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.Ich hatte viel Zeit in einem Grufti-Club verbracht und daher gegen die bestickte Frackjacke ebenso wenig einzuwenden wie gegen das Rüschenhemd und die Kniehose.Ich hatte ausgefallenere Klamotten gesehen, und diese waren wenigstens schmeichelhaft – Seidenstrümpfe brachten Beine gut zur Geltung, und seine waren es wert, gezeigt zu werden.Doch der große Haken bestand aus dem Butterblumengelb der ganzen Kleidung.Ein Vampir in Gelb war einfach falsch, erst recht, wenn man hellblaue Augen und glänzende kastanienbraune Locken hinzufügte, die halb über den Rücken reichten.Der Mann war sehr attraktiv und hatte eins jener offenen, ehrlichen Gesichter, denen man sofort vertraute.Es ärgerte mich, dass es einem Vampir gehörte.Ich schenkte ihm ein unverbindliches Lächeln, in der Annahme, dass es nicht schaden konnte.Vielleicht bekam ich bei ihm einen Pluspunkt, weil ich die einzige andere anwesende Person war, die ebenfalls etwas Gelbes trug.Natürlich befand sich mein Happy-Face-T-Shirt derzeit nicht in seinem besten Zustand, was möglicherweise erklärte, warum er das Lächeln nicht erwiderte.Er beobachtete mich fast gierig, und sein Blick war so intensiv, dass ich hoffte, er hatte bereits gegessen.Ich musste unbedingt das Blut an mir loswerden, bevor mich jemand für eine wandelnde Vorspeise hielt.Die beiden übrigen Vampire saßen auf der anderen Seite der Konsulin und ähnelten sich so sehr, dass ich sie für Verwandte hielt.Später fand ich heraus, dass Zufall dahintersteckte.Der Mann war fast so alt wie die Konsulin und zu seinen Lebzeiten einer von Neros Leibwächtern gewesen, obgleich er von einer Sklavin abstammte, die weit nördlich von Italien in Gefangenschaft geraten war.Er hatte die besondere Gunst des Kaisers genossen, weil er noch sadistischer war als sein Herr.Die Frau – sie sah Portia so ähnlich, dass ich zweimal hingucken musste – war im Süden vor dem Krieg geboren.Dreißig Kilometer im Umkreis ihres Familienhauses soll sie mehr Unionssoldaten getötet haben als das Militär der Konföderierten.Angeblich hatte sie das Ende des Krieges und damit der leichten Jagd beklagt.Verschiedene Epochen, Länder und persönliche Hintergründe, und doch sahen sie wie Zwillinge aus mit ihrer milchigen Haut und dem welligen dunklen Haar.Selbst die Augenfarbe war gleich: ein helles, bräunliches Gold, wie der Sonnenschein durch Herbstblätter.Ihre weiße und silberne Kleidung ergänzte sich gut.Zugegeben, der Mann trug eine Toga, während die Frau den Eindruck erweckte, zu einem Savannah-Ball unterwegs zu sein, aber sie sahen gut aus zusammen.Die Konsulin gab mir Zeit, die Anwesenden nacheinander zu mustern, bevor sie sprach, und als sie das Wort ergriff, fesselte sie meine Aufmerksamkeit.Wohin auch immer der Blick ihrer schwarz umrandeten Augen fiel: Es fühlte sich nach kleinen Nadelstichen auf meiner Haut an.Es war nicht unbedingt schmerzhaft, aber ich hatte das Gefühl, dass sich die Nadeln schnell in Schwerter verwandeln konnten.»Du siehst, wie viele unserer Stühle leer sind, wie viele Stimmen schweigen«, sagte die Konsulin.Ich blinzelte überrascht.Ich hatte vermutet, dass es ein Problem gab, aber nicht so eins – vier alte Vampire waren nicht unbedingt leicht zu töten.Doch die Konsulin bestätigte es.»Wir sind sehr geschwächt.Der Verlust einiger der größten von uns lastet schwer auf allen Anwesenden in diesem Raum, doch wenn es so weitergeht, wird die ganze Welt betroffen sein.« Sie unterbrach sich, und zuerst dachte ich, dass sie auf diese Weise ihren Worten Nachdruck verleihen wollte.Aber dann merkte ich, dass sie weggetreten war.Bei einigen der ganz alten Vampire geschah das manchmal: Für eine Minute oder eine Stunde am Tag zogen sie sich in sich selbst zurück und vergaßen die Existenz aller anderen.Ich war von Tony an diese Pausen gewöhnt und blieb deshalb unbesorgt.Jemand, den ich nicht kannte, hatte sich dem neben der Tür stehenden Tomas hinzugesellt und wirkte wie eine lebensgroße Statue, aber eine recht primitive ohne Farbe auf ihrem tönernen Äußeren und schlecht definierten Gesichtszügen.Tomas und der Neuankömmling schienen sich über etwas zu streiten, doch ihre Stimmen waren so leise, dass ich nichts hörte.Ich verspürte einen kurzen Anflug von Sehnsucht nach Tonys Audienzsaal, in dem die meisten Anwesenden mörderische Drecksäcke waren, aber wenigstens kannte ich ihre Namen.Es machte mich bereits nervös genug, in blutbesudelter Kleidung vor einigen Vampiren zu stehen, die mächtig genug waren, mich mit kaum mehr als einem Gedanken zu töten, aber hinzu kam, dass ich auch noch im Dunkeln tappte.Rafe war eine tröstende Präsenz hinter mir, doch ich hätte jemanden vorgezogen, der mit Pistolen und Messern umgehen konnte.»Wir vermissen sechs unserer Mitglieder«, fuhr die Konsulin plötzlich fort.»Vier sind unwiederbringlich verloren, und die anderen beiden schweben am Rand des Abgrunds.Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, sie zu retten, werden wir sie nutzen.Doch vielleicht sind unsere Mühen vergeblich, denn unser Feind hat vor kurzer Zeit eine neue Waffe bekommen, die uns im Moment unserer Schöpfung Vernichtung bringen kann.«Ich widerstand der Versuchung, den Kopf zu drehen und nach Rafe zu sehen, der hoffentlich mehr verstand als ich.Vielleicht konnte er mir später alles erklären, wenn die Worte der Konsulin auch weiterhin keinen Sinn für mich ergaben.»Bitte komm zu uns, Tomas.« Sie hatte den Satz kaum beendet, als Tomas auch schon neben ihr stand [ Pobierz całość w formacie PDF ]