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.»Sonst noch etwas?« fragte Patrick sachlich.»Helen läßt fragen, ob sie für ihre Wanduhren-Auktion tatsächlich Wandteppiche dazu nehmen soll.« Helen Rackell leitete das Department ›Antique and Period Clocks‹.»Was schlägt sie vor?«»Sie meint, zu Wanduhren würden besser Spiegel passen.«»Allright«, sagte er abwesend und fügte konzentriert hinzu: »Hat sich dieser Brown noch mal gemeldet?«»Nein.«»Wie schön.Vielleicht hat mein Bluff gewirkt, und wir sind ihn los?« Er war zufrieden.»Ich könnte es mir denken«, pflichtete Karen ihm bei und sagte sachlich: »Einer der beiden Männer, die unser Büro verwüstet haben, war vorhin unten am Tisch.«»Welcher von beiden?«»Der etwas feinere, mit dem gepflegten Schnurrbart.Er wollte Herman offenbar ausfragen.« Herman arbeitete in der Lobby am Informationstisch.»Sind Sie sicher, daß es einer dieser Männer war?«»Ja.Ich kam zufällig vorbei.War auf dem Weg zum Versand.Ich täusche mich auf keinen Fall.Es war der Mann von gestern, der mich nach Ihnen gefragt hat.«»Hm«.Er war konsterniert.»Was wollte er von Herman wissen?«»Zuerst, ob Sie heute da seien.Dann Ihre Privatadresse.«»Hat Herman sie ihm gegeben?«»Nein, Sir.Der Mann hat sich dann noch nach unserem Lager erkundigt.«»Wie hat Herman reagiert?«»Absolut korrekt, Sir.Er hat den Mann an mich verwiesen.Aber das hat ihn offenbar abgeschreckt.Denn er hat gleich danach das Haus verlassen.« Als er nicht sofort antwortete, sagte sie: »Soll ich irgend etwas unternehmen, Sir?«»Setzen Sie sich mal mit dem neunzehnten Revier in Verbindung.Auch auf die Gefahr hin, daß man die Sache dort als Lappalie abtut.« Er überlegte flüchtig.»Sie können im Plaza für mich Nachrichten hinterlassen«, setzte er abschließend hinzu.Dann legte er auf.Er wußte jetzt, daß die beiden bewaffneten Männer noch immer hinter der grünen Tasche her waren und deshalb auch hinter ihm.Er war nicht feige.Unzählige Mutproben in Eton hatten es bewiesen.Aber er wollte die Gefahr auch nicht unnötig herausfordern.Bei der Schulung zur Selbstverteidigung hatte er gelernt, daß man ein Risiko vermindern kann, wenn man erkennt, wovon die Gefahr ausgeht.In diesem Fall bedeutete es: Er mußte etwas über die beiden Männer in Erfahrung bringen.May Tsang! schoß es ihm durch den Kopf.Warum sollten die Männer nicht auch über May an die Tasche herankommen wollen? Es war schließlich naheliegend.Er würde Verbindung mit May aufnehmen, er hatte ihr ohnehin versprochen, heute mal nach ihr zu sehen.Er wählte die Nummer von Kahn Antiques und sagte May, daß er in ungefähr zwanzig Minuten über den Hintereingang in ihr Büro kommen wolle.Dann verließ er sein Zimmer, fuhr mit dem Lift nach unten, stand kurz auf einer der Stufen vor dem Hotel und atmete tief die herbstliche Luft ein, die bei diesem starken Verkehr nach Benzin roch.Eine so aufregende Geschichte wie die mit den beiden Fremden hatte er noch nie erlebt.Unwillkürlich schüttelte er kaum merklich den Kopf, als zweifle er die Wirklichkeit des Geschehens an.Er lächelte still in sich hinein.Dann ging er entschlossen die Stufen hinunter auf den Gehsteig und winkte sich ein Taxi.May Tsang erwartete ihn schon.»Es ist gut, daß Sie kommen, Patrick.Ich kann heute nicht allein sein.Bei jedem Wort, das ich an einen Fremden richte, schnürt sich mir die Kehle zu.Können Sie mir das nachfühlen, Patrick?« Die Chinesin, die sich gewöhnlich eher zurückhaltend gab, war derart erleichtert, einen ihr bekannten Menschen zu sehen, daß die Worte aus ihr geradezu mit Macht herausdrangen und sie Patrick mit seinem Vornamen ansprach.Als sie es später korrigieren wollte, winkte er ab.»Sie sind May, und ich bin Patrick.Okay?«Er weihte sie in sein Vorhaben ein.»Selbstverständlich können Sie sich im Büro als Beobachter einquartieren«, sagte sie spontan, »ich bin froh, daß Sie da sind, Patrick.«Sie zeigte ihm einen Platz hinter dem Schreibtisch, vor, dem aus er den Eingang des Ladens genau überblicken konnte, ohne von Kunden bemerkt zu werden.Er fragte sie nach den beiden Männern, die ihn überfallen hatten, und begann sie ihr zu beschreiben.Doch er hatte den ersten Satz noch nicht beendet, da fiel sie ihm schon ins Wort: »Natürlich, das waren die zwei«, erinnerte sie sich lebhaft, »sie waren die ersten Kunden heute morgen.«»Haben sie die Tasche erwähnt?«»Nein«, antwortete sie offen.»Wollten sie nicht den Laden durchsuchen?«»Auch das nicht.Sie haben nur gesagt, sie seien Freunde von Ihnen und wollten Sie aufsuchen, zu Hause, würden sich aber an ihre Adresse nicht mehr erinnern.«Eine Weile war es still im Büro.Der Verkehrslärm drang nur undeutlich herein.Patrick warf einen Blick auf die gerahmten Fotos von Jennifer und ihrer verstorbenen Mutter Phila.Monroe hatte diese Aufnahmen sehr geliebt.»Was wollten die Männer sonst noch?«»Nichts.«»Haben Sie ihnen meine Adresse gegeben?« Sein Gaumen war auf einmal trocken.»Nein, Patrick.Ich gebe Fremden niemals irgendwelche Adressen.Das habe ich mir schon seit vielen Jahren so angewöhnt.« Sie lächelte ihn aufrichtig an.Er fragte sie, ob sie ihm sonst irgendeinen Hinweis über die beiden Männer geben könnte, der für ihn vielleicht von Interesse sein würde.Sie überlegte angestrengt und sagte: »Ja.Der eine der beiden, der mit dem schwarzen Schnurrbart, hat den anderen gedrängt, wieder zu gehen, weil er …« Sie stockte und suchte die passende Formulierung.»… anscheinend hatte er eine Verabredung.Mehr kann ich dazu nicht sagen.Leider.« Sie zuckte bedauernd die Achseln.Nach einer Weile sagte sie: »Wollen Sie eine Orange, Patrick? Ich habe eine ganze Tüte voll«, und bevor er antworten konnte, stellte sie ihm einen Teller mit einer Orange auf den Schreibtisch.Inzwischen verging eine gute Stunde, und der dumpfe Summton kündigte mehrmals Besucher an.Ein Zeitungsjunge warf die ›Times‹ herein.Der restaurierte Toilettentisch wurde geliefert.Ein Bote brachte eine Rechnung von GILLESPIE.Ein alter, schwerhöriger Herr fragte nach der Adresse von VORDIER & ECKSTROM, der Firma im Haus gegenüber.Patrick saß nach wie vor an seinem Platz im Büro.Er hatte schon drei Orangen gegessen.Sie sollten, laut May, seine Abwehrkräfte gegen eine mögliche Erkältung stärken.Er blätterte die ›Times‹ durch und las gerade Thomas Rogers Artikel über Basketball, als eine hochgewachsene, attraktive Schwarze den Laden betrat.May war gleich bei ihr.Die Schwarze redete mit Nachdruck auf sie ein, und May gab ihm hinter ihrem Rücken verstohlen ein Zeichen.Er verließ das Büro und schlich sich hinter den Schränken unbemerkt an die Schwarze heran, so daß er ihre Worte mitbekam und Blickverbindung mit May hielt.»Mein Mann und ich waren gestern hier.Mein Mann hat sogar mit Ihnen gesprochen«, sagte die Schwarze gerade eindringlich mit schrillem Ton.Sie war aus der Bronx, Patrick hatte dafür schon ein Ohr.Er überlegte, ob er offen auftreten sollte, aber er verwarf den Gedanken sofort wieder.Er wollte abwarten.»Mein Mann hat sich einen Sheraton-Schreibtisch zeigen lassen, erinnern Sie sich denn nicht?« sagte die Schwarze zu May.»Mag sein.« May gab sich unwissend.»Dann habe ich in einen Schrank gesehen und dabei meine Handtasche darin liegenlassen.«»Eine grüne?« fragte May gespannt.»Eine teure, schwarz mit Pailletten.« Es kam dünkelhaft.»In einem Schrank?« Mays Stimme klang skeptisch.Ein eigenartiger Dialog, ging es Patrick durch den Kopf, und er überlegte, ob der Vorfall für ihn interessant sein könnte [ Pobierz całość w formacie PDF ]