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.»Sie liegt auf dem Krankenrevier.Sie wurde angegriffen.Es sieht schlimm aus.Wir haben ein echtes Problem.«In diesem Moment kam Archie plötzlich zu Bewusstsein, dass Debbie neben ihnen stand.Sie war einen langen Moment absolut still, dann berührte sie Henry am Arm.»Nicht«, sagte sie zu ihm.»Tu das nicht.Nicht heute.«Henry seufzte und schüttelte den Kopf.»Es war ein Wärter«, erklärte er.»Wir müssen wissen, welcher.Sie spricht nur mit Archie.«»Nein«, sagte Debbie.Sie wandte sich an Archie.»Es ist die Geburtstagsparty deiner Tochter.Henry kann sich um die Sache kümmern.«Archie nahm ihre Hände in seine und sah ihr in die Augen.»Ich bin für sie verantwortlich«, versuchte er zu erklären.Debbie schloss die Augen.Dann zog sie ihre Hände zurück und drehte sich zu den Mädchen um.Sie klatschte in die Hände.»Wer möchte Kuchen?«, fragte sie.Das Gefängnis des Staats Oregon bestand aus mehreren Gebäuden, die sich hinter einer verputzten und von Stacheldraht gekrönten Ziegelmauer verbargen.Das von acht Hektar grüner Wiesen umgebene Gefängnis lag eine Autostunde südlich von Portland, in Salem, direkt am Highway.Es beherbergte sowohl männliche als auch weibliche Insassen und war das einzige Hochsicherheitsgefängnis im Bundesstaat.Archie und Henry hatten seit Gretchens Gefangennahme so viel Zeit dort verbracht, dass sie jeden Gang und jeden Wärter kannten.Die Krankenstation, ein langer, fensterloser Raum von etwa dreizehn auf zehn Metern, befand sich in der Mitte des Hauptgebäudes.Die Betonwände waren grau gestrichen, und der Boden bestand aus gesprenkeltem Linoleum.Der Raum enthielt nur das Nötigste.Keine Bilder an den Wänden, damit man sich wohler fühlte.Es gab vier Betten, jeweils mit eigenem Vorhang, um Ungestörtheit zu gewähren.Ein schwacher Geruch nach Blut, Schweiß und Fäkalien durchdrang alles.Ein mit einem Kittel bekleideter Gefängnispfleger saß hinter dem fast mannshohen Schalter neben der Tür.Er sah auf, warf einen kurzen Blick auf ihre Besucherausweise und widmete sich wieder dem Krankenblatt, in dem er las.Archie ging zum hinteren Teil des Raums, wo er einen Wärter stehen sah.Gretchen hatte immer einen Wärter bei sich.Er war nicht auf den Anblick vorbereitet, der sich ihm hinter dem Vorhang bot.Gretchen war an den Handgelenken und Knöcheln mit Lederriemen ans Bett gefesselt.Die Augen waren geschlossen.Sie trug ein Krankennachthemd, und Archie sah starke Prellungen an beiden Armen.Hämatome.Die Haut war geschwollen, dunkel von geplatzten Blutgefäßen.Sie hatten sie so in ihrer Zelle gefunden.Zusammengekrümmt auf dem Boden.Sie war positiv auf Samen untersucht wurden.Der Gedanke machte Archie krank.»Lassen Sie uns einen Moment allein«, sagte Henry zu dem Wärter.Der Mann schüttelte bedächtig den Kopf.»Ich soll bei ihr bleiben.«Henry wies mit dem Kopf auf Gretchens lang hingestreckte Gestalt.»Sie ist ans Bett gefesselt, Andy.Nur ein paar Augenblicke.«Der Wärter sah auf Gretchens zerschlagenen Körper.»Ich warte an der Tür, falls Sie etwas brauchen«, sagte er.Archie ging um das Bett herum zu einem Aluminiumstuhl und setzte sich.Gretchen regte sich nicht.Er streckte die Hand aus und schloss sie um ihre.Ihre Hand fühlte sich kalt und zerbrechlich an.Ihre Lider öffneten sich flatternd, und sie lächelte, als sie ihn sah.»Das braucht es also, wenn man deine Aufmerksamkeit gewinnen will?«, sagte sie kraftlos.An ihrem Arm war ein Infusionsschlauch befestigt, und ihr Tonfall war schleppend und vorsichtig.»Wer war das?«, fragte Archie leise.Ihre blauen Augen wanderten zu Henry.Archie wusste, sie wollte, dass Henry den Raum verließ, aber er hatte nicht die Absicht, ihn darum zu bitten.Henry würde ohnehin nicht gehen.»Sagen Sie mir, wer es getan hat«, sagte Archie erneut.Sie zog eine Augenbraue hoch.»Das wäre eine Verletzung der Gefängnisetikette.«»Also wirklich, verdammt noch mal«, sagte Henry.Archie warf ihm einen tadelnden Blick zu.»Lassen Sie das meine Sorge sein«, sagte er zu Gretchen.»Hast du Angst um mich?«, fragte sie und musterte ihn.»Das ist lieb von dir.Aber es ist nicht deine Aufgabe, mich zu beschützen.« Sie senkte die Stimme zu einem falschen konspirativen Tonfall.»Sondern die Leute vor mir zu schützen.«»Verstehen Sie mein Interesse nicht falsch«, sagte Archie.»Sie befinden sich in Obhut des Bundesstaats.Ich bin Angestellter des Bundesstaats.Solange wir nicht alle Ihre Mordopfer gefunden haben, liegt Ihr Wohlergehen im Interesse des Staats.«»Ach, immer so romantisch«, sagte sie und seufzte.Sie drehte den Kopf in Richtung Henry.Sie hatte eine Kunstform daraus gemacht, ihn zu ignorieren.Sie hatte noch nie auf irgendeine Äußerung von ihm geantwortet und bestritt ganze Unterhaltungen mit Archie, als ob Henry gar nicht im Raum wäre.»Sag mir eines, Liebling«, begann sie und sah Henry an, sprach aber zu Archie.»Kannst du fühlen, dass deine Milz nicht mehr da ist? Tut es weh?«»Nicht mehr«, antwortete Archie.»Ich denke oft daran«, sagte Gretchen versonnen.»Wie ich meine Hand in dir hatte.Du warst so warm und klebrig.Ich kann dich immer noch riechen, dein Blut.Weißt du noch?«Archie fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.»Ich habe das Bewusstsein verloren«, erinnerte er sie leise.Sie lächelte.»Ich bedauere das.Ich hätte dich gern wach gehalten.Ich wollte, dass du dich erinnerst.Ich bin die Einzige, die jemals so weit in dir drin war.«»Du und die Unfallchirurgen im St.Emanuel.«»Ja.« Sie lachte, und es ließ sie vor Schmerz zusammenzucken.»Man hat mir gesagt, dass er Ihnen vier Rippen gebrochen hat«, sagte Archie.Seine eigenen Rippen taten manchmal weh, wo Gretchen einen Nagel durch die Knochen getrieben hatte.»Bei jedem Atemzug denke ich an dich.«»Sagen Sie mir, wer es war.«»Du bist wieder bei ihr eingezogen, nicht wahr?«Die Frage überraschte Archie.Debbie sprach oft von Gretchen, als wäre sie seine Geliebte, aber für Archie fühlte es sich manchmal andersherum an.Als würde er Gretchen betrügen, indem er wieder zu seiner Exfrau gezogen war.Wahrscheinlich sollte er das Thema in seiner Therapie zur Sprache bringen.Gretchen wartete darauf, dass er antwortete.Ihre wundervollen Augen glänzten.Sie sah verletzt aus [ Pobierz całość w formacie PDF ]