran nichts ändern.« Sie zuckte die Achseln [ Pobierz całość w formacie PDF ]