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.Und inmitten dieser Zusammenrottung reift der Putsch weiter heran – diese Zusammenrottung ist nicht die Plazenta des Putsches, sehr wohl jedoch ein wichtiger Bestandteil dieser Plazenta.8Bis hierher hat sich die Geschichte in Spanien abgespielt, wo sich alles gegen Suárez verschworen zu haben scheint (oder in Adolfo Suárez’ Augen gegen ihn verschworen zu haben scheint).Außerhalb Spaniens sieht es für den spanischen Ministerpräsidenten jedoch nicht viel besser aus – anfangs ja, aber seit seiner Machtübernahme hat Suárez genau das Gegenteil dessen gemacht, was die Welt gemacht hat: Während Suárez verzweifelt versucht hat, sich linksherum zu drehen, hat sich die Welt in aller Ruhe rechtsherum gedreht.Als der König Adolfo Suárez im Juli 1976 mit dem Amt des Ministerpräsidenten ausstattet, erwartet Europa wohlwollend, wenn auch mit Skepsis, einen friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie; auch die USA sind voller Wohlwollen, allerdings nicht ganz frei von Sorge.Ihre Idealvorstellung von Spanien – das in strategischer Hinsicht im Fall eines Krieges mit der Sowjetunion eine Schlüsselposition besetzt – ist das einer folgsamen parlamentarischen Monarchie und begrenzten Demokratie, in der die Existenz einer legalen kommunistischen Partei ausgeschlossen bleibt, während die Integration des Landes in die NATO befördert wird.Die Ernennung Suárez’, der als Königskind des Franquismus gilt, behagt den USA wesentlich mehr als den Europäern; sehr bald jedoch kehren sich die Präferenzen um: Suárez legalisiert die kommunistische Partei, drängt das Land in Richtung einer vollgültigen Demokratie und verschiebt trotz ständigen Drucks – auch seitens seiner eigenen Parteigänger aus der UCD – immer wieder das endgültige Datum eines spanischen NATO-Beitritts.Aber das ist noch nicht alles: Da Suárez überzeugt ist, Spanien könne eine wesentlich effektivere oder doch besser wahrnehmbare internationale Rolle übernehmen, indem es sich am Rande der durch den Kalten Krieg auferlegten Zweiteilung der Welt hält, statt sich als braver Statist in den von den USA geführten Block einzureihen, empfängt er in seinem letzten Regierungsjahr Palästinenserführer Jassir Arafat in der Moncloa und entsendet einen offiziellen Beobachter zur Konferenz der Blockfreien Staaten.Vier Jahre zuvor hätten derlei Unabhängigkeitsbestrebungen – die in Spanien selbst den Widerwillen der Rechten wie auch fast aller Anführer der Partei des Präsidenten hervorrufen, nicht so jedoch den der mehrheitlich antiamerikanisch eingestellten Öffentlichkeit – eine leise Nervosität, gemischt mit einem gewissen Befremden erzeugt.Im Herbst 1980 aber sorgen sie, auch angesichts der instabilen Lage im Land, für beträchtliche Aufregung.Schließlich hat sich die Situation in den vergangenen vier Jahren radikal verändert, und das nicht bloß für die USA: Im Oktober 1980 ist Karol Wojtyla zum Papst gewählt worden; im Mai des Vorjahres Margaret Thatcher zur britischen Premierministerin; und im November 1980 Ronald Reagan zum Präsidenten der USA.Im Westen macht sich eine konservative Revolution breit, und in deren Verlauf setzt Ronald Reagan das Wettrüsten wieder in Gang und heizt den Kalten Krieg an, um die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, in dem er sie von mehreren Seiten zugleich in die Zange nimmt.Wenn Washington in einer solchen Situation etwas nicht möchte, dann Unruhe im Süden Europas.Gerade erst, im September, hat man erfolgreich einen Militärputsch in der Türkei unterstützt, doch nun muss man sich Sorgen machen, dass die Schwäche dieses Mister Suárez – der linke Neigungen an den Tag legt und zunehmend von der politischen und wirtschaftlichen Krise wie auch von einer immer stärker werdenden sozialistischen Partei bedrängt wird – zu einer Revolution nach dem Vorbild Portugals aus dem Jahr 1974 führen könnte.Als in der Zentrale des CIA und in der amerikanischen Botschaft in Madrid in den Monaten vor dem 23.Februar die ersten Hinweise eintreffen, es könne schon bald »das Skalpell angesetzt« bzw [ Pobierz całość w formacie PDF ]