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.«»Er hat angefangen«, schmollt Jenna.Die Küche riecht nach Rauch.Für einen Augenblick kriege ich Panik, als ich an die haschbedingte Episode von vergangener Nacht denke.»Mom, du hast den Toaster angelassen.Er brennt.«»Nein, ich hab ihn ausgemacht.Wo ist bloß mein Ohrring?«»Mensch Mom.Ich riech doch, dass er sich überhitzt hat.Mir wird’s übel.«Jenna hält ihren Bagel hoch und inspiziert ihn: »Hallo! Nicht getoastet, okay?«»Ha! Du sprichst mit mir!« Ich würde die Situation gern noch ein bisschen weiter ausreizen, aber selbst dieses kleine Hickhack bereitet mir Kopfschmerzen.»Also bitte, ihr zwei.Jenna, könntest du mir meinen Ohrring suchen helfen?«Der Gestank nach verschmortem Plastik nimmt zu.Ich weiß, dass Mom den Toaster benutzt und vergessen hat, ihn auszuschalten.Falls er verschmort, wird Dad ausrasten.»Gut, ich werd ihn ausschalten.«Ein leises Zischen ist zu hören.Rauchfähnchen dringen aus allen Ritzen des Toasters.Irgendwas flackert orange.Ich springe zurück.Bevor ich den Ausschaltknopf drücken kann, verwandelt sich das Flackern.Lange, gekrümmte Feuerkrallen züngeln hervor und brennen tiefschwarze Schrammen in die Wand.»Mom …« Meine Stimme bricht.Der Toaster geht in Flammen auf und ein Feuerstrom schießt hinauf bis zur Decke.Mom und Jenna kreischen, aber ich kann nicht aufhören hinzusehen.Die Flammen haben Augen – harte schwarze Diamanten in einem Gesicht aus blau-orangem Feuer.Und sie starren mich direkt an.»Hol den Feuerlöscher!«, schreit Mom.Das passiert nicht wirklich.Das passiert nicht wirklich, passiertnichtwirklichnichtwirklichnichtwirklich.Ist nur ein weiterer Traum, Cam.Wach einfach auf.Aber ich kann nicht.In meinen Ohren höre ich das Zischen und Knistern der Flammen näher kommen.Zitternd gehe ich zu Boden.Über mir lachen die Feuerriesen, und ich spüre das Brennen in mir wie einen Virus, den ich nicht auslöschen kann.Helft mir.Helft mir.Helft mir.»Cameron? Was ist mit dir los, Cameron?«, schreit Mom.»Jenna – hol deinen Vater.Frank! Frank!«Mom stürzt sich mit ihrem vollen Gewicht auf mich, aber ich schlage um mich.Ich will nicht schlagen.Es passiert einfach.Stopp.Mein Gehirn brüllt den Befehl, aber meine Beine folgen nicht.»Cameron?« Moms Augen stehen vor Angst weit offen.Ich will es ihr erklären, möchte sie warnen, aber ich kann keine Worte formulieren.Und die Feuerriesen sind so nah – ein Gefühl, als ob mich ihre Hitze schmelzen lässt.Einer beugt sich nieder.Seine flammende Zunge schlängelt heraus, leckt meinen Arm bis hoch zur Schulter und jagt Schmerzen wie von tausend Nadelstichen durch meinen Körper.Dabei ertönt dieses schreckliche Gelächter, das ich schon im Baumwollfeld gehört habe.Ich kann nicht aufwachen und ich kann es nicht aufhalten.Dann höre ich nur noch ein einziges Geräusch – mein eigenes entsetztes Gebrüll.KAPITEL ELFIn dem ich von den unsagbaren Freuden der Kernspintomografie erzähle und vom hinten offenen Krankenhaushemd»Okay, Cameron, halt nur für eine Sekunde still.«Ich liege auf dem Förderband eines Kernspintomografen und spüre, wie der kalte Edelstahlboden gegen meinen Arsch drückt.Sie haben mir dieses lächerliche, hinten offene Krankenhaushemd angezogen, von dem ich schwören könnte, dass es aus Seidenpapier gemacht ist.Meine Pobacken sind arschkalt.Die Socken darf ich anbehalten, vermutlich weil sie glauben, dass ich mich dadurch besser fühle.Das ist der dritte Arztbesuch in vier Tagen.Fragen wurden gestellt, Blut abgenommen, die Reflexe überprüft, Kernspintomografien ausgewertet und eine Biopsie ins Labor geschickt.Ich wurde in Körperteile gestoßen und gestochen, die ich bisher stolz für diese ganz spezielle Ärztin aufgehoben habe, die mir eines Tages einen Ring und ein Versprechen geben würde.»Wir wollen nur ein paar Dinge ausschließen.« Das sagen sie alle – der Ärztecode für »Gehirntumor/Krebs/Meningitis, die TV-Filmkrankheit der Woche«.Das Förderband zieht mich durch den Metallring, bis ich fast ganz in der Röhre stecke.Mein Körper zittert, und ich weiß nicht, ob das etwas mit meiner Was-auch-immer-Krankheit zu tun hat oder damit, dass ich seit Stunden nahezu nackt bin.Die körperlose Stimme vom MRT-Kontrollstand hallt in der Röhre nach.»Du musst absolut still liegen, Cameron, okay?«»Okay«, antworte ich, aber meine Stimme bleibt schon an der Metallverkleidung über meinem Kopf hängen.Das Ding setzt sich in Gang und macht ein paar Schnappschüsse fürs Fotoalbum irgendeines Doktors.Niemand hat mich vor den Geräuschen gewarnt.Kerrtschang-kerrtschang-kerrtschang – wie ein gigantischer Tacker, der mir über den Schädel fährt.Scheiße.Ich kann es nicht erwarten, aus dem Ding rauszukommen.Nach einer halben Ewigkeit kommt ein Assistent und zieht die Infusionsnadel aus meinem Arm.»Das war’s«, sagt er.»Du kannst dich anziehen.«Ich sitze auf meinem Bett und lese Don Quijote, als Dad nach Hause kommt.Er klopft und tritt ein, ohne meine Antwort abzuwarten.»Hey, Kumpel.« Das letzte Mal hat mich Dad Kumpel genannt, als ich acht war und die Masern hatte.Ich gucke kurz hoch.»Hey.«»Wie fühlst du dich?«»Okay.«»Ja?« Er fragt, als ob er es wirklich wissen will.»Ja.Ähm.Okay.«»Gut.« Er nickt, nimmt eine Great Tremolo-LP in die Hand und tut so, als ob er den Covertext liest.»Ist der Typ gut?«Ich zucke mit den Schultern.»Deine Mutter hat mir von dem, äh, dem Arztbesuch erzählt.Ich schwör dir, diese Kerle können ihren Arsch nicht von ihrem Ellbogen unterscheiden.Egal, Stan aus meinem Büro – du kennst Stan Olsen? –, er hat mir die Nummer eines Spezialisten in Dallas gegeben.Ich hab einen Termin für Dienstag ausgemacht.«»Okay.«»Ich bin sicher, es ist nichts, Cam.Viren können alle möglichen Dinge vortäuschen.Wahrscheinlich wird uns der Arzt rausschmeißen, weil wir seine Zeit verschwenden.« Dad legt die Great Tremolo-LP aus der Hand.Er betrachtet den von Müll übersäten Fußboden, ganz so, als ob eigentlich der ihm Schmerzen bereitet, aber er räuspert sich nur.»Was hast du gesehen, Cameron, als der Toaster Feuer fing? Deine Mutter hat irgendetwas von Feuerriesen gesagt.«»Ich glaub, mir ging’s einfach nicht gut.«Dad denkt kurz nach und nickt.»Wenn wir schon von Feuer sprechen, vielleicht mach ich uns heute Abend eins.Wir könnten Marshmallows grillen und uns einen Film ansehen [ Pobierz całość w formacie PDF ]