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.Zweitens müsse sie den Kummer bedenken, den sie ihrer Mutter damit bereiten werde, die (anders als manch andere Eltern) doch sehr nett, klug und vernünftig sei.Er hatte noch einen dritten, vierten und fünften Punkt hinzugefügt – alles reine Verschwendung von Zeit und Tinte.»Ebenso gut hätte ich dem Kopf des jungen Memnon schreiben können«, brummelte Peregrine.Seien Sie versichert, Sir, dass ich Jedes Wort, welches Sie mir geschrieben haben, gelesen und bedacht habe.Dennoch: Die Lage Hat Sich Zu Einer Krise Zugespitzt.Am Montag sind wir an den Queen Square in Bloomsbury gezogen.Unsere neue Wohnung ist sehr behaglich, und zumindest ich bin sehr froh, etwas Abstand zwischen meinem Zuhause und dem Arbeitshaus von St.Sepulchre gewonnen zu haben.Doch Mama wird jeden Tag Unglücklicher.Ich fürchte, sie Kränkelt und könnte einer schleichenden Krankheit erliegen.Sie gibt vor, zu essen und zu schlafen, aber das ist alles Täuschung, denn sie wird immer dünner und blasser.Ich bin nur froh, dass Papa das nicht mehr erleben muss – es würde ihm das Herz brechen.Selbst Sie müssen unter den gegebenen Umständen zugeben, dass ich Nicht Einen Augenblick Zu Verlieren habe und SOFORT aufbrechen muss.Seien Sie versichert, dass ich mir Ihre Worte zu Herzen genommen habe und diese Reise nicht Allein unternehmen werde.Sir Olivia reist mit ihrem Treuen Knappen Nat Diggerby.Sein Onkel fährt jeden Montag und Freitag mit dem Karren auf den Markt.Wir haben verabredet, ihn morgen an der Mautschranke von Hyde Park Corner zu treffen.Er wird uns bis Hounslow mitnehmen.Ein Wohldurchdachter Plan, wie Sie mir gewiss zustimmen werden.»Nein, tue ich nicht, du dummes Mädchen«, sagte Peregrine.»Was soll denn hinter Hounslow aus dir werden – wenn du überhaupt so weit kommst? Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass dein Treuer Knappe Diggerby dich auch zu seinem ,Onkel', dem Zuhälter, oder seiner ,Tante', der Bordellwirtin, bringen könnte?«Angesichts dessen, was sie sonst so wusste, konnte Peregrine es kaum fassen, dass sie nun so naiv war.Er vermutete stark, dass diese Wissenslücke daher rührte, dass sie nie auf dem Internat gewesen war, wo Jungen nämlich nicht nur Griechisch und Latein lernten, sondern auch alles, was man über Zuhälter, Puffmütter und Prostituierte wissen musste.Doch ihm blieb keine Zeit mehr, sie darüber aufzuklären.Das unbedachte Geschöpf wollte heute aufbrechen.Er musste sie aufhalten.Nach einer halben Stunde gab Bathsheba es auf, noch länger auf Lord Lisle zu warten.Anscheinend hatte es ein Missverständnis gegeben.Sie hatte gedacht, er hätte gesagt, dass er am Samstag nach Schottland reise.Wahrscheinlich hatte er Freitag gesagt, und sie hatte nur mit halbem Ohr zugehört, in Gedanken anderswo.Sie konnte sich nicht erinnern, ob er sich das letzte Mal schon verabschiedet hatte.Aber warum sollte ein dreizehnjähriger Junge es auch für nötig halten, von seiner Zeichenlehrerin Abschied zu nehmen? Sein Onkel hatte dies bereits sehr höflich getan, ein paar Tage nach ihrer letzten Begegnung.Oder vielmehr sein Sekretär hatte einen gebührlichen Dankesbrief geschrieben, einschließlich der noch ausstehenden Zahlungen für die vereinbarten Stunden.Sie packte ihre Sachen zusammen, schloss das Klassenzimmer ab und machte sich auf den Weg nach Hause.Ihrem neuen Zuhause, das sie Lord Rathbourne verdankte.den sie nie wiedersehen würde.Er würde sich von ihr fernhalten, und sie hätte nichts mehr zu fürchten.Sie war in Sicherheit.Und gelangweilt und verstimmt.bis sie ein paar Stunden später ein Tischtuch aus dem Schrank nahm und den Brief fand, den Olivia für sie zurückgelassen hatte.Müde, erhitzt und sehr gereizt traf Peregrine bei Hyde Park Corner ein.Er hatte sich ein paar Mal verlaufen, und zweimal hatte er vor Rabauken Reißaus nehmen müssen, die an seiner kostspieligen Garderobe Anstoß genommen hatten.Unter normalen Umständen würde Peregrine sich auf sie gestürzt und sie grün und blau geschlagen haben.Doch dazu war ihm keine Zeit geblieben, und dass er wie ein Feigling hatte davon rennen müssen, hatte seine Laune nicht gerade verbessert.Außerdem war er wütend auf sich selbst, weil er nicht daran gedacht hatte, einfach eine Droschke zu nehmen, was ihm viel Ärger erspart hätte.Alles in allem nicht die beste Gemütsverfassung, um sich Olivia zu nähern, die gerade mit einigen Frauen plauderte, die Pasteten verkauften.Neben ihr stand ein leibhaftiger Stier in Gestalt eines Jungen: gewiss Nat Diggerby.Sein Kopf verschwand ohne ersichtlichen Hals geradewegs zwischen seinen Schultern, die so breit waren, dass er wahrscheinlich nur seitwärts durch Türen kam.Reglos stand er da, den Kopf leicht gesenkt, während die Augen ruhelos umherschweiften.Peregrine straffte die Schultern, blähte die Brust und marschierte zu den beiden hinüber.Statt der wohlgesetzten Rede, einem wahren Meisterwerk der Überredungskunst, die er eingeübt hatte, sagte er nur: »Miss Wingate, ich bin gekommen, um Sie nach Hause zu bringen.«Ihre großen blauen Puppenaugen weiteten sich.»Warum? Ist Mama etwas passiert?«»Nein, aber Ihnen«, erwiderte Peregrine förmlich.»Ich würde auf einen Sturz auf den Kopf tippen.Nur so ließe sich dieses absolut blödsinnige Vorhaben erklären.«Mit finsterer Miene stellte sich der Stierjunge vor Olivia.»Hör mal, du – verpiss dich«, sagte er.»Verpiss dich selber«, sagte Peregrine.»Ich habe nicht mit dir gesprochen.«Der Junge packte Peregrine beim Revers.»Nimm deine Hand da weg«, beschied Peregrine.»Oooh, hör dir den mal an«, sagte der Junge.»Da sind wir aber ein ganz Feiner, was?«»Nein, sind wir nicht«, entgegnete Peregrine und verpasste Stierjunge einen Kinnhaken.Benedict befand sich in seinem Club, als man ihm mitteilte, dass einer seiner Diener ihn zu sprechen wünsche.Was kein gutes Zeichen war.Das letzte Mal, dass einer seiner Diener in seinem Club um ihn nachgesucht hatte, war, als Ada nach der Rückkehr von einer ihrer Gebetsstunden zu Hause zusammengebrochen war.Dennoch wirkte er ruhig und gefasst, als er das Vorzimmer betrat, wo Thomas ihn erwartete.Schon von Weitem sah er, wie es in Thomas' Gesicht arbeitete.Ein sehr schlechtes Zeichen.Ohne dem Gefühl eisiger Kälte Beachtung zu schenken, das sich in ihm ausbreitete, wies Benedict ihn an, sich so kurz wie möglich zu fassen.»Es geht um Lord Lisle, Mylord«, sagte Thomas und blinzelte angestrengt.»Ich weiß nicht, wo er ist.Er ist zur Tür der Grafikhandlung reingegangen – so wie immer.Ich bin solange zu Porters Kaffeehaus gegangen, wie ich das immer mache.So wie immer stand ich ein paar Minuten vor Ende der Stunde wieder vor der Grafikhandlung.Aber er ist nicht wieder herausgekommen, Sir.Ich habe eine Viertelstunde gewartet, dann bin ich nach oben gegangen.Das Klassenzimmer war abgeschlossen, und als ich geklopft habe, hat niemand geöffnet.Ich bin runter in den Laden und habe Mr.Popham gefragt, ob die Zeichenstunden für heute vorbei wären.Er hat gesagt, heute wären überhaupt keine gewesen.Mrs.Wingate wäre früh nach Hause gegangen, weil ihr Schüler nicht gekommen ist.«Die Eiseskälte breitete sich weiter aus und betäubte alles Gefühl.Selbst die Zeit schien, starr vor Kälte, stehen zu bleiben.»Verstehe«, sagte Benedict.Dann ließ er sich Hut und Gehrock bringen und verließ mit seinem Diener den Club [ Pobierz całość w formacie PDF ]