[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Aber da saß sie, als wir in die erste Stunde kamen, hinten im Klassenzimmer bei den ekligen roten Jungvampyren, fast schon auf Dallas’ Schoß.»Verschone mich«, brummte Aphrodite, als Erins perlendes, überhebliches Oh-Göttin-bin-ich-sexy-Lachen an uns heranbrandete.»Beachtet sie einfach nicht«, flüsterte Shaunee, als sie an uns vorbeiging.Wir anderen waren bei dem Anblick, wie tief Erin schon in der Gosse gelandet war, erstarrt stehen geblieben.Also alle außer Shaunee.Die würdigte ihren Ex-Zwilling keines Blickes.Mit erhobenem Kopf ging sie vorüber, als hörte sie Erins pubertäres Gekicher überhaupt nicht und sähe auch nicht die spöttischen Blicke, die diese in ihre Richtung warf.»Shaunee hat recht«, sagte ich gedämpft, so dass nur meine Gruppe mich hörte.»Erin ist wie diese ätzenden Kinder, die um jeden Preis Aufmerksamkeit wollen, egal, ob positiv oder negativ.Lassen wir sie besser links liegen und die anderen da hinten auch.«Und das taten wir.Ich setzte mich auf meinen Platz in der ersten Reihe, mit Stevie Rae, Rephaim und Shaunee rechts von mir und Aphrodite, Shaylin und Damien links.Aurox’ leerer Platz schien mir auf einmal übergroß.Was er wohl gerade machte? Was ging ihm durch den Kopf, während er sich darauf vorbereitete, Neferet entgegenzutreten und Grandma zu retten? Würde er im letzten Augenblick einen Rückzieher machen? Wahrscheinlich war er nicht mal mehr im Bahnhof, wenn wir ihn abholten.Sondern schon auf halbem Weg nach Brasilien oder so …Da durchbrach Shaylins Stimme meine innere Hyperventilation.Sie beugte sich an Aphrodite vorbei und flüsterte mir zu: »Schau mal dort.« Dabei nickte sie kaum merklich nach links.Dort saß ein einzelnes Mädchen.Erstaunt erkannte ich Nicole.Sie saß ganz allein ein Stück weiter vorn als Dallas und seine Gang – definitiv von ihnen getrennt.»Farben?«, fragte Aphrodite leise.»Das Rot ist fast weg«, antwortete Shaylin gerade so laut, dass auch ich es hörte.»Und dieses sandsturmbraune Zeug hat jetzt was von Gold.Ist richtig schön.«»Huh«, sagte ich.»Sonderbar«, murmelte Aphrodite.»Aber echt«, flüsterte Stevie Rae von meiner anderen Seite.»Ich mag sie aber trotzdem nich.«Ich überlegte gerade, ob ich jetzt was Kluges sagen sollte, da betrat Thanatos den Raum.»Frohes Treffen!«»Frohes Treffen!«, gaben wir zurück.Sie verlor keine Zeit, und dafür war ich ihr wahnsinnig dankbar, denn ich hatte keine Lust, noch mehr Zeit zu vertrödeln.»Es erscheint mir heute unmöglich, euch die Hausaufgaben abzufragen wie an jedem gewöhnlichen Schultag.Ich will nicht einfach darüber hinweggehen, dass Neferet, eure bisherige Schulleiterin und geistige Führerin, sich von unserem House of Night separiert und dadurch eine nicht geringe Konfusion in eurem Leben ausgelöst hat.«Damien tippte rasch etwas auf sein iPad und hob es an, damit wir alle es sehen konnten: SEPARIERT = ABGESPALTEN, KONFUSION = VERWIRRUNG.»Ich will wissen, wer das Feuer in den Stallungen gelegt hat«, erscholl Erins Stimme von hinten durch den Raum.Nicht nur ich war völlig überrascht.Überall wurde ein Raunen laut, und Shaunees Gesicht war aschfahl und ausdruckslos.Selbst Thanatos’ Zögern, bevor sie antwortete, war mehr als nur die übliche Lehrer-Kunstpause.»Es sieht so aus, als wäre es ein bedauerlicher Unfall gewesen.«»Ach was.Ich hab noch nie ’nen Unfall erlebt, der nicht bedauerlich war«, versetzte Dallas hochgradig spöttisch.»Der nicht bedauerlich gewesen wäre, wolltest du wohl sagen?«, korrigierte Thanatos unbeirrt.»Warst du nich auch ’n Unfall?«, rief Stevie Rae ihm zu.»Ich weiß noch, wie du mir erzählt hast, dass deine Eltern eigentlich nur zu Besuch in Dallas gewesen wären und nich zum Kindermachen.«Ein paar seiner Kids lachten.Thanatos sagte darüber hinweg: »Schon viele gute Dinge sind aus zufälligen verzweifelten Situationen entstanden.Würdest du mir da nicht zustimmen, Dallas?«Er brummte etwas Unverständliches.Dann hörte ich, wie Erin ihm in dieser Marilyn-Monroe-Tonlage etwas zusäuselte, und er sagte laut: »Das heißt, niemand wird wegen der Brandstiftung bestraft?«»Es war keine Brandstiftung.« Nicole sah ihn nicht an, sondern Thanatos.Sie klang, als wäre sie allein mit der Lehrerin.»Ich hab’s Lenobia schon gesagt.Ich war dort.Es war windig, und die Laterne ist umgekippt.Es ging ganz schnell.Ich war gerade auf dem Weg zur Sattelkammer, weil ich ein Pferd geputzt hatte und die Bürsten wegbringen wollte.Da kam ein Riesenwindstoß, und die Laterne fiel um – mitten in ’nen Stapel Heuballen.Die sind losgegangen wie ’n Haufen Wunderkerzen.« Dann drehte sie sich um und sprach Dallas direkt an: »Es war ein Unfall.Schluss, aus.«»Gut, dass du so ’ne ehrliche Haut bist, sonst könnte man fast auf die Idee kommen, du lügst.« Schon Dallas’ Ton war eine Beleidigung.»Nicht wahr?«, schnitt Thanatos ihm das Wort ab.»Und unsere Pferdeherrin unterstützt Nicoles Aussage.Nur gut, dass alles so glimpflich ausging und niemand zu Schaden kam.«»Nur die Ställe sind ein einziges Chaos«, hörte ich mich sagen, um die unbehagliche Stille zu füllen und uns wieder zu einem Anschein von Normalität zurückzubringen.»Fällt deswegen eigentlich Pferdekunde aus?«»Nein, im Gegenteil.« Ich bildete mir ein, dass Thanatos mir einen dankbaren Blick zuwarf.»Euer Stundenplan bleibt unverändert.Wer Pferdekunde hat, wird sich aber wohl darauf einstellen müssen, die Ställe aufzuräumen und zu putzen statt zu reiten.« Dann berührte sie ihre Stirn, als hätte sie etwas vergessen.»Oh, außer denjenigen, die ich bitten möchte, mir zu helfen, den Tag der offenen Tür am Samstag vorzubereiten.«Damiens Hand schoss in die Höhe.»Ja, Damien?«, nahm Thanatos ihn dran.»Ich will nichts sagen.Ich will mich nur freiwillig zum Organisieren melden.«Thanatos lächelte.»Das ist sehr nett von dir.«»Heißt ›organisieren‹ in die Stadt fahren?« Es war echt komisch, dass Erins Stimme von so weit hinten kam.»Einige der Aufgaben sind damit verknüpft, etwas in der Stadt zu erledigen, ja.Möchtest du denn auch helfen, Erin?«»Wenn wir nicht im Klassenzimmer rumsitzen müssen, haben Sie ’ne Menge Freiwillige, schätze ich«, sagte Dallas.Ich war zu angespannt, um Aphrodite oder Stevie Rae einen Seitenblick zuzuwerfen, aber aus dem Augenwinkel sah ich Stevie Rae die Finger kreuzen.»Ich kann deine Hilfe in der Tat gebrauchen, Dallas.Ich habe die Tagesstunden zum großen Teil damit verbracht, Wohltätigkeitsveranstaltungen in Tulsa zu googeln.Es scheint, als wäre eine der erfolgreichsten Spendenaktionen ein Fest namens An Evening of Wine and Roses, das das Tulsa Garden Center unterstützt.Anscheinend werden dabei unzählige Lichterketten im Rosengarten von Tulsa verteilt, und es gibt etwas zu essen und Weinproben.Und das, mein lieber junger roter Vampyr, ist genau dein Fachgebiet.«»Fachgebiet? Ich mag Wein nicht besonders.«Neben mir schnaubte Aphrodite verächtlich, aber ich richtete den Blick stur nach vorn und versuchte, nicht einmal zu atmen [ Pobierz całość w formacie PDF ]