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.Ankis Herz erwärmte sich, als ihr bewusst wurde, wie groß seine Liebe, aber auch der Respekt war, den er ihr entgegenbrachte.»Gut, dann nehme ich mir diese Zeit des Betens und Prüfens.«Mathilde drückte kräftig ihre Hand, ehe sie diese losließ, um Obst aufzutischen.Das Gespräch wandte sich anderen, zuweilen heiteren Themen zu, obwohl der Schrecken des zuvor Erlebten nach wie vor präsent war, was Anki nicht verwunderte.Das Ehepaar Busch, ebenso wie auch Robert, strahlte eine Gelassenheit aus, die sie zutiefst beeindruckte.Sie plante gern voraus und kam mit Veränderungen nur schwer zurecht.Obwohl sie weder ein aufbrausender Typ war noch nervös, fiel es ihr nicht so leicht, unangenehme Gegebenheiten stoisch hinzunehmen und das Beste aus ihnen zu machen.Diese Wesensart kam Robert als Arzt bestimmt zugute, überlegte sie und beobachtete ihn, der sich gerade höflich bei seinen Eltern dafür einsetzte, dass Oskar eine Mitreise nicht aufgezwungen wurde.Nach seinem Dafürsprechen sollte es seinem Bruder freigestellt sein, sich für die Fortführung seines Studiums hier in Petrograd entscheiden zu dürfen.Ob er damit erreichen wollte, dass zumindest ein Mitglied der Familie Busch in Ankis Nähe blieb, falls sie sich gegen den Vorschlag seiner Mutter entschied?***Mathilde umarmte Anki zum Abschied, was sie gern zuließ.Roberts Mutter musste man einfach mögen, und offenbar war Mathilde auch von ihr sehr angetan.Ehe Anki sich in den dunkelblauen Rolls Royce Silver Ghost helfen ließ, winkte sie Wolf zum Abschied zu, der in der Tür stehen geblieben war.Kurze Zeit später fuhr Robert über die Nikolaj-Brücke hinüber in den Admiralitäts-Rajon und zu der Straße an der Mojka.Die Dunkelheit war so vollkommen, dass selbst das Meer aus elektrischen Lichtern in den Häusern und Palästen entlang des Kanals nicht ausreichte, um sie zu durchdringen, obwohl ihr Schein aus den Fenstern hinab auf die kalten Pflastersteine fiel.Robert stoppte den Wagen, machte den Motor aus und lehnte sich zurück.Schweigend saßen die jungen Leute nebeneinander und blickten durch die Windschutzscheibe hinaus in den orangefarbenen Lichtkegel der nächsten Straßenlaterne.Sie bemerkten die frostige Kälte kaum, die sie umgab, waren ihre Gedanken und Sinne doch auf anderes ausgerichtet.Schüchtern warf Anki Robert einen Blick zu.Seine Hände umklammerten das Lenkrad des Rolls Royce, während er den Blick starr geradeaus gerichtet hielt.»Robert?« Er wandte ihr das Gesicht zu, ohne jedoch die verkrampften Hände vom Steuer zu lösen.Zu Ankis Missfallen erlaubte ihr die unzureichende Beleuchtung nicht, seine Mimik zu deuten.»Ich danke dir, dass du mir die Entscheidung freistellst.«»Glaube mir, Anki, ich würde dich gern zwingen, deine Habseligkeiten einzupacken und sofort mit mir zurück zu meinen Eltern zu fahren.Wie ein kostbares Juwel würde ich dich im Auge behalten und in ein paar Tagen mit nach Württemberg nehmen.Aber du hast das Recht, dass ich deine Wünsche respektiere.Ich liebe dich so, wie du bist.Auf keinen Fall möchte ich dich umformen, selbst wenn das vielleicht manchmal einfacher für mich wäre.«Fasziniert beobachtete Anki die Atemwolken vor seinem Gesicht.Sie kamen stoßweise, da er seine Worte hart aussprach.»Wenn du dich für einen zügigen Abschied von den Chabenskis entschließen würdest, wäre ich sehr glücklich und wüsste, dass deine Entscheidung aus freien Stücken und aus Liebe zu mir gefallen ist.Tust du es nicht, ist mir bewusst, dass du alle Für und Wider sorgfältig abgewogen hast und mich dennoch liebst.«Anki lächelte, als sie einen Hauch von Schalk in seiner Stimme hörte.»In diesem Fall dürfte deine Liebe zu den Chabenski-Mädchen und eine große Portion Verantwortungsgefühl in deine Entscheidung mit eingeflossen sein.Und diese wunderbaren Wesenszüge an dir achte und respektiere ich.«Einen Augenblick hielt Anki den Atem an und fragte sich, wie es sein konnte, dass dieser sensible, großartige Mann sich ausgerechnet in sie verliebt hatte.Womit verdiente sie dieses Glück?»Ich brauche etwas Zeit«, murmelte sie schließlich, obwohl ihr Herz laut schrie, dass sie nirgends anders als in seiner Nähe sein wollte.Jetzt und für immer! Aber ihr Verstand riet ihr, die ihr verbleibenden Stunden zu nutzen, um ihre Entscheidung genau zu prüfen.»Die bekommst du«, erwiderte er leise, ließ endlich das Lenkrad los und wandte sich ihr zu, soweit ihm das im Wagen gelang.»Aber eines will ich dennoch wissen.Gleichgültig, ob du mit uns nach Württemberg reist oder ob du hierbleibst, bis der Krieg in ein paar Wochen vorüber ist.«»Ja?«»Willst du meine Frau werden?«Anki stutzte.War ihm das denn nicht längst klar? Er wusste doch, dass sie ihn liebte.Sie würde keinen Mann küssen und sich von ihm umarmen lassen, ohne sicher zu sein, dass sie dieses Geschenk dem Mann gab, der für den Rest ihres Lebens als Ehemann an ihrer Seite sein würde.Auf ihr verwirrtes Schweigen hin rutschte Robert näher zu ihr, sodass sie in seinem Gesicht endlich mehr als nur graue Schatten sah, obwohl die Fahrzeugscheiben inzwischen von innen beschlagen waren.Zu ihrer Verwunderung lächelte er.»Ich kenne die Antwort, meine Liebe.Aber ich will dir hiermit einen offiziellen Heiratsantrag machen.Ich möchte es aus deinem Mund hören, damit ich mich daran erinnern kann, falls du dich zum Bleiben entscheidest.Schau«, er senkte den Kopf, kramte mit einer Hand in seiner Westentasche und streckte ihr dann die Handfläche entgegen.Im Licht der Straßenlampe blitzte ein kleiner weißer Diamant an einem sanft schimmernden Goldring auf.»Oh, Robert!«, entfuhr es Anki.Eine heiße Welle puren Glücks floss durch ihren Körper.»Ich warte noch immer ungeduldig auf eine Antwort, Anki van Campen.«»Dann will ich dich nicht länger warten lassen.Ja, Robert Busch.Ich möchte dich heiraten, denn ich liebe dich von ganzem Herzen.« Ihre Worte waren nur ein Flüstern, obwohl sie sich ihrer Sache vollkommen sicher war.Doch dieser Augenblick erschien ihr so entscheidend, so unbeschreiblich wichtig und berauschend, dass sie etwas in sich spürte, das sie nur Ehrfurcht nennen konnte.Robert schloss die Hand mit dem Ring zu einer Faust, fasste mit der anderen in ihren Nacken und zog sie an sich, um sie federleicht zu küssen.Ein Zittern durchlief ihren Körper, das sie nicht der Kälte zuschrieb.Vielmehr war es, als durchbreche eine zarte Pflanze die verkrustete Erde, die bis jetzt alle ihre Gefühle umschlossen hatte.Sie brach sich Bahn, lockerte den Boden und erblühte zu einer wunderschönen Blume [ Pobierz całość w formacie PDF ]