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.Wenn er tatsächlich einen Staatsstreich vorhatte, brauchte er nicht nur Waffen, sondern auch einen Angriffsplan.Und der beinhaltete vermutlich, alle Kommunikationswege zu kappen.Da die Fanatiker, die er hinter sich scharen konnte, nicht zahlreich genug waren, um die Armee von König Balthazar zu besiegen, musste er verhindern, dass die Truppen zusammengezogen wurden.Mit einzelnen Soldatentrupps, die voneinander abgeschnitten waren, würde der Unschuldstrinker hingegen leichtes Spiel haben.Bis Balthazar erführe, was los war, stünde der Unschuldstrinker vor den Toren Babylons.Aber wie will er die Pans bezwingen? Er kann nicht an zwei verschiedenen Fronten gleichzeitig kämpfen.Zweifellos hatte er auch für dieses Problem längst eine Lösung.Maylis musterte die Karten, die sich auf dem Schreibtisch stapelten und sogar auf dem Boden herumlagen.Plötzlich durchfuhr es sie eiskalt.Wer die Kommunikationswege kontrollieren wollte, musste den Postchef kontrollieren.Colin!Sie schüttelte den Kopf.Nein, nicht Colin! Nicht schon wieder!Aus dem großen Raum nebenan war hektisches Treiben zu hören.Leute eilten hin und her, Schubladen quietschten, und Schranktüren wurden auf- und zugemacht.Colin konnte jeden Augenblick zurückkommen.Ihr Blick fiel auf die Schreibtischschubladen direkt vor ihrer Nase.Es war verlockend.Sie warf einen raschen Blick zur Tür.Eine Minute oder zwei werde ich schon haben …Sie kniete sich hin, zog die Schubladen auf und durchsuchte sie rasch.Die vier auf der rechten Seite enthielten nichts als Papier, Umschläge, etwas Wachs und ein Feuerzeug.Die oberste auf der linken ließ sich nicht öffnen.Abgeschlossen.Verflixt!Maylis sah sich das Schloss an.Nicht sehr ausgefeilt, aber um es aufzukriegen, brauchte man eine Büroklammer und etwas Geschick.Außerdem hatte Maylis noch nie ein Schloss geknackt!Colin darf nicht merken, dass ich hier gewesen bin.Ach, egal!Die Neugier war stärker.Sie packte einen Brieföffner, nutzte die Klinge als Hebel und brach die Schublade auf.Als sie das abgebrochene Stück Holz zu ihren Füßen liegen sah, packte sie die Furcht.Was habe ich getan? Er wird wissen, dass ich in seinen Sachen gewühlt habe!Oder auch nicht.Colin war ziemlich zerstreut.Vielleicht sogar etwas einfältig.Ich bin diejenige, die einfältig ist! Natürlich wird er merken, dass sich jemand an seiner geheimen Schublade zu schaffen gemacht hat!Sie zog die Schublade auf, um den Inhalt zu untersuchen.Briefe.Geschrieben von Pans, die sich im Gebiet der Großen aufhielten.Adressiert an Freunde, die in Eden oder anderen Pan-Siedlungen lebten.Und umgekehrt.Was hat das …Maylis überflog einige der Briefe.Langsam setzte ihr Gehirn die Puzzleteile zusammen.In einigen Briefen schilderten die Verfasser ihr neues Leben bei den Großen und erklärten, nicht bleiben, sondern bald zu den Pans zurückkehren zu wollen.In anderen brachten Bewohner von Eden ihr Erstaunen darüber zum Ausdruck, nichts mehr von einem im Land der Großen verschollenen Freunde zu hören.Maylis zählte eins und eins zusammen.Die Briefe, die Kloake, die Waffen, die gefangenen Pans und Grimms Worte.Die Männer des Unschuldstrinkers suchten unter den Freiwilligen, die in das Land der Erwachsenen zogen, gezielt nach Einzelgängern und entführten sie.Vermutlich erzählten sie den anderen Freiwilligen, die Pans wollten nach Eden zurückkehren, damit diese keinen Verdacht schöpften.Gleichzeitig schickten sie gefälschte Briefe nach Eden, damit man dort glaubte, die Entführten wären noch im Süden.Auf diese Weise waren die Pans zu beiden Seiten der Festung davon überzeugt, dass es ihren Freunden gutging, und niemand ahnte, dass sie eigentlich verschwunden waren.Und alle Briefe, die das böse Spiel hätten auffliegen lassen, wurden von Colin abgefangen.Er hatte gewiss einen Fälscher in seinen Diensten, der gekonnt die Schrift der Entführten imitierte.Vermutlich dachte dieser Kerl sich auch die Lügen aus, um die Pans in Sicherheit zu wiegen.Plötzlich zuckte Maylis zusammen.Auf der anderen Seite der Tür kamen Schritte näher.Sie konnte gerade noch die Schublade zuschieben und sich unter den Schreibtisch werfen.Mit Hilfe ihrer Alteration verdunkelte sie den Schatten [ Pobierz całość w formacie PDF ]