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.»Ja?«, sagte er wieder mit zugehaltener Nase.»Dottor Angelo Pardo?«Eine Frauenstimme, um die fünfzig und streng.»Ja, ich bin's.«»Ihre Stimme klingt sonderbar.«»Erkältet.«»Ah.Ich bin die Sprechstundenhilfe von Dottor Caruana in Fanara.Dottor Caruana hatte gestern Vormittag lange auf Sie gewartet, und Sie haben uns nicht einmal mitgeteilt, dass Sie nicht mehr vorbeikommen würden.«»Richten Sie Dottor Caruana meine Entschuldigung aus, aber die Erkältung.Ich werde mich wieder mei.« Er hielt inne.Aber wenn er anstelle eines Toten redete, wie sollte dieser Tote sich je wieder melden? »Hallo?«, sagte die Sprechstundenhilfe.»Sobald ich kann, rufe ich an.Buongiorno.« Er legte auf.Etwas ganz anderes als der Ton, den der Unbe­kannte des ersten Anrufs sich erlaubt hatte.Was außeror­dentlich interessant war.Aber würde er je in der Lage sein, die Schublade zu öffnen? Er bewegte die Hand vorsichtig außerhalb des Blickfeldes des Telefons.Diesmal gelang es ihm.Sie war prallvoll mit Papieren.Alle nur erdenklichen und vorstellbaren Quittungen darüber, was nötig ist, um einen Haushalt aufrechtzuerhalten, Miete, Strom, Gas, Telefon, andere Nebenkosten.Aber nichts, was ihn betraf, Angelo, persönlich selber, wie Catarella es ausgedrückt hätte.Viel­leicht bewahrte er die Papiere oder Sachen, die ihn unmit­telbar betrafen, in der mittleren Schublade auf.Er machte die Schublade zu, und das Telefon klingelte.Vielleicht hatte der Apparat verspätet gemerkt, dass er ihn beschissen hatte, und wollte jetzt seine Revanche.»Ja?«Wieder mit zugehaltener Nase.»Darf man vielleicht mal wissen, wo du abgeblieben bist, du Arschloch?«Die Stimme eines Vierzigjährigen, wütend.Er wollte ant­worten, aber der andere redete weiter.»Warte einen Augenblick, ich hab einen Anruf auf der an­deren Leitung.«Montalbano spitzte die Ohren, aber zu ihm drang ledig­lich ein undeutliches Gemurmel.Danach nur ein einziges klares Wort: »Scheiße!«Und am anderen Ende wurde aufgelegt.Was hatte das zu bedeuten? Bastard und Arschloch.Wer weiß, wie sie Angelo beim dritten anonymen Anruf betitelt hätten.In diesem Augenblick ertönte die Sprechanlage an der Woh­nungstür.Montalbano ging öffnen.Es waren Fazio und Catarella.»Dottori ah Dottori! Fazio hat mir gesagt, dass Sie ganz genau mich persönlich selber brauchen würden!« Er war ganz durcheinander und schweißgebadet wegen der hohen Ehre, die Commissario Montalbano ihm widerfah­ren ließ, indem er ihn herbeirief und an den Ermittlungen beteiligte.»Kommt mit mir.« Er führte sie ins Arbeitszimmer.»Du, Catare, nimm dieses Laptop, das auf dem Schreib­tisch steht.Sieh nach, was da alles drinsteht.Aber tu das nicht hier, sondern geh ins Wohnzimmer.«»Dottori, kann ich auch den Drucker mitnehmen?«»Nimm dir, was du brauchst.«Als Catarella gegangen war, erzählte Montalbano Fazio jede Einzelheit, von der Superscheiße, die er verursacht hatte, indem er Michela allein in Angelos Wohnung gelassen hatte, bis zu dem, was ihm Elena Sclafani erzählt hatte.Und er erzählte ihm auch von den Anrufen.Fazio wurde nachdenklich.»Erzählen Sie mir doch noch mal von dem zweiten anony­men Anruf«, sagte er nach einer Weile.Montalbano erzählte es ihm.»Ich entwickle mal eine Hypothese«, sagte Fazio.»Neh­men wir an, dass dieser zweite Anrufer Giacomo heißt.Dann weiß dieser Giacomo nicht, dass Angelo erschossen wurde.Er ruft ihn an und bekommt Antwort.Giacomo ist verärgert, weil er Angelo seit ein paar Tagen nicht errei­chen kann.Als er mit ihm spricht, sagt er Angelo, er soll einen Augenblick am Apparat bleiben, weil er einen Anruf auf der anderen Leitung hat.Stimmt's?«»Stimmt.«»Er spricht auf der anderen Leitung, und dort sagt man ihm etwas, was Giacomo nicht nur aus der Fassung bringt, sondern ihn dazu bringt, das Gespräch zu unterbrechen.Die Frage ist: Was hat man ihm gesagt?«»Dass Angelo umgebracht worden ist«, sagte Montalbano.»So sehe ich das auch.«»Sag mal, Fazio, ist die Nachricht von dem Mord schon bis zur Presse vorgedrungen?«»Na ja, langsam sickert etwas durch.Doch um wieder zu unserem Gespräch zurückzukehren, als Giacomo klar wird, dass er mit einem falschen Angelo spricht, legt er sofort auf.«»Frage: Warum hat er aufgelegt?«, sagte Montalbano.»Lass uns eine erste Überlegung anstellen.Nehmen wir an, Gia­como ist einer, der nichts zu verbergen hat, ein unschuldi­ger Freund, mit dem Angelo gegessen hat und auf Frauen aus war.Während er glaubt, er würde mit Angelo sprechen, wird ihm mitgeteilt, dass Angelo umgebracht worden ist.Ein echter Freund hätte nicht aufgelegt, sondern hätte den falschen Angelo gefragt, wer er wirklich ist und weshalb er sich als Angelo ausgibt.Man muss also eine zweite Über­legung anstellen.Und das heißt, dass Giacomo, kaum dass er von Angelos Tod erfahren hatte, Scheiße sagt und auf­legt, weil er Angst hat, sich zu verraten, sich zu erkennen zu geben, wenn er weiterreden würde.Mithin handelt es sich nicht um eine unschuldige Freundschaft, sondern um etwas Unsauberes, etwas Dunkles.Und der erste Anruf überzeugt mich genauso wenig [ Pobierz całość w formacie PDF ]