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.Doch ich schauderte und dachte: Wie stark und kraftvoll eine so sanfte Berührung sein kann.Mircea schien es gar nicht zu bemerken.Seine Augen waren größer und heller als jemals zuvor, und hinter ihnen summte noch immer wie Elektrizität der Rausch des Kampfes.Er war vollkommen konzentriert und wirkte seltsam jung, und als er schließlich den Kopf hob, um mir zu sagen, dass er fertig war, packte ich ihn am Hemd und küsste ihn.Es war keine große Anstrengung.Ich bekam den Winkel nicht ganz richtig hin, unsere Zähne Hackten aneinander, und wir schmeckten beide nach Adrenalin.Und wenn schon.Meine Hände, die sein Hemd hielten, ballten sich wie von ganz allein zu Fäusten.Ich konnte sie nicht aus der Seide lösen, und das musste ich, um ihn zu schlagen.Und ich wollte ihn schlagen, denn plötzlich war ich zornig.Ich hatte eine Stinkwut auf Mircea.Weil er fast gestorben war, verdammt, und ich hatte nichts dagegen tun können, und er wäre fast gestorben.Mircea widersetzte sich dem Kuss nicht.Anstatt zurückzuweichen, zog er mich noch näher, so nahe, dass ich das Pochen seines Herzens hörte und ihn atmen spürte.Er übernahm die Kontrolle über den Kuss und machte ihn langsamer, bis er nur noch warme Zärtlichkeit und unvermeidlich war.Seine Hände glitten an meinem Rücken hoch zum Haar, strichen durch die Locken und ließen mich erschauern.Ich hatte nicht gewusst, dass jemand Entschuldigungen küssen konnte, aber Mircea war ganz offensichtlich dazu imstande.Ich wusste nicht genau, wofür er sich entschuldigte, doch es fühlte sich richtig an.Zum Beispiel dass es ihm leidtat, mich so sehr erschreckt zu haben.Er küsste gut, und er küsste nicht ganz und total.Immer wieder hörte er auf und nahm den Kuss ein wenig fort, und dann stiegen Enttäuschung und Arger in mir auf.Ich wollte schreien, doch dazu fehlte mir der Atem.Und als ich glaubte, vollkommen den Verstand zu verlieren, kam ein leises, hungriges Knurren von ihm, und er küsste mich mit neuer Leidenschaft.Plötzlich keuchte ich, und das Begehren war wie heißer Dampf zwischen uns.Ich spürte, wie der Geis reagierte: ein leichtes Zittern dicht unter der Haut, Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Explosion.Und es war mir gleich.Aus irgendeinem Grund bemerkte ich erst jetzt die Festigkeit von Mirceas Körper, die Stärke und sanfte Zärtlichkeit seiner Hände.Ich stellte mir vor, wie es sich anfühlen würde, unter seinem Gewicht zu liegen, und jähe Hitze durchwogte mich.Ich wollte es.Ich wollte es mehr als alles andere.Und dann löste er sich von mir, sah schockiert und ein wenig wild aus, was während des Kampfes nicht der Fall gewesen war, obwohl es da mehr Sinn ergeben hätte.Ich sah ihn an, betrachtete das zerzauste Haar und das schmutzige Gesicht und wollte ihn erneut küssen.Nicht aufgrund eines Drangs, sondern weil er bereits vertraut schmeckte, weil ich mehr von der Wärme wollte, die meine Haut immer dann aufzunehmen schien, wenn wir uns berührten.Aber ich konnte nicht.Dieser Mircea befand sich in der Zeit zwei Wochen hinter mir.Für ihn war der Geis gerade erst erwacht.Und je mehr Kontakt wir hatten, desto schneller wuchs er.Was für meinen armen Mircea noch mehr Qual bedeutete.Mit einem Ruck wich ich zurück, und er hielt mich nicht fest.Sein verwirrter Blick ging zu Françoise und Radella.»Gibt es etwas, das du mir sagen möchtest, Dulceaß?«Ich sah zu Françoise, aber ihre Antwort auf meine stumme Frage bestand aus einem dieser französischen Achselzucken, aus denen ich nie schlau geworden bin.Ich wandte mich wieder an Mircea und schluckte.»Ich fühle mich nicht gut«, sagte ich, was der Wahrheit entsprach.»Können wir später reden?«Mircea nickte nach einer fast unmerklichen Pause.Er stand auf und sah mich an, als er Befehle erteilte und die Vampire, die viel zu spät erschienen waren, wie ängstliche Ameisen umherlaufen ließ.Ich saß auf dem Boden, beobachtete sie und fragte mich, was sie machten, bis ich sah, dass einer von ihnen eine Art großen Staubsauger hatte.Damit saugte er die Überbleibsel der Magier auf, die dem »Lots Frau« genannten Zauber zum Opfer gefallen waren.Ein anderer Vampir folgte ihm und steckte Schuhe und Dinge, die sich nicht in Sand verwandelt hatten, in einen Müllbeutel.Mir tat nicht mehr der ganze Körper weh, aber ich war noch immer erschöpft und fühlte mich von allem getrennt.Hatte der Kuss diese Wirkung auf mich?Oder die Leere, die ihm gefolgt war? Was auch immer der Fall sein mochte, ich war so apathisch wie nach einer durchzechten Nacht, und es war bestimmt nicht klug, unter solchen Bedingungen einen Sprung zu versuchen.Ein anderer Vampir begann damit, die beiden verhutzelten Leichen zu zerbrechen.Sie waren so alt, dass die Knochen, spröde wie trockene Zweige, sofort nachgaben.Immer wieder knirschte und knackte es, als die Reste in einem Müllbeutel verschwanden.Ich sah zu und fühlte mich noch immer halb betäubt.Ein Zauber, der für mich bestimmt gewesen war, hatte die Magier getötet, aber das schien im Moment nicht wichtig zu sein.Es gelang dem Vampir, beide Leichen in einen Beutel zu stecken.Offenbar hatte er sich einen von guter Qualität besorgt: Das Ding beulte zwar aus, riss aber nicht.Plötzlich lief ein anderer Vampir schreiend über den Parkplatz – er hatte versucht, das Feuer des brennenden Pinto zu löschen, und dabei war er selbst in Brand geraten.Mircea verzog wie angeödet das Gesicht, ging aber los, um zu helfen.Wahrscheinlich hätte er das auch getan, wenn es nicht einer von seinen Leuten gewesen wäre.Er war Senator und musste sich an das inoffizielle Motto des Senats halten: Räum deine Sauerei auf.Ich fühlte ein kurzes Stechen im Handgelenk, wie einen Hinweis darauf, dass die schmerzstillende Wirkung von dem, was Mircea gemacht hatte, allmählich nachließ.Vielleicht hätte ich es zum Anlass nehmen sollen, mir ein Aspirin zu besorgen, aber ich rührte mich nicht, blieb sitzen und beobachtete die Szenen, die es nie ins Kino schaffen, weil sie nicht aufregend sind.Sie betreffen nur Leute, die ihren Job erledigen.Nach der Action wird das Feuer gelöscht, die Straße gefegt und den Familien erklärt, dass jemand nicht nach Hause kommt.Den letzten Teil allerdings konnte man sich in diesem Fall sparen.Niemand wusste, wer die dunklen Magier gewesen waren und woher sie stammten.Wenn der von mir erschossene Mann eine Familie hatte, so würde sie nichts erfahren und sich nur fragen, warum er nicht heimkehrte.Der Gedanke traf mich wie ein Pfeil, dessen sehr scharfe Spitze sich mir zwischen die Rippen bohrte.All die Teile von mir, über die ich nicht sprach und nicht nachdachte, bedrängten mich plötzlich, und für einen Moment sah ich eine andere Szene.Mac, ein Freund von Pritkin und für kurze Zeit auch von mir, hatte uns ins Feenland begleitet und war dort für mich gestorben.Ich hatte deshalb noch immer Albträume, in denen mir meine Phantasie surreale Bilder von ihm zeigte: die Hände an den Stamm eines Baums gepresst, dessen Rinde sich verflüssigte und zwischen seinen Fingern hervorquoll.Sie floss ihm über die Handgelenke und lähmte ihn, breitete sich auf seinem ganzen Körper aus, der schon nach kurzer Zeit überall ein gleichförmiges, uniformes Grau zeigte, das mir wie ein Leichentuch erschien.Meistens erwachte ich schweißgebadet und mit rasendem Puls, wenn das Grau Macs Gesicht erreichte und es bedeckte [ Pobierz całość w formacie PDF ]