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.«Farnleigh blieb stumm.Er stand an einer verglasten Tür, die vom Saal hinaus in den Garten führte, in jenen Teil, auf den man von den Bibliotheksfenstern hinausblickte.Er studierte seine Gäste mit einem langen, nachdenklichen Blick; dann öffnete er die Tür und ging hinaus in den Garten.Binnen kurzem stand Page allein.Der einzige in Sichtweite war Welkyn, der im Eßzimmer ein Fischpastetensandwich nach dem anderen verzehrte.Page konsultierte seine Uhr; es war zwanzig Minuten nach neun.Er zögerte, doch dann folgte er Farnleigh in die Kühle des Gartens.Dieser Teil des Gartens, ein Rechteck von etwa zwölf mal vierundzwanzig Metern, schien abgeschieden von aller Welt.Auf einer Längsseite bildete der neue Flügel den Abschluß, auf der anderen eine hohe Eibenhecke.Durch die Buchen warfen die Fenster der Bibliothek ein schwaches, durchbrochenes Lichtfeld von der Schmalseite her.Im neuen Teil führten auch vom Speisezimmer aus Glastüren hinaus, und vor den Schlafzimmerfenstern im ersten Stock verlief ein Balkon.Ein Farnleigh des siebzehnten Jahrhunderts hatte sich von William III.und Hampton Court inspirieren lassen und den Garten in streng symmetrischen Bögen und Schnörkeln aus Eibe angelegt, mit breiten, sandbestreuten Wegen dazwischen.Jemandem, der zwischen den Hecken ging, reichten sie bis zur Taille, und das Ganze hatte viel vom Fundament eines Irrgartens.Auch wenn man sich gut genug zurechtfand, war es doch (hatte Page schon oft gedacht) ein guter Ort zum Versteckspielen, wenn man hinter die Hecken geduckt blieb.Den Mittelpunkt bildete eine große, runde offene Fläche, eingefaßt von Rosenstöcken, und wiederum in deren Mitte fand sich ein Teich von etwa drei Metern Durchmesser mit einer sehr niedrigen Einfassung.In dem diffusen Licht, mit einem schwachen Schimmer vom Hause her und einem letzten Glimmen des Abendrots am westlichen Himmel war es ein verwunschener Ort, von Düften durchdrungen.Aber Page hatte sich in diesem Garten noch nie wohl gefühlt – er hätte nicht sagen können, warum.Mit diesem Gedanken stellte sich ein anderer, unerfreulicherer ein.Es konnte nicht der Garten selbst sein – nichts als eine Handvoll Hecken, Büsche, Blumen, Sand –, der ihm solche Unruhe eingab.Vielleicht lag es daran, daß die Gedanken aller mit solcher Vehemenz auf die Bibliothek konzentriert waren und in dem schummrigen Rechteck ihre Bahn zogen wie Motten im Licht.Gewiß, die Idee, Murray könne etwas zustoßen, war absurd.So einfach, so folgerichtig war das Leben nicht; es war nur die hypnotische Persönlichkeit des Herausforderers, die ihnen diese Vorstellung in den Kopf gesetzt hatte.»Aber«, sagte Page beinahe laut, »ich kann ja doch einmal zum Fenster gehen und nachsehen, ob alles in Ordnung ist.«Er ging hinüber und schreckte mit einem unterdrückten Fluch zurück, denn es war schon jemand anderes da, der ebenfalls einen Blick werfen wollte.Er konnte nicht sehen, wer es war, denn er oder sie verschwand hinter den schützenden Buchen; aber Page sah Kennet Murray drinnen sitzen, mit dem Rücken zum Fenster, ein gräuliches Heft in der Hand, das er eben aufschlug.Unsinn.Page machte kehrt und ging mit raschen Schritten zurück in den kühlen Garten.Er ging am Teich vorüber und blickte zu dem einzelnen Stern auf (Madeline Dane hatte einen poetischen Namen dafür), der hell am Himmel stand, knapp über einer Ansammlung von Schornsteinen des neuen Flügels.Er ging zwischen dem Labyrinth der Hecken hindurch zum anderen Ende, ganz in seine nicht minder labyrinthischen Gedanken vertieft.Wer war nun der Hochstapler, Farnleigh oder der andere? Page wußte es nicht, und er hatte in den letzten zwei Stunden so oft zuerst auf den einen, dann auf den anderen gesetzt, daß er nun nicht einmal mehr etwas vermuten konnte.Was ihn noch weiter verwirrte, war die Art, wie immer wieder und scheinbar ohne jeden Grund der Name Madeline Dane aufkam …Die zweite Schmalseite des Gartens faßte eine Lorbeerhecke ein, und dahinter, vom Haus abgeschirmt, stand eine steinerne Bank.Hier setzte er sich und zündete sich eine Zigarette an.Er verfolgte seine Gedanken zurück, so gut er konnte, und wenn er ehrlich war, mußte er sich eingestehen, daß ein Gutteil seines Grolls gegen die ganze Welt daher kam, daß immer wieder Madeline Danes Name aufkam.Madeline Dane, deren blonde und schlanke und gutaussehende Gestalt das Skandinavische ihres Nachnamens noch unterstrich, brachte ihm nicht nur die Biographien der Lordrichter durcheinander, sondern auch alles andere, was Page durch den Kopf ging.Er dachte mehr an sie als gut für ihn war.Denn hier saß er nun, auf dem besten Wege, ein verknöcherter Hagestolz zu werden …Doch plötzlich sprang Brian Page von seiner Steinbank auf und dachte weder an Madeline noch an Hochzeitsglocken: nur an die Laute, die aus dem Garten hinter seinem Rücken herüberdrangen.Sie waren eher leise, doch sie kamen mit einer entsetzlichen Deutlichkeit durch die düsteren halbhohen Hecken.Das Schlimmste war der erstickte Schrei – dann das Schleifen, das Scharren – dann das Platschen und ein schlagendes Geräusch.Einen Moment lang brachte er es nicht über sich, sich umzudrehen.Nicht daß er wirklich geglaubt hätte, daß etwas geschehen war.Das konnte er nicht glauben.Doch er ließ seine Zigarette ins Gras fallen, trat sie aus und ging in einem Tempo in den Garten zurück, das schon fast ein Laufschritt war, und zweimal nahm er im Labyrinth den falschen Abzweig [ Pobierz całość w formacie PDF ]