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.Im ersten Moment hielt sie das Ganze für einen Angriff.Im zweiten Moment glaubte sie, es sei Nick, der die Wahrheit erfahren hatte.Es war Seb.Er kam laufend und stolpernd auf sie zu, mit großen, wirr blickenden, nassen Augen.Er hatte geweint, stellte Mae furchtbar erschrocken fest.Seb, der in der Schule immer so tough tat und nicht einmal mit seinem Zeichenblock gesehen werden wollte.Einen Augenblick lang stand er nur da und blinzelte sie wie geblendet an, als wäre er blind drauflosgelaufen und fragte sich nun, wie er ausgerechnet vor ihrer Tür gelandet war.Dann richtete er seinen Blick auf Jamie.»Ich will das nicht wieder tun«, stieß er hervor und verschluckte sich fast an dem »wieder«.Zum ersten Mal, seit Mae ihn kannte, klang er wie sechzehn.»Was wieder tun?«, fragte Mae misstrauisch.»Hey«, erkundigte sich Jamie sanft.»Bist du … ist alles in Ordnung?«Seb trat einen Schritt vor und dann noch einen, immer noch wankend, als liefe er auf Messern.Es war schrecklich mit anzusehen, doch dann ließ er sich auf Hände und Knie fallen und legte den Kopf in Jamies Schoß.»Äh, das werte ich mal als ein Nein«, sagte Jamie.Doch Jamie, durch und durch gutherzig wie er nun mal war, reagierte einen Augenblick später genau so, wie Mae es vorausgesagt hätte, hätte man ihr erzählt, das jemand auf ihrer Türschwelle einen Nervenzusammenbruch bekäme.Ein wenig zögernd strich er Seb über das strubbelige braune Haar.Sebs Kopf und Schultern zuckten krampfhaft.»Ich habe …«, schluchzte er erstickt, »… ich habe das nicht gewollt!«»Nein, natürlich nicht«, erwiderte Jamie und warf Mae einen Blick zu, der überdeutlich sagte: Wovon redet der Kerl? Und: Hilf mir!Mae zuckte mit den Schultern.»Ich habe mich sehr bemüht«, sagte Seb, »das hat Laura auch gesagt.Ich musste mich bemühen.Ich konnte sonst nirgendwohin.«»Doch«, widersprach Jamie augenblicklich.»Wir kennen Leute, Alan kennt Leute.Das Mädchen von neulich, Sin, sie kann dir helfen.Alan wird dir helfen.Wenn du das nicht tun willst – und Seb, glaub mir, das willst du nicht –, dann werde ich dir helfen.« Er strich Seb ein wenig zuversichtlicher übers Haar.»Alles wird …«Seb sah zu ihm auf wie ein Ertrinkender, der schon geglaubt hatte, nie wieder an die Wasseroberfläche zu kommen.Jamie beugte sich verschwörerisch zu ihm hinunter.Auch als Seb die Hand ausstreckte und Jamie in den Nacken legte, wirkte es wie die Geste eines Ertrinkenden.Dann zog er ihn zu sich und küsste ihn auf den Mund.Mae überlegte, ob sie nicht besser nach drinnen gehen sollte, doch Jamie fuhr zurück, als hätte er durch Sebs Mund einen Stromschlag erhalten.»Äh …?«»Es war schrecklich«, erzählte Seb.»Ich fand es furchtbar!«»He, du hast mich überrascht!«Seb schien ihm gar nicht zuzuhören, was wahrscheinlich besser so war, da Jamie nur panisch drauflosplapperte.»Anfangs schien es gar nicht so schlimm«, fuhr Seb fort.»Es war nur der Dämon, in einem Kreis, und mir gefiel es nicht.Ich mochte die Art nicht, wie er lachte.Anzu.Er sagte … er sagte, er kenne dich.«»Wir sind uns schon begegnet«, erwiderte Jamie abwesend, als höre er selbst sich auch nicht zu.»Es war so eine Sache, bei der sie dich nie rufen und dir ein Todesmal verpassen.«»Es war nur ein winziges Mal am Körper einer Frau, die ich nie sehen würde«, erzählte Seb und senkte erneut den Kopf.Automatisch begann Jamie, ihn wieder zu streicheln.Er wirkte ein wenig gestresst.»Was machte das schon aus.Und die Macht, sie fühlte sich so …«»Ich weiß«, antwortete Jamie.»Ich weiß.Aber es ist schon okay.Auf dem Markt wissen sie, wie man ein Mal ersten Grades entfernt.Seb, es wird …«»Also habe ich ihn wieder hinausgelassen«, fuhr Seb heiser fort.»Und wieder.Und nichts … nichts ist passiert.Ich musste nicht einmal darüber nachdenken.Es war nur die Magie, es war wirklich erstaunlich, was der Dämon getan hatte, und es schien gar nichts mit mir zu tun zu haben.«Jamies Hände erstarrten.»Doch dann habe ich sie gesehen«, fuhr Seb übereilt fort.Seine Worte stürzten hervor wie ein Mann von einer Klippe, der jede Hoffnung auf Rettung aufgeben musste.»Es war nur diese Frau.Sie war klein und hatte braune Haare und ich hatte sie noch nie zuvor im Leben gesehen.Aber sie hatte diese schwarzen Augen und es ging so ein schlangenartiges Gefühl von ihr aus und dieses Schweigen, dieses grauenvolle Schweigen.Sie sah aus wie ein Mensch, aber das war sie nicht.Nicht mehr.Sie sah mich an und ihre Zunge, sie … sie hatte sich in eine schwarze Schlange verwandelt, die sich zwischen ihren Lippen hervorschob, und Laura sagte …« Seb musste fast würgen vor Entsetzen.»… Laura sagte: ›Er bedankt sich.‹«Es entstand ein zähes, schreckliches Schweigen, dann erbebte Jamies gesamter Körper.Heftig stieß er Seb von sich, stand auf und warf sich praktisch gegen die Tür, hielt inne und sah sich noch einmal um.Er war leichenblass.»Komm nie wieder in meine Nähe!«, rief er [ Pobierz całość w formacie PDF ]