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.«Er blieb stehen.»Was wollen Sie von mir?«, fragte ich und versuchte meiner Stimme einen festen Klang zu geben.»Sie vor einem Mörderpaar retten.«»Was?«»Denk nach, Kate«, sagte eine zweite Stimme aus dem Chorgestühl an der Nordwand.Matthew.»Wer war da, jedes Mal, wenn jemand ums Leben gekommen ist? Wer war mit dir im Preston Archive?«»Ich«, sagte Ben.»Genau«, sagte Matthew, und ich hörte die Schärfe in seiner ruhigen Stimme.»Das waren Sie.«Sinclair hatte den gleichen Verdacht geäußert, doch ich hatte ihn ohne weiteren Gedanken von mir gewiesen.Auch jetzt sträubte ich mich dagegen.»Nein.«Doch Matthew hakte nach.»Wo war er, Kate, als Dr.Sanderson starb? Praktisch, dich allein in der Bibliothek zurückzulassen, nicht wahr?«»Der Mörder hat mich angegriffen«, widersprach ich knapp.»Ben hat mich gerettet.«»Hat er das? Oder hat er dich erst angegriffen, um dann den Retter zu spielen?«Ich versuchte mich zu erinnern, was am Kapitol passiert war.Eine verwackelte Folge von Schlägen, Griffen, Schritten - kommenden und fliehenden Schritten.»Denk nach, Kate«, sagte Matthew wieder.»Denk an jeden Mord, an jeden Überfall.«In der Widener-Bibliothek war mein Verfolger verschwunden, und wenige Augenblicke später war Ben aufgetaucht.Hätte er es sein können? Er hätte sich um die Regale schleichen, die dunkle Kleidung ablegen und zwischen den Büchern verstecken können.Möglich war es.Doch es war absurd.In Cedar City hatte er das Archiv verlassen, um Sandwichs zu holen.War er umgekehrt und hatte Maxine getötet, direkt nachdem ich gegangen war? Es war möglich.Knapp.Am Kapitol hatte er mich gerade rechtzeitig unter den Magnolien gefunden, um meinen Angreifer zu verjagen.Er hatte selbst die Vermutung geäußert, der Überfall sei inszeniert gewesen.Hätte er Sie töten wollen, wären Sie tot gewesen, bevor ich dazukam, hatte er gesagt.Hatte er auch seine Rettung inszeniert, um mein Vertrauen zu gewinnen?Nein.Er hatte mich gerettet.Und weiter? Wilton House.In Wilton House war er die ganze Zeit bei mir gewesen.»Er konnte Mrs Quigley nicht umgebracht haben«, sagte ich, während ich verzweifelt versuchte, nicht den Verstand zu verlieren.»Dann verwette ich meine Seele«, sagte Athenaide, »dass Sir Henry die Möglichkeit hatte.«Ich runzelte die Stirn.Sir Henry war mit Mrs Quigley wie lange verschwunden? Zehn Minuten? Fünfzehn? Zwanzig? Lange genug, um sie umzubringen und sich wieder ins Nebenzimmer zu schleichen, wo er sich selbst die Wunde zufügte und sich zu Boden fallen ließ.Ein Mörderpaar, hatte Athenaide gesagt.Steckten Ben und Sir Henry unter einer Decke? War das möglich? Wieder spulte ich zum Anfang zurück und ging die Vorfälle durch.Jedes Mal hatte mich der eine oder der andere aus der Klemme geholt - hatte mich mit Kleidung, Transportmitteln und Geld versorgt.Sogar mit Pässen.Ben hatte mich nicht nur beschützt, er hatte außerdem in zwei Ländern das Gesetz gebrochen.Zusammen hätten sie jedes der Opfer töten können.»Warum?«, fragte ich.»Warum die anderen? Und nicht mich?«»Sie brauchen Sie«, sagte Athenaide.Genau das hatte Ben über Athenaide gesagt: Sie brauchte mich, um ›Cardenio‹ zu finden.Erst dann wäre ich entbehrlich … Hatte er ihr seine eigenen Motive untergeschoben?»Jemand versucht zu verhindern, dass das Stück gefunden wird, Athenaide.Was hätte Sir Henry davon?«»Er will es nicht verhindern«, sagte sie.»Er will es haben.Sir Henry will das Stück mit giftiger Gier.Wahrscheinlich hat er zuerst von Ros davon gehört, und seitdem ist er besessen von dem Gedanken, die Rolle des Don Quixote selbst zu spielen.Gäbe es einen herrlicheren Schwanengesang zum Ende einer Bühnenkarriere, als Shakespeare und Cervantes in einem zu verkörpern? Er will das Stück, und als Ros ihm nicht versprechen wollte, mit ihm zu teilen, hat er sie umgebracht.«»Verlogene Hexe«, zischte Sir Henry.Athenaide achtete nicht auf ihn, sondern konzentrierte sich ganz auf mich.»Aber bei Ihnen brauchte er Hilfe.Also hat er jemanden angeheuert.Wie Ben Ihnen sagte, er steht im Sold.Nur eben nicht in Ros’, sondern in Sir Henrys Sold.«»Er ist Ros’ Neffe, Athenaide.«Eine kurze Pause entstand.»Faszinierend«, sagte Matthew.»Vor allem, da Ros ein Einzelkind ist.«Ich sah Ben an in der Hoffnung, dass er widersprach.Seine Kiefer zuckten.»Du musst mir vertrauen.«»Benjamin Pearl«, sagte Athenaide, »ist ein Auftragskiller, Katharine.Ein Soldat, könnte man sagen, wenn er die Ehre verdient hätte.Wenigstens ist er als solcher ausgezeichnet worden.Er ist Träger des Victoria-Kreuzes - keine Medaille, die die Queen jeden Tag verteilt.Wegen seines heldenhaften Einsatzes in Sierra Leone, wo achtzig Zivilisten gerettet wurden, aber zwölf Spezialagenten des britischen SAS ums Leben kamen.Seitdem ist allerdings die Frage aufgekommen, ob Pearl nicht mehr für die Toten als für die Lebenden verantwortlich zeichnet [ Pobierz całość w formacie PDF ]