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.Haben Sie je einen längeren Zeitraum unter Angehörigen einer Spezies verbracht, die nicht die Ihre ist? Ich schon.Auf Bocai gehörten sie im weitesten Sinn zur Familie.An anderen Orten wären sie Feinde gewesen, Verbündete oder Bedienstete.Hier waren sie Teil der Landschaft.Ich konnte den muffigen Geruch ihres Fells riechen und etwas von ihrer Persönlichkeit in der Art erkennen, in der sie seufzend und ächzend überall um mich herum durch das Geäst glitten.Ich konnte den Rhythmus ihres sonderbaren, auf dem Kopf stehenden Lebens ahnen, konnte die Bindung spüren, die sie in jeder Sekunde jedes Tages zu ihrer Umgebung unterhielten.Ich konnte sogar die Gefühle wahrnehmen, die sie mir gegenüber hegten, gegenüber dem widerlichen Eindringling in ihrer Mitte; fremdartig, seltsam, vermutlich übelriechend und so unendlich weit entfernt von allem, was sie für normal hielten.Nur mühsam konnte ich mir vorstellen, wie sie auf die Mitteilung reagiert haben mochten, dass die menschlichen Wesen an Bord von One One One hier waren, um ihnen zu helfen.Sehr ermutigend können diese Neuigkeiten für sie nicht gewesen sein.Was mochten sie stattdessen empfunden haben? Verwirrung? Belustigung? Entsetzen? Abscheu? Zorn? Groll? Vielleicht sogar etwas vollkommen anderes, etwas, das dem menschlichen Spektrum fremd war? Vielleicht alles außer Freude, denn die konnten sie nicht empfunden haben.Immerhin nannten sie uns Geister, und Geister waren noch nie imstande, den Heimgesuchten ein Gefühl des Wohlbehagens zu vermitteln.Die Wahrheit war, dass die KIquellen uns allen einen Streich spielten, was immer hier sonst noch mit hineinspielte.Sie hatten dafür gesorgt, dass unsere Ideale uns in eine Welt führten, in der unsere Ideale schlicht irrelevant waren, eine Welt, deren Einwohnern zu helfen wir moralisch verpflichtet waren, obwohl sie ohne uns sehr gut zurechtkamen.In unseren Augen waren sie unfrei, aber sie hatten keinen Referenzrahmen, der es ihnen gestattet hätte, Freiheit zu bemessen.Wir hielten sie für Gefangene, aber sie konnten an keinem anderen Ort als dem leben, den ihre Herren für sie geschaffen hatten.Und wir hielten sie für Sklaven, aber ihre einzige Arbeit bestand darin, zu tun, was ihre Natur von ihnen verlangte.Für diejenigen, die tatsächlich damit leben mussten, waren all diese Überlegungen einfach nur abstrakt: sogar noch weniger bedeutsam als eine feinsinnige Diskussion über Farben in Gegenwart von blind Geborenen.Durch welche Irrgärten sie getrieben werden mochten, welche großen Dramen sie zum Amüsement der KIquellen aufführen mochten, all das war vermutlich dazu bestimmt, sich unserem Verständnis zu entziehen.Unsere beiden Gattungen waren wie zwei Paraden, die zum selben Trommelschlag dieselbe Straße hinuntermarschierten und doch blind füreinander waren, bis sie schließlich kollidierten.Ich fragte mich immer noch, was das Ganze überhaupt sollte, als der Zwischenrufer sich ganz in meiner Nähe zu Wort meldete.»Du bist ein echtes Miststück, weißt du das?«Wie zuvor war die Stimme weder männlich noch weiblich, weder jung noch alt, weder vernünftig noch wahnsinnig: nur eine gleichmäßige, gemessene Stimme, frei von allem, was ihr einen eigenen Charakter hätte verleihen können.Dennoch war es auch nicht die sonderbare Nichtstimme, die ich trotzdem hören konnte, welcher sich die KIquellen bedienten.Diese Stimme war menschlich und zugleich bar aller Menschlichkeit.Ich war weder verwundert noch alarmiert.Eher schon wäre ich besorgt gewesen, hätte der Zwischenrufer sich heute Nacht nicht gemeldet.Aber da ich von Brachiatoren umgeben war und nicht wollte, dass sie unseren eher unfreundlichen Wortwechsel als Angriff gegen sich missverstanden, aktivierte ich den Zischschirm, ehe ich antwortete: »Ja, das weiß ich.Kannst du mich hören?«»So klar und deutlich, wie ich deine Schreie hören werde, wenn du abstürzt.«Meine Fähigkeit, Furcht zu empfinden, operierte derzeit auf höchster Leistungsstufe und konnte weiteren Belastungen nicht standhalten [ Pobierz całość w formacie PDF ]