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.Das Tippen der Sekretärin verstummte schlagartig, und die Stille erschien ihm unheimlich.Natürlich hatte er damit gerechnet, dass Andrews ihn antanzen lassen würde, doch als er jetzt dessen irritierte Miene sah, war er verwirrt.Er hatte mit einem Wutausbruch und lauten Beschuldigungen gerechnet, aber nicht mit diesem stillen, mühsam gebändigten Zorn.Rachel Fords Miene war leichter zu deuten: Sie starrte ihn unverwandt an, mit zusammengekniffenen Lippen, und ihre Augen funkelten bedrohlich hinter den Gläsern der teuren Lesebrille.Ihre Anwesenheit konnte nur eines bedeuten; man hatte sie über die Dateien auf Anthony Masons Festplatte und das gestrige Treffen im Weißen Haus informiert.Auf Kealeys Wunsch hatte Harper beschlossen, sie nicht einzuweihen - auch nicht Roger Davidson, den Chef der technischen Abteilung, einen von Fords energischsten Unterstützern.Nachdem es ihm gelungen war, das bei Andrews durchzusetzen, überzeugte er ihn davon, bei dieser Linie zu bleiben, da jemand dem FBI Informationen über den Verbleib von Masons Laptop zugesteckt hatte.Er hatte auf Fords verwandtschaftliche Beziehungen zu Samantha Crane verwiesen, der FBI-Beamtin, die für die Erstürmung des Lagerhauses in Alexandria verantwortlich gewesen war und kurz darauf Beschuldigungen gegen Kealey gerichtet hatte.Das reichte, um Andrews davon zu überzeugen, Ford außen vor zu halten, zumindest vorerst.Jetzt sah es so aus, als hätte Andrews seine Meinung geändert, denn sonst wäre Ford nicht hier gewesen.Harper nahm vor dem großen Mahagonischreibtisch Platz, ignorierte Fords Blick und schaute Andrews an, der gerade ein paar lose Papiere ordnete.Es war Mittag, und draußen schien die Sonne, deren Strahlen durch die Baumwipfel in Andrews Büro fielen.Die friedliche Stimmung wollte nicht zu der düsteren, angespannten Atmosphäre passen.Ein Herbststurm wäre angemessener gewesen.Nach einiger Zeit blickte Andrews auf und wandte sich Harper zu.»Haben Sie ihn schon gesehen?«Diese Eröffnungsfrage hatte Harper nicht erwartet, aber er fing sich schnell.»Ja, heute Morgen.«»Wie schlimm ist die Verletzung?«»Nicht schlimm, aber schmerzhaft … Man muss ihn nur ansehen.Die Kugel hat eine üble Wunde gerissen und eine Rippe gestreift.Wäre sie ein paar Zentimeter weiter rechts eingedrungen, wäre er nicht mehr aus dem Gebäude herausgekommen.«»Und die Lage wäre noch viel schlimmer«, fügte Andrews hinzu.Er fuhr sich müde mit der Hand übers Gesicht und lehnte sich zurück.»Natürlich ist sie auch so katastrophal … Noch schlimmer wäre gleichbedeutend mit … unvorstellbar.Was ist dort passiert?«Harper räusperte sich und machte sich auf den bevorstehenden Sturm gefasst.»Genau weiß ich es selber nicht.Aber ich kann Ihnen mitteilen, dass wir jetzt den Aufenthaltsort von Thomas Rühmann kennen.Er lebt in Berlin, unter dem Namen Walter Schäuble.Wenn wir schnell handeln …«»Entschuldigen Sie, wenn ich sofort unterbreche.« Andrews beugte sich mit gereizter Miene vor, und Harper sah, dass Ford angewidert den Kopf schüttelte.»Wir werden jetzt nicht über die einzig positive Information reden, die uns dieser elende Schlamassel eingetragen hat, denn wir können nicht darauf reagieren«, fuhr Andrews fort.»Also reden wir lieber über die traurige Realität, okay? Heute Morgen, um Viertel vor fünf in der Frühe, wurde ein Sicherheitsbeamter der deutschen Botschaft mit einer Schusswunde im Oberarm in das University Hospital in Georgetown eingeliefert, zehn Minuten später ein Cop der Washingtoner Polizei.Der hatte eine Gehirnerschütterung fünften Grades und üble Blessuren im Gesicht und am Hals.Nur für den Fall, dass Sie es nicht wissen … Eine Gehirnerschütterung ersten Grades ist der unbedenklichste, eine fünften Grades der schlimmste Fall, bei dem die Bewusstlosigkeit über zehn Minuten andauert.Dieser Cop hat fast fünf Stunden gebraucht, um wieder zu sich zu kommen.« Andrews schien seine Gedanken zu ordnen, und als er weitersprach, hatte er seine Stimme vor Erregung kaum noch unter Kontrolle.»Eine halbe Stunde nach der Einlieferung des Polizisten tauchte hier bei uns, am Tor zum Dolley Madison Boulevard, ein blauer Ford Taurus auf, übrigens ein Auto aus unserem Wagenpark, und hinter dem Steuer saß Ryan Kealey.Da er nichts dabeihatte, womit er sich ausweisen konnte, ließen unsere Wachtposten seine Angaben überprüfen.Er blutete wie ein Schwein und hat den Boden des Wächterhäuschens zugesaut … Einen gefliesten Boden mit vielen Sprüngen.Wie ich höre, ist die Bescherung immer noch nicht beseitigt.« Er legte die Unterarme auf den Schreibtisch, verschränkte die Finger und blickte Harper an.»Es kotzt mich an, dass Sie vor mir von dieser Geschichte wussten.Aber natürlich ist uns beiden klar, dass das noch nicht alles ist.Schließlich haben Sie diesen Einbruch in die Botschaft von Anfang an unterstützt, oder?«»Falls Sie damit andeuten wollen, ich hätte befürwortet, was dort letzte Nacht geschehen ist …«»Ich will gar nichts ›andeuten‹, denn ich weiß, was Sie getan haben.Wie sonst hätte Kealey an das Auto aus unserem Wagenpark herankommen sollen? Mir ist bewusst, dass wir ihm viel verdanken, aber er ist seit etlichen Jahren hier und weiß offenbar immer noch nicht, dass es auch bei uns bestimmte Regeln gibt.Sie haben Ihre Spuren gut verwischt, aber lassen wird das, ich habe weder die Zeit noch die Geduld, um den heißen Brei herumzureden.Was wollten Sie damit erreichen? Rühmanns Verbindung zu den Anschlägen in Bagdad und Paris ist allenfalls eine Vermutung.Glauben Sie wirklich, das Wissen um seinen Aufenthaltsort ist es wert, die Konsequenzen in Kauf zu nehmen, mit denen wir jetzt rechnen müssen?«»Sir, wir haben es geschafft, Rühmann mit Kassem, Vanderveen und al-Umari in Verbindung zu bringen …«»Schon möglich, aber es hat nicht gereicht, um den Präsidenten zu überzeugen, oder? Und was ist, wenn uns die Rechnung für den Einbruch präsentiert wird?«Bevor Harper etwas sagen konnte, piepte leise das Telefon, und Andrews griff nach dem Hörer.Nach ein paar harten, abweisenden Worten legte er wieder auf.»Wir warten auf Ihre Antwort«, schaltete sich Ford ein.Harper ignorierte sie und wandte sich an den Direktor.»Hören Sie, die Deutschen oder das FBI können noch so sehr suchen, sie werden weder in ihren Datenbanken noch in dem Gebäude einen Fingerabdruck von Kealey finden.Gut, er hat Blut in der Botschaft verloren, aber sie haben nichts, womit sie das Resultat der Analyse vergleichen könnten.Ich habe mit ihm gesprochen.Daher weiß ich, dass er vor seinem Eindringen in die Botschaft die Überwachungskameras funktionsuntüchtig gemacht hat.Es gibt keine Möglichkeit, uns diese Geschichte anzuhängen.Gut, zwei Leute wurden verletzt … Na und? In unserem Geschäft lässt sich das hin und wieder nicht vermeiden.Tote hat es nicht gegeben [ Pobierz całość w formacie PDF ]