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.« Sie gähnte herzhaft, dann sagte sie bedauernd: »Und jetzt habe ich keine andere Wahl, als dein Hirn zu fressen.«»Offensichtlich brauchst du noch mehr körperliche Ertüchtigung, bevor du schlafen kannst.« Er rollte sich auf den Rücken.»Ich nehme an, ich sollte ein guter Gefährte sein und dir dabei helfen.«Anna kletterte auf ihn, nackt, warm und weich.Sie duftete wunderbar.Sie war ein Geschenk, das ihn vor einem Leben in Einsamkeit gerettet hatte.»Ich möchte auf keinen Fall, dass du dich zu sehr anstrengst«, erklärte sie.»Warum lehnst du dich nicht einfach zurück und denkst an England?«Charles’ Mund fing ihr nächstgelegenes Körperteil ein – die weiche Innenseite ihres Ellbogens –, und er biss leicht hinein.»Nichts liegt mir momentan ferner als der Gedanke an England.«Sie ließ sich auf ihm nieder, nahm ihn in sich auf, und er hörte auf, zu reden.Als sie zum zweiten Mal in dieser Nacht für ihn kam, leuchteten ihre Augen blau; die Augen ihrer Wölfin.Gut gelaunt und leicht errötet beugte Anna sich vor und biss ihn leicht ins Ohr.»Offensichtlich brauchst du doch kein Publikum.«»Beweg dich!«, grollte Charles.Sie lachte wieder, mit Augen, die immer noch blau waren wie der mondbeschienene Nachthimmel – aber sie bewegte sich.Sie schliefen aus.Charles wachte als Erster auf und beobachtete Annas Gesicht im spätmorgendlichen Licht.Es wirkte friedlich, und das erfreute Bruder Wolf, obwohl der Mond fast voll war und er zu dieser Zeit immer den starken Drang verspürte, zu jagen.Zufriedenheit war für Charles immer noch etwas Neues; etwas, das er in seinem langen Leben vor Anna nie empfunden hatte.»Ich habe über die Killer nachgedacht«, begann Anna, ohne die Augen zu öffnen.»Drei Leute bilden ein Rudel.«Charles wartete darauf, dass sie weitersprach.Sie setzte sich abrupt auf.In ihrer Stimme schwang unterdrückte Aufregung, als sie fortfuhr: »Das Feenwesen – es ist der Soldat und steht ganz unten in der Hackordnung.Es tut, was man ihm befiehlt, wann man es ihm befiehlt.Der Alte ist derjenige, der das Ganze angefangen hat.Er ist der Alpha.«»Mmmm«, meinte Charles, als es so aussah, als wartete sie auf seine Zustimmung.Der Jagdmond mochte Bruder Wolf nicht antreiben, zumindest nicht, solange er Anna in seinem Bett hatte, aber anscheinend spürte Anna den Drang intensiv.»Wer ist der zweite junge Mann?«, fragte sie.»Glaubst du, er ist der gehorsame Beta? Loyal, hingebungsvoll? Oder ist er der Alpha in Ausbildung, der nur darauf wartet, dass der alte Mann zu schwach wird, um das Rudel zu kontrollieren, um ihn dann zu töten und seine Position zu übernehmen?«»Keiner von uns ist ein ausgebildeter Profiler.« Charles fühlte sich verpflichtet, darauf hinzuweisen.Anna wippte ein wenig auf der Matratze, und ihre Augen glänzten vor Aufregung.»Jetzt, wo Lizzie gerettet ist, müssen wir nur noch den Rest des Rätsels lösen.«»Was die Behörden schon länger versuchen, als du auf der Welt bist«, merkte er trocken an.»Ja«, gab sie zurück, »aber da hatten sie noch nicht dich und mich auf den Fall angesetzt.«Sie besaßen inzwischen einen Fernseher mit Satellitenschüssel – überwiegend, damit Anna ihre Krimiserien schauen konnte.Es machte ihr Spaß.Charles … er nahm an, dass die Jagd auch ihm Spaß machte.Jetzt noch mehr, da die Unschuldigen in Sicherheit waren, entweder im Krankenhaus oder in der Leichenhalle.»Motiv«, murmelte sie in der Stimmlage, in der wahrscheinlich Archimedes in seinem Bad vor so vielen Jahren sein »Heureka!« von sich gegeben hatte.»Ist bei Serienkillern nicht dasselbe wie bei anderen Mördern«, erklärte Charles.»Serienkiller sind süchtig nach der Jagd, und die meisten von ihnen sind unfähig, wieder damit aufzuhören.Ihr Leben wird vom Töten beherrscht.«»Er markiert seine Opfer«, erinnerte Anna ihn.»Was verrät uns das?«»Für ihn sind sie weniger wert als ein Mensch«, sagte Charles und wiederholte damit, was sie beide wussten.»Tiere.«»Genau.Tiere, die er getötet hat.Mit der Viehmarke beansprucht er den Jagderfolg für sich.« Sie runzelte die Stirn.»Mischen sich Serienkiller nicht gewöhnlich in die Ermittlungen ein? Um zu beobachten, wie die Ermittler sich abmühen, den Fall zu klären, und versagen – oder um den Fall zu kontrollieren?«»Davon habe ich schon gehört«, stimmte Charles zu.»Manche Killer machen das.«Sie grinste ihn an.»Doch das FBI weiß all das besser als wir«, sprach er weiter.»Wahrscheinlich können wir ihnen nicht viel mehr helfen, bis noch jemand entführt wird.«Anna wurde wieder ernst.»Zu dumm, dass wir den Gehörnten nicht schlimmer verletzen konnten! Ist dir aufgefallen, dass seine Wunden schon fast verheilt waren, als er oben an der Treppe ankam? Die Polizei hat nicht die geringste Chance gegen ihn.«»Wir werden noch eine Weile bleiben.Leslie und Goldstein scheinen vernünftige Menschen zu sein.Sie werden uns rufen, wenn sie uns brauchen.«Anna neigte ihren Kopf seitlich und fragte: »Was sagt Bruder Wolf zu der ganzen Sache?«»Dass diese Jäger nicht bekommen haben, was sie wollten; wir haben ihnen die Beute abgenommen.Das macht sie hungrig und sogar noch gefährlicher.Ich, Charles, dagegen sage, dass wir jetzt etwas essen sollten, nachdem es schon fast Mittag ist, wir das Frühstück ausgelassen haben und sogar Gefahr laufen, das Mittagessen zu verpassen – und Bruder Wolf stimmt mir nur zu gern zu.«»Ständig versuchst du, mich zu füttern!«, beschuldigte sie ihn milde, als sie aus dem Bett stieg.»Nein, das ist Bruder Wolf.« Charles lächelte.»Ich koche.«Eigentlich hatte Charles beim Frühstück endlich mit ihr über seine Geister reden wollen.Aber etwas, das Anna gesagt hatte, ließ ihn nicht los.»Charles?«, fragte Anna geduldig.»Tut mir leid.Ich war in Gedanken.«»Willst du noch Speck, oder soll ich ihn für später in den Kühlschrank stellen?«Es waren noch vier Streifen übrig.Er nahm zwei und aß sie.Dann nahm er die anderen beiden und hielt sie ihr vor den Mund.»Du brauchst mehr Eiweiß.«Sie verdrehte die Augen, aß den Speck aber trotzdem.»Ich müsste etwas im Internet recherchieren«, sagte er.»Könntest du dich um die Teller kümmern?«»Du hast gekocht; ich spüle.«Er trug seinen Laptop ins Schlafzimmer, in dem es einen kleinen Schreibtisch gab.Der Computer war langsamer als seiner zu Hause und der Bildschirm zu klein, um die Menge Bilder aufzurufen, die er sehen wollte – und die Internetverbindung hier war auch nicht allzu schnell.Er knurrte frustriert, während seine Finger über die Tastatur flogen, als könnte er die Maschine zu größeren Anstrengungen antreiben, wenn er sich schneller bewegte.Er begann mit den Seiten, auf die er regulär Zugriff hatte – Goldstein hatte ihm wie versprochen die Akte des Falles geschickt –, und dann grub er tiefer.Diese Killer, diese UNSUB besaßen Geld – und Macht.Anna hatte recht: Sie würden sich nicht von der Ermittlung fernhalten.Irgendwann brachte Anna ihm Pizza – wobei er gar nicht bemerkt hatte, dass sie die Bestellung aufgegeben hatte.Ein bisschen später kam sie wieder und tippte ihm auf die Schulter.»Du, Isaac und ich sind zu der Feier anlässlich von Lizzies sicherer Rückkehr eingeladen«, informierte sie ihn.»Ich warte noch auf zwei Anrufe«, erwiderte Charles.»Das wäre eine gute Zeit für ein wenig PR bei der Bostoner Polizei – was für das Olde-Towne-Rudel ziemlich wichtig wäre.Isaac hat mir erzählt, dass sie dieses Jahr ein paar Schwierigkeiten hatten.«Er rollte seinen Stuhl zurück und sah seine Gefährtin an.Sie wirkte unruhig, und ihre braunen Augen glühten ein wenig, weil dahinter das Blau ihrer Wölfin funkelte [ Pobierz całość w formacie PDF ]