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.Die ersten Löffel einer Art Tapiokabrei wurden von meinem leeren Magen nicht angenommen.Übrigens nicht nur von meinem.Wir alle haben mehrmals jede Nahrung, die uns die Frauen in den Mund schoben, wieder von uns gegeben.Die Leute dieses Dorfes sind bitterarm.Trotzdem trägt jeder, ohne Ausnahme, etwas zu unserer Wiederbelebung bei.Nach drei Tagen sind wir dank dieser kollektiven Fürsorge und dank unserer Jugend fast wieder auf den Beinen.Für lange Stunden stehen wir schon auf, sitzen auf der mit Palmblättern bedeckten Terrasse, die uns luftigen Schatten spendet, und meine Kameraden und ich unterhalten uns mit den Leuten.Sie haben nicht genug, um uns alle auf einmal einzukleiden, und so bildeten sie kleine Gruppen: die eine übernahm Guittou, die andere Deplanque und so weiter.Ungefähr ein Dutzend Menschen kümmern sich um mich.In den ersten Tagen hat man uns mit irgendwelchen gebrauchten, jedoch peinlich sauberen Sachen versorgt; jetzt kaufen sie uns, wann immer sie können, ein neues Hemd, eine Hose, einen Gürtel, ein Paar Pantoffel.Unter den Frauen, die sich meiner annehmen, sind sehr junge Mädchen von indianischem Typ, jedoch schon mit spanischem und portugiesischem Blut gemischt.Die eine heißt Tibisay, die andere Nenita.Sie haben mir ein Hemd gekauft, eine Hose und Pantoffel, die sie »Aspargate« nennen.Sie bestehen aus einer Ledersohle ohne Absatz, der Oberteil ist aus besticktem Stoff.Nur der Mittelfuß ist bedeckt.Die Zehen bleiben frei, und der Stoff umfaßt die Ferse.»Wir brauchen euch nicht zu fragen, woher ihr kommt.Eure Tätowierungen sagen uns schon, daß ihr Flüchtlinge aus dem französischen Bagno seid.«Das rührt mich ganz besonders.Sie wissen also, daß wir Männer sind, die für schwere Verbrechen grausame Strafen erhielten, aus einem Gefängnis geflüchtet, von dem sie aus Büchern oder Zeitungsartikeln erfahren haben – und doch finden diese einfachen Menschen es ganz natürlich, uns beizustehen, uns zu helfen? Jemandem Kleider zu geben, wenn man reich oder wohlhabend ist, einem Fremden, der Hunger hat, Essen zu geben, wenn es an nichts im Hause gebricht, nicht für die Familie, nicht für sich selbst, beweist zwar ein gutes Herz.Aber einen Maisfladen oder einen Ölkuchen, der aus Manioka im eigenen Herd gebacken wurde und für die ganze Familie reichen soll, in zwei Teile zu brechen, so daß für einen selbst und für die Seinen nicht genug bleibt, das einfache Mahl, das kaum hinreicht, eine kleine Gemeinschaft zu ernähren, mit einem Fremden teilen, der überdies noch ein geflüchteter Sträfling ist – das ist einfach bewundernswert.Heute morgen sind alle, Männer wie Frauen, schweigsam.Sie scheinen beunruhigt und voll Sorge zu sein.Was geht vor? Tibisay und Nenita sind bei mir.Ich konnte mich zum erstenmal seit vierzehn Tagen rasieren.Jetzt sind wir schon eine Woche im Kreis all dieser Menschen, die ihr Herz auf der Hand tragen.Da sich über meinen Verbrennungen schon eine dünne Haut gebildet hat, konnte ich es wagen, mir ein wenig den Bart zu schaben.Wegen seines wilden Wuchses hatten die Frauen bisher nur eine vage Vorstellung von meinem Alter.Nun sind sie entzückt.Und sie sagen mir ganz naiv, wie jung sie mich finden.Immerhin bin ich schon fünfunddreißig, aber ich sehe wie achtundzwanzig oder dreißig aus.Ja, ich spüre es, alle diese gastfreundlichen Leute sorgen sich um uns.»Was gibt’s denn, Tibisay? Sag mir, was ist los?«»Wir erwarten die Polizeibeamten von Guiria, einem Nachbardorf.Bei uns gibt es keinen Kommissar, und wir wissen nicht, wie, aber jedenfalls hat die Polizei erfahren, daß ihr hier seid.Sie wird herkommen.«Eine große, schöne Schwarze kommt auf mich zu, begleitet von einem jungen Mann mit nacktem Oberleib, die weißen Hosen bis zu den Knien hinaufgerollt.Sein athletischer Körper ist wohlproportioniert.Die »Negrita« – das ist ein sehr gebräuchliches Kosewort für die farbigen Frauen in Venez uela, wo es keinerlei religiöse oder Rassendiskriminierung gibt – kommt mit einem Vorschlag [ Pobierz całość w formacie PDF ]