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.Und wer sagt denn, dass er den Mord an Klara Hackenberg selbst begangen hat?«»Und welche Betrügereien meinst du jetzt genau?«»Man gibt eine Anzeige auf und behauptet, eine Wohnung von privat vermieten zu wollen.Wenn die Leute auf die Chiffre antworten …«»Moment, Matze hat das aber nicht mit Chiffre gemacht, sondern hat sich als Mitarbeiter einer Immobilienfirma ausgegeben.«»Dann ist es eben eine Variante davon, das ist doch egal.Der angebliche Vermieter ruft dann an, erklärt, die Wohnung oder das Haus befinde sich noch im Bau, sei aber in zwei Monaten oder so fertig.Er bestellt die Interessenten auf eine x-beliebige Baustelle.Am besten sonntags oder kurz nach Feierabend.Und er behauptet, das sei das Mietobjekt.«»Und das merkt keiner? Ich meine, dass der dort gar nicht hingehört? Es sind doch manchmal trotzdem Leute auf so einer Baustelle.Auch am Wochenende oder nach Arbeitsende.«»Da muss man halt ein bisschen geschickt sein.Man gibt sich als Verwandter des Eigentümers oder so aus.Noch echter wirkt es, wenn man ein Telefonat mit dem Eigentümer vortäuscht.Jedenfalls bietet der angebliche Vermieter direkt einen Mietvertrag, verlangt dann aber eine Baranzahlung.Nur hundert oder zweihundert Euro.Was die Interessenten gerade so dabeihaben.Und das macht der Betrüger dann vielleicht fünfmal am Tag.Sind im günstigen Fall fünfhundert bis tausend Euro Verdienst.Steuerfrei.«»Und die Leute sehen ihn nie wieder.«»Natürlich nicht.Sie gehen fröhlich nach Hause.Bis dann irgendwann das böse Erwachen kommt.«»Matze hat behauptet, er arbeite für eine Immobilienfirma namens Markgraf.«»Du kannst sie ja mal im Internet suchen.Wahrscheinlich gibt’s die gar nicht.Oder sie ist nichts als eine Webseite.«Als wolle sie ihre Worte bekräftigen, gab sie Gas.Ich las ein Vorortschild: »Neuenhaus«.Was sie mir geschildert hatte, gehörte in eine ähnliche Kategorie wie der Enkeltrick.Insofern passte es in Matzes Repertoire.Ich fragte mich, warum die Leute so dumm waren und auf so etwas eingingen.Aber wenn der Mietvertrag für die Traumwohnung vor der Nase liegt und der angebliche Vermieter einen vertrauenswürdigen Eindruck macht.Wenn es nur noch darum geht, mal eben zwei-, dreihundert Euro dazulassen …»Du musst das der Polizei melden«, sagte Wonne.»Klar.«Ich überlegte einen Moment, wie die Geschädigten hießen.Rosenau.Sie waren sicher aufzufinden.»Jedenfalls hat er Frau Hackenberg nicht auf dem Gewissen«, sagte ich.»Die Flugscheine waren echt.«»Und wenn es einen Komplizen gibt?«Ich dachte an Vorstadtcasanova und Konsorten.Das Schild »Tente« erschien auf der rechten Straßenseite.Kurz darauf setzte Wonne den Blinker und bog ab.Wir passierten die Brücke.Die Leitplanken erinnerten im grellen Lichtkegel an lange weiße Schlangen.Auch der Asphalt leuchtete hell in dem künstlichen Licht.Dann tauchten die Bäume neben dem Haus aus dem Dunkel auf und warfen harte Schatten auf die Fassade.»Mach das Licht aus«, sagte ich.»Aber wir sind noch gar nicht da.«»Wir sollten vermeiden, dass der Nachbar uns bemerkt.«»Warum? Haben wir kein Recht, das Haus zu untersuchen?«»Machst du Witze? Natürlich nicht.Wir können nicht einfach irgendwo eindringen.Auch wenn wir wissen, wo der Schlüssel ist.«»Wenn ich mich recht erinnere, hat Frau Dr.Rath auch so was gesagt.Sie hat gefragt, ob wir in das Haus reinwollen.«»Und was hast du geantwortet?«»Dass ich das dir überlasse.Du bist schließlich der Chef.«»Dann bestimme ich jetzt, dass es dunkel werden möge.Und leg mal einen höheren Gang ein.Untertourig macht weniger Lärm.«Die Umgebung wurde schlagartig von der Dunkelheit verschluckt.Wonne ließ den Wagen noch ein bisschen rollen und stellte den Motor dann ab.Ich öffnete die Beifahrertür und hielt inne.»Hörst du das auch?«, fragte ich.»Ja.«Von irgendwoher kam Musik.Wir stiegen aus.Die laue Luft der Sommernacht umfing uns.Von den Wiesen kam ein weicher Duft nach Gras und Erde.Und das Konzert einer Blaskapelle.»Romantisch, oder?«, sagte sie.»Jetzt ist es wirklich Sommer geworden.Wer hätte das gedacht.«Die Sommer im Bergischen Land waren leider oft durchwachsen.Gelegentlich unterschieden sich die Temperaturen kaum von denen zu Weihnachten.Und dann gab es wieder zwei, drei Wochen lange Hitzeperioden, während deren man fast im schmelzenden Asphalt versank.Einen richtig schönen, angenehm warmen, nicht zu heißen Sommer: So etwas gab es selten.Aber seit ein paar Tagen hatten wir ihn.»Wunderbar«, sagte ich.»Wenn nicht diese komische Musik wäre.«»Ist doch egal.Da wird irgendwo ein Fest sein.Was stört es uns?«»Schauen wir mal nach dem Schlüssel.«»Werden wir lange brauchen?«»Warum fragst du?«»Och, nur so … Mir wäre nach etwas anderem.«Mein Mund war plötzlich trocken.Fast hätte ich der Versuchung, die Arbeit aufzuschieben, nachgegeben.Doch dann sagte ich mir, dass es nicht lange dauern würde.Dass die Nacht gerade erst begonnen hatte.Wir umrundeten das Haus von der linken Seite.Dahinter lag der kleine Garten, vom angrenzenden Grundstück durch die Büsche abgetrennt, bei denen wir den Nachbarn getroffen hatten.Die Grenze zeigte sich als schwarze undurchdringliche Mauer.Darüber leuchtete etwas in der Ferne, von wo aus auch die Musik kam.Es war gar keine Blaskapelle.Jedenfalls keine, die live spielte.Der Herr Nachbar veranstaltete sein Privatkonzert.Offenbar war er ein Freund gediegener Marschmusik.»Das ist gut«, sagte ich.»Dann wird er hoffentlich nicht mitkriegen, dass wir hier sind.Wahrscheinlich marschiert er gerade nach ›Preußens Gloria‹ durchs Wohnzimmer.Mit dem Besenstil als Gewehrersatz.«»›Preußens Gloria‹? Kennst du dich so gut mit Militärmusik aus? Hätte ich dir gar nicht zugetraut.«»Ich mir auch nicht.Aber mein Vater spielte in der Polizeikapelle Tuba.Der hat dieses Zeug rauf- und runtergehört.Und keine Volksmusiksendung im Fernsehen wurde ausgelassen.Vor allem nicht der ›Blaue Bock‹.«»Du Ärmster.Lass uns schnell den Schlüssel suchen, damit wir hier fertig werden und ich dich trösten kann [ Pobierz całość w formacie PDF ]