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.Es war ein schöner Tag.“„Wirklich?“, hakte sie nach.„Wirklich? Hast du dich gewissermaßen gut amüsiert?“„Gewissermaßen“, räumte er ein.„Am besten hat mir die Nummer gefallen, als du der Bibliothekarin erzählt hast, ich wäre ein Fachidiot.Du bist sehr schlagfertig.“Sie lächelte in sich hinein.„Ich glaube aber, dass es für dich vielleicht doch ein wenig zu viel war.Es ging dir schon so viel besser, und wir haben beide die Tatsache ignoriert, dass du ein paar Tage lang wirklich krank warst.Du solltest es langsam angehen.“„Ich muss nicht im Bett liegen oder so.Aber ein paarmal am Tag sollte ich diesen Hustensaft einnehmen, und das habe ich heute den ganzen Tag über nicht getan.Wie gesagt, ich hatte nicht daran gedacht.Das wird schon wieder.“ Sie hustete noch ein wenig weiter.„Wenn wir nach Hause kommen, nehme ich gleich etwas davon.Ian … fühlst du dich niemals einsam? Da oben auf dem Berg?“Sein erster Gedanke war: Bislang nicht.Was er aber sagte, war: „Irgendwie ist es seltsam, wie schnell man sich an etwas gewöhnen kann, wie zum Beispiel die Stille.Das Alleinsein.Ich hatte nicht gedacht, dass ich am Ende so lange weg sein würde.“„Soll das heißen, du hattest eigentlich vor, zurückzukommen? Zum Beispiel nach Chico? Oder zumindest doch raus aus deinem Versteck?“Er wandte den Kopf und sah sie an.„Marcie … ich habe mich nicht versteckt.“ Er wirkte leicht überrascht, schaute aber gleich wieder auf die Straße.„Ich meine, als ich zum ersten Mal hier heraufkam, hatte ich niemandem gesagt, wohin ich gehe, weil ich es selbst nicht wusste.Und dann habe ich niemandem gesagt, wohin es mich verschlagen hatte.Aber ich habe mich nicht versteckt.Ich habe einen Führerschein und ein Fahrzeug, das auf mich angemeldet ist.Ich zahle Steuern für das Grundstück.Ich habe ein Geschäft … auch wenn es nicht sonderlich offiziell ist.Aber es ist nicht so schwer, mich zu finden.Vielleicht solltest du dich einmal mit dem Gedanken vertraut machen, dass niemand mich finden wollte.Niemand hat nach mir gesucht.Außer dir.“„Aber ich habe nachgefragt.Ich war bei der Polizei und überall.Dort hat jemand nachgeschaut, ob ein Fahrzeug auf dich angemeldet ist, auch wenn sie mir gesagt hatten, dass sie mir keine Auskunft erteilen dürften, wenn …“„War das in der Humboldt County? Dieses Waldhaus liegt kurz hinter der Grenze … in Trinity.“„Oh“, sagte sie.„Oh.“ Und wieder musste sie husten.Das hatte man davon, wenn man seine Medizin nicht einnimmt, während man noch mit den letzten Überbleibseln eines Virus kämpft und sich dazu ein wenig übernimmt.„Darf ich dich etwas fragen?“, begann sie vorsichtig.„Warum bist du überhaupt hier hochgekommen?“„Ich konnte mich noch an die Gegend erinnern.Als Kind war ich mit meinem Dad hier zum Angeln.Bevor meine Mutter starb; bevor er das Interesse verlor.Ich war noch sehr jung, als ich zum ersten Mal hierherkam, dann wieder als Teenager.Ich hatte einen Platz im Kopf, an dem man hören kann, wie man denkt.So etwas brauchte ich.Etwas möglichst Stressfreies.Und du hast selbst zugegeben, es ist ein wirklich schöner Platz.“„Und daraus wurden dann einfach so mehr als vier Jahre?“„Genau.Bei den Marines habe ich eins gelernt … es tut mir gut, wenn ich mich körperlich herausfordere.An meine Grenzen gehe.Das lässt mich sehen, wer ich bin, was ich kann.Ich hatte von dem gelebt, was der Boden hergab, auf Komfort verzichtet.Und ich begann, wieder klar zu denken.Es war Spätsommer, als ich hier oben ankam.Ich hatte einen Schlafsack und einen Rucksack bei mir.Damals glaubte ich, dass es das Beste wäre, wenn ich mich weitgehend von den Menschen fernhielt … Ich wollte über ein paar Dinge nachdenken und versuchen, die Veränderungen in meinem Leben nach dem Marine Corps in den Griff zu bekommen.Dann fing es plötzlich an zu schneien und ich war noch nicht ganz so weit, den nächsten Schritt zu tun.Da waren verschiedene Möglichkeiten … eine Ausbildung mit dem GI-Stipendium, ein Job, was auch immer.Aber so weit war ich noch nicht, und der alte Raleigh hat mich ins Leben zurückgetreten.Ehe ich mich versah, hatte ich bereits monatelang bei ihm gewohnt … zwei alte Junggesellen, die ihren eigenen Weg gingen, sich um ihren eigenen Kram kümmerten.Dann habe ich ihn gepflegt, schließlich war er tot.Inzwischen hatte ich eine Routine entwickelt, einen Lebensstil, mit dem ich zurechtkam.“„Aber du hattest keine Freunde …“„Ja, ich schien niemanden zu brauchen.Dabei hatte ich mir geschworen, es niemals so weit kommen zu lassen.Aber ich schätze, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“„Was meinst du damit?“Einen ausgedehnten Moment lang antwortete er nicht.Schließlich sagte er: „Mein Dad.Als meine Mutter starb, war ich zwanzig und zwei Jahre im Dienst.Sie hatte Krebs.Sie war erst fünfundfünfzig, aber drei Jahre lang war es für sie ein harter Kampf gewesen.Sie war bereit zu gehen, nicht so mein alter Herr.Es hat ihn wirklich alt gemacht, und er war total angefressen.Ich meine, noch angefressener, als er es eh schon war.Er war nie das, was man glücklich nennen kann.Nach ihrem Tod hat er sich völlig isoliert, das Interesse an den Dingen verloren, die er mochte, und nach und nach auch die wenigen Freunde aufgegeben, die er hatte.Jedes Mal, wenn ich im Urlaub nach Hause kam, war es ein wenig schlimmer mit ihm.Ich hatte immer geglaubt, dass er darüber hinwegkommen würde, aber das ist nicht geschehen.Ich habe mir geschworen, dass mir das nie passieren würde, unter keinen Umständen.“„Aber es ist passiert?“„Nicht so, wie du glaubst.Ich bin nicht wütend.Jedenfalls nicht besonders.Nur weil ich mein Leben überwiegend allein zugebracht habe, bin ich zum Einzelgänger geworden.“„Aber wünschst du dir niemals mehr als das? Ich meine, Freunde zum Beispiel? Eine Dusche? Eine Toilette im Haus? Ein komplettes Geschirr?“Er wandte ihr den Kopf zu und grinste.„Auf den Gedanken, mir eine Dusche anzuschaffen, habe ich schon einige Zeit verwendet.Diese Wasserschlepperei nervt mich total [ Pobierz całość w formacie PDF ]